Politik für Gesundheit und Umwelt
Politik für Gesundheit und Umwelt - Beiträge der Sektion
Die Sektion will mit den Fachbereichen Gesundheits - und Umweltpsychologie die Gesundheits - und Umweltpolitik zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen positiv beeinflussen. Sie ist dazu in den nachfolgend genannten Bereichen aktiv.
Die Sektion will
- für die Gesundheits- und Umweltpolitik politische Prozesse mit psychologischem Know-how beeinflussen,
- den gesellschaftlichen Wert der Gesundheits- und Umweltpsychologie verdeutlichen sowie
- Berufschancen und Berufstätigkeiten von Psychologinnen und Psychologen für die Gesundheits- und Umweltpolitik fördern.
Aktivitätsfelder in der Gesundheits- und Umweltpolitik
Weltgesundheitsorganisation für Gesundheitsförderung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) umschreibt Gesundheit folgendermaßen:
- "Gesundheit ist ein Zustand umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit."
"Das positive Erleben einer bestmöglichen Gesundheit ist eines der Grundrechte jedes Menschen ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Lage." (Verfassung der Weltgesundheitsorganisation, 1946) - "Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann." (WHO-Europa: Psychische Gesundheit – Faktenblatt)
- "Gesundheit ist ein Zustand umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit."
Die WHO stellt Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe maßgeblich durch die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung 1986 dar.
Gesundheitsförderung zielt an, dass Menschen und ihre Gemeinschaften
- selbstbestimmt gesund leben, mit ihren Bedürfnissen und Wünschen,
- Wohlbefinden erleben (s.o.),
- persönliche und soziale Fähigkeiten entwickeln,
- Lebensnotwendigkeiten und 'normale' Belastungen bewältigen
- gesunde Lebensweisen entwickeln.
Grundlegende Bedingungen von Gesundheit sind: Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, stabiles Öko-System, sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit
Gesundheitsförderung ist eine Aufgabe aller Politikbereiche und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für:
- Chancengerechtigkeit für die Gesundheit von Menschen und Gemeinschaften
- gesundheitsförderliche Lebenswelten
- die Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen
- mehr Gesundheitsförderung in den Systemen der Gesundheitsversorgung.
„Gesundheit wird von den Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt, dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.
Gesundheit entsteht dadurch,
daß man sich um sich selbst und für andere sorgt, daß man in der Lage ist, selber Entscheidungen zu fällen und Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben, sowie
dadurch, daß die Gesellschaft in der man lebt, Bedingungen herstellt, die allen ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen.“Die WHO entwarf 1978 in der Konferenz von Alma Ata die Zielvision zur Strategie „Gesundheit für alle im Jahre 2000“ (GFA-Strategie) entworfen.
1981: Globale Strategie "Gesundheit für alle im Jahr 2000"Die WHO-Euro begann 1980 mit der Konzeptionsentwicklung der Zielstrategie „Gesundheit für alle im Jahre 2000“ für die Bevölkerung Europas. Sie führte dazu 1984 eine Konferenz mit der Europäischen Föderation der Berufsverbände von Psychologen (EFPPA) durch (s.u.). Sie beschloss 1984 mit den Regierungen ihrer Mitgliedstaaten die GFA-Strategie „Gesundheit 2000“.
1989 und 1990 vollzogen sich in Europa große politische Umwälzungen, vor allem in Osteuropa. Die WHO-Euro vergrößerte sich von 32 auf 50 Mitgliedstaaten. Sie aktualisierte 1991 die GFA-Strategie „Gesundheit für alle“ mit 38 Zielen.
Sie veröffentlichte 1994 einen Sachstandsbericht: Gesundheit in Europa - Sachstandsbericht 1994Die WHO begann 1997 nach den großen Veränderungen in Europa, die GFA-Strategie zu erneuern:
Rüdiger Krech, WHO-Euro: Is it healthy? Die europäische Gesundheitspolitik „Gesundheit21”1998: "Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert", (Auswahl in deutscher Übersetzung)
1998 WHO-Euro: "GESUNDHEIT21 - Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert": "GESUNDHEIT21 - Einführung", "GESUNDHEIT21 - Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert" (lang), Auswahl2005 WHO-Euro: "Das Rahmenkonzept "Gesundheit für alle" für die Europäische Region der WHO: Aktualisierung 2005"
2012 WHO-Euro: Der Europäische Gesundheitsbericht 2012: ein Wegweiser zu mehr Wohlbefinden, mit Zusammenfassung
2012 WHO-Euro: "Gesundheit 2020 - Rahmenkonzept und Strategie der Europäischen Region für das 21. Jahrhundert", in Kurzversion
2015 WHO-Euro: "Gesundheit 2020 - Bildung und Gesundheit durch frühe Entwicklung"
2015 WHO-Euro: "Die Erklärung von Minsk: Der Lebensverlaufansatz im Kontext von Gesundheit 2020"2015 WHO-Euro: Der Europäische Gesundheitsbericht 2015: der Blick über die Ziele hinaus – neue Dimensionen der Evidenz: wesentliche Perspektiven
Die WHO erweitert die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Gesundheitsförderung seit der Konferenz für Gesundheitsförderung in Helsinki 2014 zum Konzept „Health in All Policies“ (HiAP):
„‘Gesundheit in allen Politikbereichen‘ ist ein sektorübergreifender Ansatz für die öffentliche Politik, der systematisch die gesundheitlichen Auswirkungen von Entscheidungen berücksichtigt, Synergien nutzt und schädliche gesundheitliche Folgen vermeidet, um die Gesundheit der Bevölkerung und die gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern.“ (S. 2, übersetzt)
Gesundheitsziele für Menschen in ihrer Menschenwürde
a) Gesundheit als ganzheitliches Wohlbefinden
Menschen wollen und können gemäß ihrer Menschenwürde Gesundheit positiv als Wohlbefinden erleben: ökologisch, körperlich, psychisch, geistig, sozial, in Gemeinschaften und Lebenswelten.
b) Selbstbestimmung für Gesundheit
Menschen wollen und können über ihre Gesundheit (frei-willig) selbst bestimmen, eigene Entscheidungen für ihre Gesundheit und Lebenssituation treffen und so auch Selbstverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen.
c) Fähigkeiten für Gesundheit
Für die Gesundheit benennt die WHO weitere Fähigkeiten:
Menschen wollen und können
- sich selbst achtsam wahrnehmen, sich selbst achten, sich selbst managen,
- eigene Potentiale entfalten, dadurch körperliche, kreative, produktive, kommunikative und soziale Wirkungen in ihrer Umwelt erzielen, so dass sie sich auch selbstwirksam erleben,
- positiv zum Gemeinschaftsleben beitragen: Kommunikationen unter Berücksichtigung allseitiger Menschenwürde fair gestalten, Empathie einsetzen, mitmenschliche Beziehungen verlässlich stabil gestalten, kooperativ in Teams und Gemeinschaften wirken,
- Stress und ‚normale‘ Lebensbelastungen bewältigen, auch als Resilienz bezeichnet.
d) Gesunde Lebensweisen
Menschen wollen und können gesunde Lebensweisen gewohnheitsmäßig im Verhalten pflegen:
- sich gesund ernähren,
- sich viel und gesund bewegen,
- Anstrengung und Entspannung in kreisläufigen Rhythmen vollziehen,
- gesunden Schlaf ermöglichen,
- mit suchtfördernden Stoffen gemäßigt umgehen.
e) Gesundheit im Lebenslauf
Menschen soll es ermöglicht werden, über ihre gesamte Lebensspanne in den Lebensphasen Gesundheit als Wohlbefinden und mit persönlichen Fähigkeiten zu erleben und zu gestalten:
- bis zur Geburt,
- in den ersten zwei Lebensjahren, vor allem durch verlässliche stabile Bindungen,
- in der Kindheit, vor allem durch förderliche soziale Gemeinschaften und Bildungsprozesse,
- in der Jugendzeit und Adoleszenzzeit als Übergang ins Erwachsenenleben,
- als Erwachsene in ihren familiären und beruflichen Beziehungen und Aufgaben,
- in Prozessen des Alterns,
- mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen umgehen,
- in einer Lebensendphase bzw. Sterbephase bis zum körperlichen Tod.
Gesundheit für Menschen in ihren Lebenswelten
Menschen sollen Gesundheit in ihren Lebenswelten – „in ihrer alltäglichen Umwelt …, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben“ – erleben können, gestalten können und dabei durch gesundheitsförderliche Bedingungen unterstützt werden.
a) Lebenswelten differenziert betrachten
Die Lebenswelten von Menschen als ihre alltägliche Umwelt seien differenziert:
- die ökologische Umwelt mit fördernden und behindernden Gesundheitsbedingungen: Sonnenwirkung, Klimawandel, Luft, Wasser, Wetter, landwirtschaftliche Bedingungen, Ernährungsmöglichkeiten,
- Alltagsgemeinschatten als überschaubare Gemeinschaften, in denen Menschen „spielen, lernen, arbeiten und lieben“: familiäre Gemeinschaften, Gruppen in Bildungseinrichtungen, Arbeitsgemeinschaften, Freizeitgemeinschaften (oft besuchte Gruppen),
- weitere Organisationen, in denen Menschen „spielen, lernen, arbeiten und lieben“: Großfamilien, Kindertagesstätten, Schulen, betriebliche Organisationen, Kommunen,
- politische Strukturen: Kommunen, nationale Untergliederungen (z.B. Bundesländer), Nationen, internationale Einheiten,
- die Erde als Lebensraum für die gesamte Menschheit.
b) Familienorientierung
Menschen leben meist in familienähnlichen Lebensgemeinschaften, kurz: ‚Familien‘; sie beeinflussen sich in Familien wechselseitig in hohem Maße.
Für folgende Familienkonstellationen sind Unterstützungen für Gesundheitsziele sinnvol:
Ehepaare und eheähnliche Partnerschaften pflegen positive Beziehungs- und Kommunikationsmuster in wechselseitiger Liebe und Hochachtung mit gesunder Sexualität; sie stabilisieren ihre Partnerschaft, besonders auch für ihre Kinder bis zum Alter von 18 Jahren.
Junge Paaren erleben Unterstützungen nach Eintritt einer Schwangerschaft, durch eine paarbezogene Geburtsvorbereitung, bei der Geburt sowie bei der Frühbetreuung des Säuglings, auch zugunsten einer sechsmonatigen Stillphase.
Familien mit Kindern im Kleinkindalter ermöglichen ihren Kindern günstige Bedingungen für ihre soziale, emotionale und intellektuelle Entwicklung, damit die Kinder eine gute psychische Basis für Selbstachtung und Persönlichkeitsstabilität entwickeln können.
Familien mit Kindern und Jugendlichen ermöglichen diesen ein stabiles soziales System mit Gefühlen von Zusammenhalt, Zugehörigkeit und Solidarität sowie mit konstruktiven Beziehungen und Kommunikationsweisen.
Familien mit älteren und alten Angehörigen ermöglichen diesen Integration und konstruktives Wirken im Familiensystem.
Familien mit erkrankten Menschen gehen als gesamtes Familiensystem mit Krankheitsbelastungen konstruktiv und rehabilitationsorientiert um und pflegen dazu geeignete Beziehungs- und Kommunikationsmuster.
Familien mit Angehörigen in der Lebensend- und Sterbephase ermöglichen diesen einen würdigen Verlauf ihrer Lebendendphase.
Besondere gesundheitsförderliche Unterstützung durch Gesundheits- und Sozialdienste bedürfen Familien mit besonderen Belastungen:
- unvollständige Familien, vor allem alleinstehende Elternteile mit Kindern,
- Familien mit schweren sozialen Belastungen wie Armut, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit,
- Familien mit chronisch erkrankten, behinderten, pflegebedürftigen Menschen,
- Familien mit Angehörigen, die Suchtmittel (Alkohol, Nikotin, Drogen, Medikamente) missbrauchen, wegen familiärer Belastungen durch psychosoziale Wirkungen,
- Familien, in denen Angehörige Opfer von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen sowie durch andere Formen traumatischer Erfahrungen betroffen sind.
Familienorientierte Gesundheitsdienste sind in der kommunalen Gesundheitsförderung wichtig.
c) Gemeindeorientierung – Kommunale Gesundheitsförderung
Gemeinden – bzw. Städte und ländliche Regionen – gelten als wesentliche soziale Systeme zur Gestaltung einer bürgernahen, koordinierten, integrierten Gesundheitsförderung, Prävention, Selbsthilfe-Unterstützung, zusammen mit einer Gesundheitsversorgung durch Netzwerke von Gesundheitsdiensten, die allgemeine und professionelle, ambulante und stationäre Dienstleistungen für die Gesundheit erbringen.
Die WHO hat dazu das europäische Netzwerk der ‚gesunden Städte‘ initiiert.
Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Gesundheitsförderung ist eine gesamtgesellschaftliche und gesamtpolitische Aufgabe.
Soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen werden in erster Linie davon beeinflusst, wie weit Menschen als Personen in alltäglichen Gemeinschaften und weiteren Lebenswelten gesund leben, Gesundheit erleben und selbstbestimmt selbstwirksam gestalten.
Daher gelten Investitionen in eine wissenschaftlich effektive Gesundheitsförderung als kostensparende Investitionen für günstige soziale und wirtschaftliche Entwicklungen; Kosten werden dagegen durch Krankheiten verursacht, die weitgehend als Nebenwirkungen eines Mangels an bewusster Gesundheitspflege und -förderung gelten.
Mehr Chancengerechtigkeit für Gesundheit
Die Möglichkeit für Menschen, Gesundheit zu erleben, ist sehr von sozialen Lebensbedingungen abhängig; diesbezügliche Chancen sind ungleich und ungerecht verteilt. Sozial benachteiligte Menschen und Menschengruppen sind auch bildungsmäßig und gesundheitlich sehr benachteiligt; es gelingt ihnen deutlich weniger, gesund zu leben, selbstbestimmt Gesundheit für sich und ihre Gemeinschaften zu gestalten.
Daher ist mehr Chancengerechtigkeit ein wichtiges Ziel gesellschaftlicher Gesundheitsförderung.
Partnerschaften für Gesundheit – ‚Empowerment‘, Partizipation
Organisationen auf allen Ebenen - landesweite und kommunale Organisationen in den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Sozialwesen, Umwelt und Wirtschaft – mögen als Partner-Organisationen zur Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe beitragen.
Viele Organisationen, Gemeinschaften und Einzelpersonen können mehr Fähigkeiten entwickeln und ausbauen, aus jeweils eigenen Gesundheitserfahrungen heraus selbstbewusster und aktiver für mehr Gesundheit in umgebenden sozialen Systemen mitzuwirken.
Der Begriff ‚Empowerment‘ meint ‚Befähigung zu Partizipation‘ bzw. zu aktiver Mitgestaltung von Prozessen in umgebenden sozialen Systemen.
Gesundheitsförderung in Systemen der Krankheitsversorgung
Den Menschen Wege zu mehr Gesundheit und gesunden Lebensweisen aufzuzeigen, ist auch Aufgabe der Systeme der Gesundheitsversorgung bzw. von Gesundheitsorganisationen und Gesundheitsberufen.
In Bezug auf Erkrankungen sind Menschen zu unterstützen, dass sie bewusst gesunder leben wollen und können, um dadurch Erkrankungen vorzubeugen, bei Erkrankungen zu genesen und chronische Erkrankungen besser zu bewältigen, z.B. durch Patientenschulungen, Gesundheitstrainings bei Rehabiltationsmaßnahmen und Unterstützungen für Selbsthilfegruppen.
Bildungsarbeit für die Gesundheitsarbeit
a) Vermittlungspersonen zu gesundheitsfördernden Unterstützungen befähigen
Zahlreiche Arten von Vermittlungspersonen betreuen Menschen auch zur Förderung ihrer Gesundheit: Eltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen, weitere Berufstätige im Bildungsbereich, Fachleute im Sozial- und Gesundheitswesen, Führungskräfte in vielen Arten von Organisationen, auch ehrenamtlich tätige Personen im Sozial- und Gesundheitsbereich und im Selbsthilfebereich. Vermittlungspersonen brauchen neben Fähigkeiten, selbst gesund zu leben, viel Wissen und Handlungsfähigkeiten für die Gesundheitsförderung der von ihnen betreuten Menschen und Menschengruppen. Daher ist für Vermittlungspersonen eine zielgruppenspezifische Bildungsarbeit für Gesundheitsförderungs-Kompetenzen wichtig.
b) Aus-, Weiter- und Fortbildungen für Fachleute im Sozial- und Gesundheitswesen
Gesundheitsfördernde Arbeit ist mit vielen Herausforderungen für Fachleute und ihre qualifizierte professionelle Gesundheitsarbeit verbunden, z.B.:
berufsethische Haltungen regelmäßig pflegen: Hochachtung gegenüber betreuten Personen mit Respekt vor ihrer Menschenwürde und ihren individuellen Werthaltungen,
durch passende Kommunikationen Patienten und ihre Angehörigen unterstützen, damit sie selbstbestimmt und auch selbstverantwortlich mit ihren Gesundheitsproblemen umgehen,
soziale Situationen von Patienten in ihren Alltagsgemeinschaften berücksichtigen,
interdisziplinäre und kollegiale Kooperation üben,
Qualitätsmanagement-Aktivitäten für die eigene Arbeit durchführen.
Im Angesicht der vielen Herausforderungen an professionelle Gesundheitsarbeit ist es wichtig, Gesundheitsfachleute durch Aus-, Weiter- und Fortbildung für ihre Gesundheitsarbeit zu befähigen und Orientierungen der Gesundheitsförderung zu stärken.
1984 WHO-Euro: Konferenz mit der Europäischen Föderation der Berufsverbände von Psychologen (EFPPA);
unveröffentlichter Tagungsbericht „Contribution of Psychology to Programme development in the WHO Regional Office in Europe“
ein übersetzter Tagungsbericht „Beiträge der Psychologie zu Programmentwicklungen des WHO-Regionalbüros für Europa“1994 Besuch von Maximilian Rieländer für die Gesundheitspsychologie im BDP im WHO-Regionalbüro für Europa in Kopenhagen beim deutschen Mitarbeiter Rüdiger Krech zur weiteren Kooperation für die Zielstrategie „Gesundheit für alle"
1994 Tagung „Psychologische Gesundheitsförderung - ein Berufsfeld mit Zukunft“ am 15.10.1994 in Düsseldorf, u.a. mit Dr. Rüdiger Krech; Mitarbeiter im WHO-Regionalbüro für Europa
Ausgewählte Tagungsbeiträge:- Dr. Rüdiger Krech, WHO-Regionalbüro für Europa: Gesundheitsförderung - Herausforderung an die Psychologie
- Podiumsgespräch: „Psychologen und Krankenkassen zusammen für Gesundheitsförderung“ mit Auswertung
- Gesundheitsförderung und Psychologie - eine Bestandsaufnahme (Maximilian Rieländer)
- Gesundheitspolitische Trends für die Gesundheitsförderung (Maximilian Rieländer)
Veröffentlichung der Tagungsergebnisse als Buch: "Psychologische Gesundheitsförderung als zukunftsorientiertes Berufsfeld", Herausgeber: Maximilian Rieländer, Lutz Hertel & Andrea Kaupert, Deutscher Psychologen Verlag, Bonn 1995
1997 Tagung zur Gesundheitspsychologie im BDP "Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert - Neue Ziele der Weltgesundheitsorganisation mit psychologischen Perspektiven erreichen" mit Rüdiger Krech, Mitarbeiter im WHO-Regionalbüro für Europa;
Ausgewählte Tagungsbeiträge:- Entwicklungen der Zielstrategie ‘Gesundheit für alle’ - und die Mitarbeit von Psychologenverbänden (Maximilian Rieländer)
- Dr. Rüdiger Krech, WHO-Regionalbüro für Europa: Is it healthy? Die europäische Gesundheitspolitik „Gesundheit21”
- Mehr an Gesundheit als an Krankheit denken - Plädoyer für eine positive Gesundheitsorientierung (Maximilian Rieländer)
- Gesundheitspsychologie und Public Health – Beiträge der Psychologie im gesundheitswissenschaftlichen Studium (Petra Kolip)
- "Gesundheitspsychologie 2000“ - Abschlußbericht der Task Force on Health Psychology der European Federation of Professional Psychologists’ Associations (EFPPA) (Carola Brücher-Albers)
- Europäische Perspektiven in der Gesundheitspsychologie aus berufspolitischer Sicht (Carola Brücher-Albers)
- Zukunftsorientierte psychologische Mitarbeit zur „Gesundheit für alle“ im 21. Jahrhundert (Maximilian Rieländer)
Veröffentlichung der Tagungsergebnisse als Buch: Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert - Neue Ziele der Weltgesundheitsorganisation mit psychologischen Perspektiven erreichen
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention
- Franzkowiak, P. & Hurrelmann, K. (2025). Gesundheit.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 1: Grundlagen.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 2: Entwicklung vor Ottawa 1986.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 3: Entwicklung nach Ottawa
- Geene, R., Köckler, H. & Trojan, A. (2022). Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik / Healthy Public Policy
- Nowak, A. C., Kolip, P. & Razum, O. (2022). Gesundheitswissenschaften / Public Health.
Nationale Politik für Gesundheitsförderung
Bundespolitik allgemein
Grundgesetz: Grundrecht das „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (Art. 2 Abs. 2 GG). als Schutz für die physische und psychische Gesundheit.
Sozialgesetzbuch (SGB) für „soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit“ durch Sozialleistungen sowie soziale und erzieherische Hilfen für „ein menschenwürdiges Dasein“ (SGB I, § 1, Abs. 1), was indirekt auch meint; gesund leben zu können.
Leistungen für 'Gesundheit' im SGB:
- SGB III: Leistungen zur Arbeitsförderung und Beschäftigungsfähigkeit
- SGB V zur Gesetzlichen Krankenversicherung
- SGB VI: Leistungen der Rentenversicherung (§ 9) für Prävention, medizinischen Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben und Nachsorge, um Krankheits- und Behinderungs-Auswirkungen auf Erwerbsfähigkeit vorzubeugen, entgegenzuwirken oder zu überwinden
- SGB VII: Unfallversicherung (§ 1): Prävention und Rehabilitation in Bezug auf Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren,
- SGB IX: Leistungen der Rehabilitation und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen (§ 1) zur Selbstbestimmung und zur vollen Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
- SGB XI: Soziale Pflegeversicherung: Hilfen für pflegebedürftige Menschen, die Pflegebedürftigkeit auf solidarische Unterstützung angewiesen sind.
Bundespolitik: Bekenntnisse zu gesundheitsfördernder Gesamtpolitik
(Nationale Präventions-Initiative zur „Förderung einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik“)Politikbereiche für eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik: Gesundheitspolitik als Leitbereich, Familien-, Bildungs-, Arbeits-, Landwirtschafts-, Umwelt-, Forschungs- und Entwicklungspolitik
Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe - in der Gesundheitspolitik
In der deutschen Politik wird Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe im Sinne der WHO und ihrer Ottawa-Charta betrachtet.
Für die Bundesregierung übernimmt die Gesundheitspolitik als leitendes Ressort die Aufgabe der Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe.
Bundesgesundheitsministerium (BMG):
- Information: „Gesund bleiben: Gesundheitsförderung und Prävention“.
- Internetportal gesund.bund.de „Verlässliche Informationen für Ihre Gesundheit“, u.a. zum Thema „Gesund leben“ mit vielen Webseiten, u.a. „Psyche und Wohlbefinden“
- Nationale Präventions-Initiative „In Zukunft gesünder“ (2025); Zielsetzungen: mehr Kooperation für Gesundheitsförderung mit: maßgeblichen Akteuren auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene, Nationaler Präventionskonferenz, Praxis der Gesundheitsversorgung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und anderen Politikbereichen.
„Warum eine Nationale Präventions-Initiative?
Die alternde Gesellschaft, der Arbeitskräftemangel, die wachsende Bedeutung chronischer, lebensstilbedingter Erkrankungen sowie der Klimawandel stellen unsere Gesellschaft und das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen.
Gleichzeitig weisen wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Public Health-Forschung auf die Chancen von früh einsetzenden und kontinuierlichen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention hin.
In Gesundheitsförderung und Prävention gibt es auf den unterschiedlichen politischen Ebenen Strukturen mit einer Vielzahl von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren. Nicht zuletzt auf Basis des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention 2015 wurden bundes- und landesseitig Strukturen geschaffen und insbesondere mit Hilfe der Sozialversicherungsträger zahlreiche Aktivitäten ins Leben gerufen. Das bereits bestehende Engagement aller Akteure muss jedoch noch breiter miteinander vernetzt werden, um Potenziale zu heben und Mehrwert zu schaffen.
Denn die Voraussetzungen und die guten Perspektiven für die Gesundheit werden nicht nur durch das Gesundheitssystem beeinflusst, sondern auch durch den individuellen Lebensstil, die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie weiteren Faktoren der sozioökonomischen, kulturellen und physischen Umwelt.Eine Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung fördert
- eine höhere Lebenserwartung und mehr gesunde Lebensjahre, und damit eine insgesamt gesündere Bevölkerung,
- mehr Lebensqualität für alle Menschen, weniger individuelles Leid durch Krankheiten,
- die gesundheitliche Chancengleichheit in allen Lebenslagen,
- die nachhaltige Entlastung des Gesundheitswesens,
- den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und trägt damit zur Fachkräftesicherung inner- und außerhalb des Gesundheitswesens bei.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Fachbehörde des BMG für Aufgaben der Gesundheitsförderung und Prävention (seit 2025 als Nachfolge der BZgA)
- BIÖG-InfoDienst Gesundheitsförderung mit Schwerpunktthemen von A-Z
- "Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention", gegliedert durch ein systematisches Verzeichnis
Robert-Koch-Institut (RKI): Aufgaben zu „Public Health - Gesundheit für alle“ für das BMG.
Öffentlicher Gesundheitsdienst: Bundesebene: BIÖG; Landesebene: Landesgesundheitsämter; kommunale Ebene: Gesundheitsämter
Gesundheitsministerkonferenz: Gremium für die Gesundheitspolitik der Länder
Leitantrag 2025: Stärkung der Prävention und GesundheitsförderungGesundheitsziele für Deutschland: von gesundheitsziele.de,
10 nationale Gesundheitsziele sind bisher erstellt.Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V (BVPG):
Dachverband für „Prävention und Gesundheitsförderung“ seit 1954 mit Mitgliedsorganisationen
BVPG-Stellungnahme: „Policy Paper“ 2025: »Herausforderungen und Chancen zur Weiterentwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung in der 21. Legislaturperiode«Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit(seit 2003 im Auftrag des BMG)
mit Praxisdatenbank: Übersicht zu Angeboten der Gesundheitsförderung und PräventionNationale Präventionskonferenz (NPK) (durch das Präventionsgesetz seit 2015 initiiert)
- Nationale Präventionsstrategie
- Bundesrahmenempfehlungen (2018) (als PDF-Datei)
- Präventionsforum als jährliches Beratungsgremium
- 4-jährige Präventionsberichte: 1. Präventionsbericht 2019, 2.Präventionsbericht 2023
Präventionsgesetz (PrävG): „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ für nationale Aufgaben der Gesundheitsförderung und Prävention: primär Aufgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung, im SGB V § 20: „Primäre Prävention und Gesundheitsförderung“, und in weiteren ‚Büchern‘ des SGB
Wissenschaftsrat (Beratungsgremium für die Bundesregierung) Positionspapier 2026: "Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft
Sozialversicherungssysteme
Das Handlungsfeld „Gesundheitsförderung und Prävention“ ist primär den Sozialversicherungssystemen zugeordnet, verstärkt durch das Präventionsgesetz.
a) Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Zentrale Aufgaben (SGB V § 1):
„die Gesundheit der Versicherten erhalten, wiederherstellen oder ihren Gesundheitszustand bessern“
Versicherte in gesundheitliche Eigenkompetenz und Eigenverantwortung fördern:sie sollen durch gesundheitsbewusste Lebensführung, frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden.
- Versicherten durch Aufklärung, Beratung und Leistungen helfen sowie auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.“
Aufgaben (SGB V § 20, Abs. 1): Leistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken (primäre Prävention) und zur Förderung des selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handelns, insbesondere zur Verminderung sozial bedingter und geschlechtsbezogener Ungleichheit von Gesundheitschancen beitragen, kind- und jugendspezifische Belange berücksichtigen
Leistungen der Krankenkassen (§ 20, Abs. 4):
zur verhaltensbezogenen Prävention bzw. personzentrierten Gesundheitsförderung;
- zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten
- zur Gesundheitsförderung in Betrieben (betriebliche Gesundheitsförderung
GKV-Spitzenverband für gemeinsame Aufgaben aller gesetzlichen Krankenkassen.
Informationen zur Prävention und Gesundheitsförderung z.B. über
- Prävention, Selbsthilfe, Beratung,
- Prävention und Betriebliche Gesundheitsförderung,
- Leitfaden Prävention als maßgebliche Interpretation zum Präventionsgesetz,
- GKV-Bündnis für Gesundheit für Gesundheitsförderung in Lebenswelten.
Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) zur Prüfung von Präventionsangeboten sowie zur Kompetenzprüfung von Kursleitungen
Datenbank der ZPP zur Suche nach zertifizierten Präventionsangeboten
GKV-Positionspapier: "Gesundheitsförderung und Prävention gesamtgesellschaftlich stärken"
Pflegeversicherung: eigenständiger Zweig der Sozialversicherung, von der GKV mitverwaltet.
Private Kranken- und Pflegeversicherungen: Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV)
b) Gesetzliche Rentenversicherung (GRV)
Deutsche Rentenversicherung (DRV) als Zentralstelle der Rentenversicherung und Dachverband der nach Bundesländern gegliederten Rentenversicherungsträger.
Angebot der DRV: Gesundheitstraining in der medizinischen Rehabilitation
Besonders wichtig: Curriculum Generische Selbstmanagementmodule (SelMa)
c) Gesetzliche Unfallversicherung (GUV)
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) als Spitzenverband vieler Unfallkassen
Prävention der Unfallkassen:
- Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren verhindern
- für Erste Hilfe sorgen
- Sicherheit und Gesundheit für Berufs- und Ehrenamtstätigkeiten gewährleisten.
Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) als Plattform von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern
d) Arbeitsverwaltung und Arbeitsförderung
Leistungen, um individuelle Beschäftigungsfähigkeit zu fördern,
auch zur beruflichen Rehabilitation trotz gesundheitlicher Einschränkungen.
Bundesagentur für Arbeit (BA): Spitzenorganisation für Arbeitsämter der Länder und Kommunen, mit Information zu beruflicher Rehabilitation.
Politik der Länder
Länder gestalten Politik für Gesundheit, Gesundheitsförderung und Prävention, Soziales, Bildung und Umwelt durch eigene Ministerien.
Gesundheitsministerkonferenz (GMK) als Gremium der Gesundheitsministerien der Länder
Landesorganisationen zur Gesundheitsförderung und Prävention:
Landesgesundheitsämter als Teil des ÖGD, als Fachbehörden für gesundheitsförderliche und präventive Vernetzung, Beratung und Weiterbildung
Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung und Prävention aus relevanten Gruppierungen und Institutionen auf Landesebene, Webseite Landesvereinigungen der BVPG
Landesgesundheitskonferenzen mit Institutionen im Gesundheitswesen
d) Kommunalverwaltungen und kommunale Gesundheitsförderung
Kommunalverwaltungen mit zentralen Aufgaben für die Gesundheitsförderung
Gemeinden, Städte und Landkreise sind wesentliche soziale Systeme zur Gestaltung einer bürgernahen, koordinierten, integrierten Gesundheitsförderung, Prävention, Selbsthilfe-Unterstützung, zusammen mit einer Gesundheitsversorgung durch Netzwerke von Gesundheitsdiensten.
Kommunale Organisationen zu Gesundheitsförderung und Prävention sind z.B.:
- kommunale Gesundheitsämter des ÖGD, oft mit sozialpsychiatrischen Diensten
- Familienzentren
- Beratungsstellen für Familien, Kinder und Jugendliche
- kommunale Gesundheitskonferenzen
- Selbsthilfe-Kontaktstellen
Gesunde Städte-Netzwerk für Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden
Deutscher Städte- und Gemeindebund: "Nachhaltige Chancen für Städte und Gemeinden in der Gesundheitsförderung und Prävention"
- Gesundheitsförderung in der Kommune
- Kommunales Förderprogramm – Gesundheitsförderung und Prävention für vulnerable Zielgruppen
Kommunaler Partnerprozess „Gesundheit für alle“ (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
Gesundheitsförderung für Personen
In dieser Website:
- Personzentrierte Gesundheitsförderung
- Prävention in der Gesetzlichen Krankenversicherung (für Verhaltensprävention)
a) Präventionsgesetz und „Leitfaden Prävention“
Leistungen zur (individuellen) verhaltensbezogenen Prävention:
Menschen „motivieren und befähigen, Möglichkeiten einer gesunden Lebensführung auszuschöpfen und Erkrankungen vorzubeugen“.Leistungen als Gruppenangebote (Präventionskurse) in Präsenz und als Maßnahmen mit digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT-Kurse).
Handlungsfelder:
- Bewegungsgewohnheiten
- Ernährung
- Multimodales Stress- und Ressourcenmanagement
- Förderung von Entspannung und Erholung:
- Entspannungstrainings (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training),
- asiatische achtsame Bewegungsformen (Hatha Yoga, Tai Chi, QiGong),
- Förderung gesunden Schlafes
- Suchtmittelkonsum: Nichtrauchen fördern, Alkoholkonsum reduzieren
Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) prüft Präventionskurse auf Qualität sowie Kursleitungsqualifikationen von durchführenden Personen.
(Kursleitungs-Qualifikationen für Leistungen zur individuellen verhaltensbezogenen Prävention)
Suche nach Präventionskurse der GKV: "Finden Sie den passenden Gesundheitskurs"
b) Psychische Gesundheit durch „Stress- und Ressourcenmanagement“ fördern
Im „Leitfaden Prävention“ sind fürs Präventionsprinzip „Multimodales Stress- und Ressourcenmanagement“ wichtige psychologische Kompetenzen zur Bewältigung von akuten Belastungssituationen bzw. wichtige Merkmale psychischer Gesundheit genannt:
Selbstmanagement-Kompetenz für selbstgesteuertes zielgerichtetes Handeln, für systematisches Problemlösen, Zeitmanagement und persönliche Arbeitsorganisation
- sozialkommunikative Fähigkeiten
- soziale Unterstützung nutzen
- Selbstbehauptungsverhalten, Ressourcen für Arbeit und Privatleben aktivieren
- „Selbstmitgefühl“ und „Selbstfürsorge“
- Achtsamkeit und Einüben von achtsamkeitsbasierten Verfahren, z. B. Meditation
- kognitive Flexibilität:
auf veränderte Umweltbedingungen flexibel im Denken und Handeln reagieren,
unangenehme Situationen und Emotionen positiv (um-)bewerten oder akzeptieren;
- übergreifende positive gesundheitsbezogene Überzeugungen und Resilienzfaktoren:
- Selbstwirksamkeitserwartung
- gedankliche Distanzierungsfähigkeit
- Erleben positiver Emotionen
- Selbstwertgefühl
- Entwicklung persönlicher Sinn-, Wert- und Zielorientierungen
- Kohärenzsinn, …
- Entspannung als Reduzierung anhaltender Anspannung durch
- Entspannungstrainings: Progressive Relaxation, Autogenes Training,
- asiatische achtsame Bewegungsformen: Hatha-Yoga, Tai-Chi, Qigong,
- gesunder Schlaf
c) Gesundheitstraining in der medizinischen Rehabilitation für chronische Erkrankungen
DRV: Gesundheitstraining in der medizinischen Rehabilitation als Patientenschulung für Menschen mit chronischen Erkrankungen
mit Curriculum Generische Selbstmanagementmodule (SelMa):
Selbstmanagementkompetenzen als Fähigkeit, eine chronische Erkrankung mit den Folgen im Alltag aktiv für eine möglichst hohe Lebensqualität zu bewältigen:
- persönliche Ziele klären und passende Ziele wählen,
- Wege und Handlungen zu den Zielen planen und gestalten,
- mögliche Schwierigkeiten auf den Wegen bedenken,
- eigene Fortschritte möglichst überprüfen,
- eventuell eigene Ziele und zielorientiertes Handeln neu anpassen.
d) Gesundheitskompetenz
BMG über Gesundheitskompetenz: „‘Gesundheitskompetenz‘ umfasst das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten von Menschen, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und im Alltag anzuwenden.“
„Allianz für Gesundheitskompetenz“ mit Nationalem Aktionsplan Gesundheitskompetenz, vom Deutschen Netzwerk Gesundheitskompetenz e.V. (DNGK) weitergeführt
ÖGD: Webseite Gesundheitskompetenz, etwas weitgehender verstanden
e) Lebenskompetenzen
Lebenskompetenzen als Fähigkeiten, „mit den Herausforderungen des täglichen Lebens erfolgreich umzugehen“ (Weinrich 2026).
Lebenskompetenzen bei Kindern und Jugendlichen fördern: „allgemeine personale und interpersonale Kompetenzen wie Selbstsicherheit, Kommunikations- und Problemlösefähigkeiten“ – als „Herzstück eines umfassenden Präventions- und Entwicklungsförderungskonzepts in Bildungseinrichtungen“, insbesondere in Kitas und Schulen.
Gesundheitsförderung für Lebenswelten
a) Präventionsgesetz und „Leitfaden Prävention“
Lebensweltensind „für die Gesundheit bedeutsame, abgrenzbare soziale Systeme insbesondere des Wohnens, des Lernens, des Studierens, der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der Freizeitgestaltung einschließlich des Sports“:
- Kommunen (Quartiere, Städte, Landkreise und Gemeinden sowie der ländliche Raum),
- Kindergärten/Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen,
- Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen,
- stationäre Einrichtungen der Jugendhilfe,
- Jugend-, Frauen- und Seniorenzentren,
- Vereine und andere Einrichtungen der Freizeitgestaltung.
Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten zielen an:
- Gesundheitspotenziale und -risiken von Menschen in der einer Lebenswelt ermitteln,
- Prozess geplanter organisatorischer Veränderungen anregen und unterstützen,
- möglichst die Betroffenen (Partizipation) und die Verantwortlichen für die jeweilige Lebenswelt direkt und kontinuierlich beteiligen,
- Interventionen für Rahmenbedingungen in der Lebenswelt und für individuelles gesundheitsbezogenes Verhalten miteinander verknüpfen,
- Gesundheitsförderung als Lernzyklus für langfristige positive Wirkungen konzipieren.
Mit gesundheitsfördernden und präventiven Leistungen in Lebenswelten lassen sich auch gesundheitlichen Bedingungen in Familien positiv beeinflussen.
Kommunen umfassen meist die übrigen genannten Lebenswelten und haben politische Gestaltungskompetenz zur Gesundheitsförderung in ihren Lebenswelten.
Gesundheitsförderung in Lebenswelten zielt auch an, gesundheitliche Chancengerechtigkeit zu fördern. Menschen und Gruppen, die in sozial benachteiligenden Bedingungen leben, werden in Lebenswelten besser erreicht als durch Angebote individueller verhaltensbezogener Prävention.
b) Aktivitäten der Krankenkassen
Krankenkassen initiieren, unterstützen und begleiten Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekte und -programme in einer konkreten Lebenswelt, wenn die Träger des jeweiligen sozialen Systems zustimmen und sich selbst für lebensweltbezogene Leistungen engagieren.
Krankenkassen unterstützen
- durch angestellte oder beauftragte Fachkräfte (mit relevantem Studienabschluss),
- durch nach einem spezifischen Multiplikatoren-Schulungskonzept geschulte Fachkräfte oder andere Personen aus der Lebenswelt/Zielgruppe („Peers“),
- durch qualitätsgesicherte Konzepte und Programme,
- mit finanziellen Mitteln, zeitlich befristet, als Hilfe zur Selbsthilfe.
Krankenkassen können eigene Konzepte, Projekte und Programme entwickeln, erproben, umsetzen und evaluieren. Sie können mit geeigneten Fachkräften und -institutionen, wie z. B. Universitäten und gemeinnützigen Vereinen, kooperieren und sie zur Umsetzung beauftragen.
Ein Gesundheitsförderungsprozess für Lebenswelten umfasst folgende Elemente:
- Vorbereitungsphase
- Nutzung und Aufbau von Strukturen
- Partizipation: Menschen aus der Zielgruppe und aus der Leitungsebene an Prozessschritten beteiligen
- Analyse: Bedarfsermittlung für vorhandene gesundheitliche Risiken und Potenziale
- Zielsetzung aus der Analyse ableiten
- Maßnahmen planen, um gesundheitsrelevante Verhältnisse und Verhaltensweisen zu verbessern
- Unterstützung bei der Umsetzung
- Evaluation
Mögliche Leistungen der Krankenkassen zur Gesundheitsförderung in Lebenswelten sind:
- Unterstützung bei Bedarfsermittlung und Zielentwicklung
- Moderation und Projektmanagement
- Beratung zur verhältnispräventiven Umgestaltung
- Fortbildung von Multiplikatoren (Fachkräfte, Personen aus der Lebenswelt/Zielgruppe, ehrenamtlich tätige Personen) zu Prävention und Gesundheitsförderung
- Planung und Umsetzung verhaltenspräventiver Maßnahmen (Information, Motivation und Kompetenzvermittlung)
- Dokumentation, Evaluation, Qualitätssicherung
- Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit
- Förderung von Vernetzungsprozessen
c) GKV-Bündnis für Gesundheit
GKV-Bündnis für Gesundheit für Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten:
Unterstützung von Selbsthilfegruppen
In Selbsthilfegruppen helfen sich Menschen mit gemeinsamen Problemen gegenseitig, Probleme zu bewältigen.
Selbsthilfegruppen gibt es z.B. für Suchterkrankungen, Behinderungen, chronische Erkrankungen, psychische und soziale Probleme.
a) Organisationen der Selbsthilfegruppen
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG) als Fachverband,
um Selbsthilfegruppen und Menschen, die Selbsthilfegruppen suchen, zu unterstützen.
Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) als bundeszentrale Fachinstanz und Kontaktstelle für gemeinschaftliche Selbsthilfe in Deutschland
Viele örtliche Selbsthilfekontaktstellen (meist in Landkreisen) zur Selbsthilfeunterstützung
b) Präventionsgesetz und „Leitfaden Prävention“
Die Selbsthilfeförderung bzw. Unterstützung von Selbsthilfegruppen ist durch das Präventionsgesetz eine Aufgabe der Krankenkassen.
Familienpolitik, auch für Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendhilfe-Recht (SGB VIII): „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ (§ 1, Abs. 1) Das Recht „auf Förderung von Entwicklung“ umfasst auch das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Förderung ihrer Gesundheit als Möglichkeit, körperlich, psychisch und sozial Wohlbefinden zu erleben.
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (bmbfsfj):
Ausgewählte Informationen des BMBFSFJ:
- Familienportal: „Informationen rund um die Familie“
- Familienpolitik
- Kinder- und Jugendgesundheit
- Kinder- und Jugendgesundheit: Mentale Gesundheit
- Nationaler Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ mit dem Ziel: Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen wirksam bekämpfen
- Hilfen im Netz: Hilfe für Kinder und Jugendliche bei sucht- oder psychisch kranken Eltern
Portal gesund.bund.de des BMG informiert unter „Gesund leben“ zu Gesund aufwachsen.
Nationales Zentrum Frühe Hilfen: Frühe Hilfen für Familien mit Kindern bis drei Jahre
Kommunale Familienzentren als Angelpunkte zur Gesundheitsförderung für Kinder, Jugendliche und Familien.
Bundesverband der Familienzentren e.V.
- Positionspapier 2018, Grundsatzpapier 2026
- Bericht: Familienbildung und Familienberatung in Deutschland – eine Bestandsaufnahme. Prognos 2021
Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Familien lassen sich bundesweit bei folgenden Verbänden suchen:
Passende Aufsätze aus den Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Backes, J. & Paul, M. (2025). Frühe Hilfen.
- Richter-Kornweitz, A. & Kruse, C. (2023). Gesundheitsförderung im Kindesalter.
- Richter-Kornweitz, A. & Kruse, C. (2024). Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen.
- Paulus, P. & Dadaczynski, K. (2024). Gesundheitsförderung und Schule
- Jungmann, T. (2024). Kinderschutz und Prävention ‒ Gesundheitsförderung
- Richter-Kornweitz, A. & Holz, G. (2023). Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
- Weichold, K. (2024). Lebenskompetenzen und Kompetenzförderung
Grüne Liste Prävention: evaluierte Maßnahmen für ein gesundes und sicheres Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen
Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen
(Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
Kinder- und Jugend-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen (NRW) - Überblick über Programme zur Gesundheitsförderung in NRW
clever.gesund - Das Gesundheitsportal für Kinder und Jugendliche - Informations- und Lernplattform von Helmholtz Munich, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Initiative Kinder ohne Alkohol und Nikotin
Arbeitspolitik
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Arbeit durch Arbeitsschutzmaßnahmen (§ 1, Abs. 1), zur Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie zur menschengerechten Arbeitsgestaltung (§ 2, Abs. 1).
Arbeitsgefährdungen sind zu beurteilen, auch zu "psychischen Belastungen bei der Arbeit".
Dafür haben Arbeitgeber gemäß dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) Fachkräfte einzusetzen.
Gesetzliche Unfallversicherung für Aufgaben des Arbeitsschutzes
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) als Spitzenverband der Unfallkassen.
Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA): als Plattform von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern; um das Arbeitsschutzsystem in Deutschland kontinuierlich zu modernisieren und Betriebe anzuregen, Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten weiter zu stärken.
Nationale Arbeitsschutzkonferenz (NAK) als Gremium für die Gemeinsame Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA)
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Informationen „Arbeit > Arbeitsschutz > Gesundheit am Arbeitsplatz“:„Psychische Gesundheit“:
„Psychische Gesundheit ist eine unverzichtbare Grundlage für das Wohlbefinden und die Motivation von Mitarbeitenden – und damit auch für den Unternehmenserfolg. Gut gestaltete Arbeitsbedingungen können einen entscheidenden Unterschied machen“.
Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA): Information „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz“.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Forschungseinrichtung für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie für menschengerechte Arbeitsgestaltung
Information: „Prävention“: „Gesundheit fördern, arbeitsbedingte Erkrankungen abwenden“.
2017 "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt - Wissenschaftliche Standortbestimmung"
Portal gesund.bund.de des BMG informiert unter „Gesund leben“ über:
- Gesund leben: Gesund am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
- Gesund leben: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
- Gesund leben: Maßnahmen für Gesundheit am Arbeitsplatz
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Hartung, S. & Faller, G. (2025). Betriebliche Gesundheitsförderung
Im BDP informiert die Sektion Gesundheits- und Umweltpsychologie:
Betriebliche Gesundheitsförderung als Aufgabe der Krankenkassen im „Leitfaden Prävention“: Arbeitsorganisationen mit den in ihnen arbeitenden Menschen können durch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung für gesunde Arbeitsbedingungen unterstützt werden.
Betriebliche Gesundheitsförderung – eine psychologische Herausforderung: Andreas Wenzel als Psychologe und Leiter der betrieblichen Gesundheitsförderung bei der AOK Sachsen im Jahr 2000
Prozessbegleitung betrieblicher Gesundheitsförderung im Auftrag der Krankenkassen durch Fachkräfte mit staatlich anerkanntem Berufs- oder Studienabschluss, mit Kenntnissen und Fähigkeiten in Public Health bzw. betrieblicher Gesundheitsförderung, besondere zu Organisationsentwicklung, Organisationsberatung sowie Prozess- und Projektmanagement, eventuell auch mit Systemkenntnissen der gesetzlichen Zuständigkeiten in der arbeitsweltbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention, mit Kenntnissen über gemeinsam abgestimmte Vorgehensweisen der Sozialleistungsträger.
Fachkräfte sind bei den Krankenkassen angestellt oder von den Krankenkassen mit Teilelementen der betrieblichen Gesundheitsförderung beauftragt.
GKV-Bündnis für Gesundheit: teamw()rk für Gesundheit und Arbeit
Landwirtschaftspolitik
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)
Information zu „Ausgewogene Ernährung“
Nationalen Aktionsplan "IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" (von BMLEH und BMG) mit „66 Tipps für ein genussvolles und aktives Leben“.
Umweltpolitik
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
Themenportale: Gesundheit und Gesundheit im Klimawandel
Robert-Koch-Institut: Sachstandsbericht Klimawandel und Gesundheit (2023)
Klima und gesundheitliche Chancengleichheit (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) als Netzwerk aus Fachleuten, wissenschaftlichen Einrichtungen und zahlreichen weiteren Akteuren des Gesundheitssektors. „KLUG macht auf die weitreichenden Folgen der Klima- und Umweltkrise für die Gesundheit aufmerksam und befähigt insbesondere Menschen aus Gesundheitsberufen, die notwendige Transformation hin zu einer klimagerechten Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Malsch, A.K.F. (2025). Umweltbezogene Gesundheitsförderung
- Herrmann, A. & Eichinger, M. (2022). Klimawandel und Gesundheitsförderung
Forschungspolitik
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Themenportal Gesundheit, auch zu „Öffentliche Gesundheit“ mit dem Forschungsziel „Selbstbestimmt leben und möglichst gesund alt werden“ sowie das
Fachportal Gesundheitsforschung „Forschen für ein gesundes Leben“
Entwicklungspolitik
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Themenprotal „Globale Gesundheit“, darin u.a. zu:
Public Health "ist die Wissenschaft und die Praxis zur Verhinderung von Krankheiten, zur Verlängerung des Lebens und zur Förderung von physischer und psychischer Gesundheit unter Berücksichtigung einer gerechten Verteilung und einer effizienten Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Maßnahmen von Public Health zielen primär auf die Gesunderhaltung der Bevölkerung und ihrer Subgruppen." (Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. - Überblick)
Gesundheitswissenschaften (Wikipedia): Gesundheitswissenschaften befassen sich interdisziplinär mit biopsychosozialen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit, und zwar theoretisch, empirisch und anwendungsbezogen.
Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. (DGPH)
- Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention der DGPH
- Fachbereich Gesundheit und Arbeit der DGPH
- Fachbereich Public Mental Health der DGPH
- Gesundheitspsychologie und Public Health – Beiträge der Psychologie im gesundheitswissenschaftlichen Studium (Petra Kolip) (PDF-Datei)
Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs)
- Fachgruppe Gesundheitspsychologie der DGPs
Universität Bielefeld: Fakultät Gesundheitswissenschaften
- Arbeitsgruppe 4: Prävention und Gesundheitsförderung
- Gesundheitspsychologie und Public Health – Beiträge der Psychologie im gesundheitswissenschaftlichen Studium (Petra Kolip) (PDF-Datei)
Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG):
- Forschungsprogramm "Psychische Gesundheit stärken, Krankheitslast reduzieren"
- Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Urban Mental Health (UMH)
Wissenschaftsrat 2026: Positionspapier "Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft":
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt:
- Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung
mit Handlungsfeld 1: Forschungsförderung – Krankheiten vorbeugen und heilen - Gesundheit
- Öffentliche Gesundheit: Public Health-Forschung
- Fachportal Gesundheitsforschung
Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit
mit Wissen PräventionAssmann-Stiftung für Prävention: Förderung von Wissenschaft und Forschung und des öffentlichen Gesundheitswesens im Bereich der Prävention.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention:
- Nowak, A. C., Kolip, P. & Razum, O. (2022). Gesundheitswissenschaften / Public Health.
- Röding, D. & Walter, U. (2022). Forschung zur Gesundheitsförderung
Gesundheitswesen als ‚Krankheits‘-wesen
Das Grundgesetz benennt in Artikel 2 zwei Grundrechte auf „auf freie Entfaltung der Persönlichkeit“ und „auf Leben und körperliche Unversehrtheit“; es versteht ‚Gesundheit‘ implizit als Schutz vor Krankheit und als ‚Abwesenheit von Krankheit“.
Das Gesundheitswesen regelt fast nur krankheitsbezogene Prozesse, als ein ‚Krankheits‘-wesen. Der Begriff ‚Prävention‘ ist krankheitsorientiert (z.B. "Präventionsgesetz"); oft heißt es ‚Prävention und Gesundheitsförderung‘.
Strukturen für die ‚Krankheits‘-Versorgung
a) Ambulanter Versorgungsbereich
Der ambulante Versorgungsbereich umfasst Einrichtungen und Praxen von meist freiberuflich tätigen Heilberufen, die Dienstleistungen zur Diagnostik und Behandlung bzw. Therapie von Erkrankungen durchführen.
Die approbierten Heilberufe der Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen leisten aus ihrer Fachkompetenz eigenverantwortlich krankheitsbezogene Dienstleistungen. Sie ‚verordnen‘ krankheitsbezogene Dienstleistungen, die von ‚weiteren Heilberufen‘ durchgeführt werden.
Die approbierten Heilberufe organisieren sich in Heilberufe-Kammern.
Kassenärztliche Vereinigungen organisieren ihnen zugeordnete ambulante Versorgungsbereiche, u.a. die Zulassung von approbierten Heilberufen und finanzielle Honorierungen ihrer Dienstleistungen im Auftrag der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist der Dachverband der Kassenärztlichen Vereinigungen in den Bundesländern.
Die Krankenkassen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanzieren für die bei ihnen versicherten Personen – ca. 90% der Bevölkerung – den Kassenärztlichen Vereinigungen die Honorierungen der Heilberufe.
Private Krankenversicherungen incl. der staatlichen Beihilfe für beamtete Berufe erstatten den bei ihnen versicherten Personen die Kosten für Honorarrechnungen der Heilberufe,
b) Stationäre Versorgung
Die stationäre Versorgung erkrankter Patienten erfolgt in Krankenhäusern und Kliniken.
In Krankenhäusern/Kliniken führen approbierte Heilberufe, meist angestellt, krankheitsbezogenen Dienstleistungen durch, unterstützt von Krankenpfleger*innen und weiteren Heilberufen.
Leistungen der stationären Versorgung werden von den gesetzlichen Krankenkassen und den privaten Krankenversicherungen finanziert.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger.
c) Apotheken
In Apotheken werden Arzneimittel bzw. Medikamente gelagert, hergestellt, geprüft und verkauft. Apotheker*innen betreiben als approbierte Heilberufe meist freiberuflich Apotheken.
Sie beraten auch Menschen in Bezug auf die Anwendung von Medikamenten.
d) Rehabilitation
Rehabilitation umfasst heilberufliche, soziale und berufliche Maßnahmen für Menschen, die von Krankheit, Verletzung oder Behinderung betroffen sind, damit sie Krankheits- und Behinderungsfolgen besser bewältigen und selbstständig den sozialen und beruflichen Alltag gestalten.
Diese Maßnahmen werden ambulant in Reha-Einrichtungen oder stationär in Reha-Kliniken von Heilberufen und anderen entsprechend qualifizierten Berufstätigen durchgeführt.
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) übernimmt meist die Finanzierung.
Prävention
Prävention bezeichnet alle Maßnahmen zur Vorbeugung, Vermeidung, Verringerung/Abschwächung von Krankheiten. Sie beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis von Risikofaktoren für epidemiologisch bedeutsamen Erkrankungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, orthopädische, neurologische und psychische Erkrankungen.
Primäre Prävention zielt auf die Vorbeugung von Erkrankungen und Verminderung von entsprechenden Risikofaktoren. Dazu gehören auch Impfungen.
Sie gehört auch zum Aufgabenbereich der ambulanten Versorgung.Sekundäre Prävention zielt auf Früherkennung von Krankheiten.
Sie gehört auch zum Aufgabenbereich der ambulanten Versorgung.Tertiäre Prävention bezieht sich auf eine bestehende, meist chronische Erkrankung und zielt auf die Minderung von Krankheitsfolgen. Sie ist sozusagen Teil der Rehabilitation.
Förderung psychischer Gesundheit in Europa
Die Sektion unterstützt den Prozess in Europa (der EU und der WHO für Europa) zur Förderung der psychischen Gesundheit ("Mental Health Promotion and Prevention") und arbeitet an aktiven Beiträgen des BDP mit.
"Ein umfassender Ansatz in Bezug auf psychische Gesundheit" - Initiative der Europäischen Kommission, 2023 mit "Aufforderung zur Stellungnahme"
und Antwort der EFPA
Wissensportal zur Gesundheitsförderung und Prävention von Krankheiten der Europäischen Kommission
Seit 1997: In der EU Behandlung des Themas "Mental Health" in der Gesundheitspolitik und weiteren Politikbereichen durch Projekte und politische Maßnahmen
2001 Weltgesundheitsorganisation (WHO): Weltgesundheitstag “Psychische Gesundheit erhalten und wiederherstellen”
2005 WHO für Europa: Europäische Ministerielle WHO-Konferenz Psychische Gesundheit
- Europäische Erklärung zur psychischen Gesundheit: Herausforderungen annehmen, Lösungen schaffen
"Psychische Gesundheit und psychisches Wohlergehen sind grundlegend für die Lebensqualität des einzelnen Menschen sowie von Familien, Gemeinschaften und Nationen. Sie ermöglicht es den Menschen, ihr Leben als sinnvoll zu erfahren und sich als kreative und aktive Bürger zu betätigen. Das primäre Ziel der Aktivitäten im Bereich psychische Gesundheit ist, das Wohlbefinden und Wirken der Menschen zu stärken und dazu auf ihre Stärken und Möglichkeiten zu setzen, ihre Resilienz zu steigern und äußere schützende Faktoren zu fördern."
2005 Europäische Kommission (EU-Kommission): „Grünbuch - Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern - Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union“, Initiierung eines öffentlichen Konsultationsprozesses
- Stellungnahme des BDP zum Grünbuch
- Stellungnahme von Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer.
2005 Projektbericht „Mental health promotion and Mental Disorder Prevention - A policy for Europe” veröffentlicht.
2004 - 2006 “European Mental Health Implementation Projekt” (EMIP-Projekt)
2006 EU-Kommission: Bericht „Mental health promotion and Mental Disorder Prevention across European Member States: a collection of country stories Prevention”
2010 European Pact for Mental Health and Wellbeing
2019 Joint-statement on mental health for the EU Health Policy Platform
- Europäische Erklärung zur psychischen Gesundheit: Herausforderungen annehmen, Lösungen schaffen
2004 - 2006 Moderation des EMIP-Projektes durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), dem Bundesarbeitsministerium angeschlossen
Deutsches Netzwerk für Psychische Gesundheit (GNMH) als koordinierendes Netzwerk für nationale Beiträge zum europäischen Prozess der Förderung psychischer Gesundheit.
2006 Vertreter der Fachbereichsleitung nahmen an Arbeitssitzungen des EMIP-Projektes teil.
2006 Stellungnahme des BDP zum Grünbuch "Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern - Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union"
2006 "Psychische Gesundheit fördern – Grundgedanken" - Beiträge des Fachbereichs Gesundheitspsychologie zur europäischen Strategie "Mental Health Promotion" (PDF-Text)
Politik "Umwelt und Gesundheit"
Institutionen und Dokumente der nationalen Politik für Prävention und Gesundheitsförderung, Beiträge von Psychologinnen und Psychologen, Kommentierungen aus der Sektion GUS (Fachbereich Umweltpsychologie)
Aktionsprogramm "Umwelt und Gesundheit" (auch eigene Website APUG) der Bundesregierung seit 1999, Umweltbundesamt
Botschaft: "Umwelt und Gesundheit gehören zusammen – Umweltschutz ist nachhaltige Gesundheitsvorsorge!"
Das Aktionsprogramm vernetzt die Politikbereiche Umwelt-, Gesundheit- und Verbraucherschutz auf Ebene der beteiligten Ministerien und Bundesoberbehörden.
"Konzept Nachhaltigkeit - Vom Leitbild zur Umsetzung”, Abschlußbericht der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt - Ziele und Rahmenbedingungen einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung" (1998)