Politik für Gesundheit und Umwelt
Politik für Gesundheit und Umwelt - Beiträge der Sektion
Die Sektion will mit den Fachbereichen Gesundheits - und Umweltpsychologie die Gesundheits - und Umweltpolitik zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen positiv beeinflussen. Sie ist dazu in den nachfolgend genannten Bereichen aktiv.
Die Sektion will
- für die Gesundheits- und Umweltpolitik politische Prozesse mit psychologischem Know-how beeinflussen,
- den gesellschaftlichen Wert der Gesundheits- und Umweltpsychologie verdeutlichen sowie
- Berufschancen und Berufstätigkeiten von Psychologinnen und Psychologen für die Gesundheits- und Umweltpolitik fördern.
Aktivitätsfelder in der Gesundheits- und Umweltpolitik
Nationale Politik für Gesundheitsförderung
- Politische Leitlinien
a) Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe - in der Gesundheitspolitik
In der deutschen Politik wird Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe im Sinne der WHO und ihrer Ottawa-Charta betrachtet.
Für die Bundesregierung übernimmt die Gesundheitspolitik als leitendes Ressort die Aufgabe der Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe.
Bundesgesundheitsministerium (BMG):
- Nationale Präventions-Initiative „In Zukunft gesünder“ (2025); Zielsetzungen: mehr Koooperation für Gesundheitsförderung mit: maßgeblichen Akteuren auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene, Nationaler Präventionskonferenz, Praxis der Gesundheitsversorgung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und anderen Politikbereichen. ,
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Fachbehörde des BMG für Aufgaben der Gesundheitsförderung und Prävention (seit 2025 als Nachfolge der BZgA)
Präventionsgesetz (PrävG) und Folgen:
- Nationale Präventionskonferenz (NPK)
mit Nationaler Präventionsstrategie
und Bundesrahmenempfehlungen (2018) (als PDF-Datei), - Präventionsforum
- Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes
Zentrale Prüfstelle Prävention zur Prüfung von Präventionsangeboten und Kompetenzprüfung von Kursleitungen.
Aufgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung gemäß SGB V: § 1 „Solidarität und Eigenverantwortung":
„Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Das umfasst auch die Förderung der gesundheitlichen Eigenkompetenz und Eigenverantwortung der Versicherten. Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewußte Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden. Die Krankenkassen haben den Versicherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und unter Berücksichtigung von geschlechts-, alters- und behinderungsspezifischen Besonderheiten auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.“Die Gesundheitsministerkonferenz beschloss 2025 einen Leitantrag Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung: Gesundheitliche Chancengerechtigkeit fördern, Gesundheit in allen und für alle Politikbereiche, Kommunale Gesundheitsförderung stärken, Präventionsgesetz weiterentwickeln für mehr Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, mehr Forschung für Wirkungen komplexer Interventionen.
Öffentlicher Gesundheitsdienst: Bundesebene: BIÖG; Landesebene: Landesgesundheitsämter; kommunale Ebene: Gesundheitsämter
mit Webseite GesundheitskompetenzGesundheitsziele für Deutschland sind von gesundheitsziele.de (Kooperationsverbund zur Weiterentwicklung nationaler Gesundheitsziele) erstellt un weitereintwickelt. 10 nationale Gesundheitsziele sind bisher erstellt.
Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V (BVPG) besteht seit 1954 als Dachverband für „Prävention und Gesundheitsförderung“ mit gegenwärtig 136 Mitgliedsorganisationen (mit dem BDP als Mitgliedsorganisation).
b) Offizielle Stellungnahmen zur Weiterentwicklung von Gesundheitsförderung
Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V (BVPG): Policy Paper 2025: »Herausforderungen und Chancen zur Weiterentwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung in der 21. Legislaturperiode«
Wissenschaftsrat 2026: Positionspapier "Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft":
„Mehr und wirksamere gesundheitliche Prävention ist ein zentraler Schlüssel, um gesellschaftliches und individuelles Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung zu steigern, die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern und die Wirtschaftskraft zu stärken.“ (S. 5)
„Umfassendere wissenschaftliche Erkenntnisse zu Faktoren, die Gesundheit und Krankheitsvermeidung beeinflussen, sowie deren Vermittlung in die Versorgungspraxis können maßgeblich dazu beitragen, die systemische Umorientierung auf Prävention und Gesundheitsförderung als tragende Säulen des Gesundheitssystems zu unterstützen. Dabei kann Prävention mittel- bis langfristig Ressourcen schonen – kurzfristig erfordert sie Investitionen.“ (S. 5)GKV-Positionspapier 2026: "Gesundheitsförderung und Prävention gesamtgesellschaftlich stärken"
c) Probleme in der Realisierung der Leitlinie aus der Gesundheitspolitik
Das Gesundheitswesen regelt bisher fast nur krankheitsbezogene Prozesse im Sinne eines ‚Krankheits‘-wesens. Die Grundrechts-Formulierung „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (Art. 2 Abs. 2 GG) trägt vielleicht dazu bei. Der krankheitsorientierte Begriff ‚Prävention‘ gilt vorrangig (z.B. "Präventionsgesetz"); oft heißt es ‚Prävention und Gesundheitsförderung‘. Das Verständnis der Ottawa-Charta ‚Gesundheitsförderung‘ (incl. Prävention) ist kaum erwähnt.
DasPräventionsgesetz (PrävG) richtet sich primär an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV).
In der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) arbeiten die Verbände der Sozialversicherungssysteme zusammen. Politische Gremien haben (nur) beratende Funktionen.Gesundheitsförderung (und Prävention) gilt noch sehr als Aufgabe der Gesundheitspolitik, mit bisher eher wenig Kooperationen mit anderen Politikbereichen.
Kooperation mit der Arbeitspolitik gibt es für die Themen: Arbeitsschutz, psychische Gesundheit in der Arbeitswelt und Betriebliche Gesundheitsförderung (s.u.).
In der Offensive Psychische Gesundheit initiierten die Bundesministerien für Gesundheit, Familie und Arbeit beispielhafte Zusammenarbeit.d) Leitlinien für Gesundheitsförderung in weiteren Politikbereichen
Grundgesetz: Grundrecht: „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (Art. 2 Abs. 2 GG) als Schutz für die physische und psychische Gesundheit (Wikipedia: Körperliche Unversehrtheit).
Sozialgesetzbuch (SGB) für „soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit“ durch Sozialleistungen sowie soziale und erzieherische Hilfen für „ein menschenwürdiges Dasein“ (SGB I, § 1, Abs. 1)
Leistungen für 'Gesundheit' im SGB:- SGB V zur Gesetzlichen Krankenversicherung (s.o.unter a)
- SGB VI: Leistungen der Rentenversicherung (§ 9) für Prävention, medizinischen Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben und Nachsorge, um Krankheits- und Behinderungs-Auswirkungen auf Erwerbsfähigkeit vorzubeugen, entgegenzuwirken oder zu überwinden
- SGB VII: Unfallversicherung (§ 1): Prävention und Rehabilitation in Bezug auf Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren,
- SGB IX: Leistungen der Rehabilitation und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen (§ 1) zur Selbstbestimmung und zur vollen Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
- SGB XI: Soziale Pflegeversicherung: Hilfen für pflegebedürftige Menschen, die Pflegebedürftigkeit auf solidarische Unterstützung angewiesen sind.
d1) Familienpolitik
Kinder- und Jugendhilfe-Recht (SGB VIII): „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ (§ 1, Abs. 1) Das Recht „auf Förderung von Entwicklung“ umfasst auch das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Förderung ihrer Gesundheit als Möglichkeit, körperlich, psychisch und sozial Wohlbefinden zu erleben; das Recht steht also für das wichtige anerkannte Gesundheitsziel „Gesund aufwachsen“.
Nationales Zentrum "Frühe Hilfen"
d2) Arbeitspolitik
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Arbeit durch Arbeitsschutzmaßnahmen (§ 1, Abs. 1), zur Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie zur menschengerechten Arbeitsgestaltung (§ 2, Abs. 1). Arbeitsgefährdungen sind zu beurteilen, auch in Bezug auf "psychische Belastungen bei der Arbeit" (§ 5, Abs. 1 und 3). Für diese Gefährdungsbeurteilungen haben Arbeitgeber gemäß dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) Fachkräfte einzusetzen.
Das Arbeitsschutzgesetz ist für die Gesundheitsförderung in Betrieben und für Betriebliches Gesundheitsmanagement ein wichtiger Baustein.Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
d3) Umweltpolitik
One Health: "One Health ist ein kollektiver, vereinender Ansatz, der darauf abzielt, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen nachhaltig ins Gleichgewicht zu bringen und zu optimieren." (in: One Health Platform)
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Thema One Health
One Health Platform zum Aufbau einer One Health-Forschungscommunity
Bundesumweltministerium: Thema Gesundheit, Gesundheit im Klimawandel
Robert-Koch-Institut: Sachstandsbericht Klimawandel und Gesundheit (2023)
- Ansätze von Gesundheitsförderung in verschiedenen Bereichen
Übersicht mit ausgewählten Verweisen
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Blümel, S. & Plaumann, M. (2025). Akteure und Strukturen der Gesundheitsförderung und Prävention.
gesund.bund.de - verlässliche Gesundheitsinformationen, staatliches Gesundheitsportal
- Gesund leben: Psyche und Wohlbefinden
- Gesund leben: Ernährung und Bewegung
- Gesund leben: Gesund aufwachsen
- Gesund leben: Gesund am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
- Gesund leben: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
- Gesund leben: Maßnahmen für Gesundheit am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Gesund im Alter
- Gesund leben: Sucht bewältigen
Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit
- Praxisdatenbank "größte bundesweite Übersicht über Angebote und Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention"
Lilly Deutschland Stiftung: "Gesundheit weiterdenken"
Stiftung Gesundheitswisssen: Thema Prävention
Bundesstiftung für Prävention und Gesundheit im iX – Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung
Studie: Gesundheitszentren für Deutschland. 2021, Robert-Bosch-Stiftung
a) Personzentrierte Gesundheitsförderung
Der Begriff ist zutreffender als der Begriff "Verhaltensprävention".
in dieser Website:
- Personzentrierte Gesundheitsförderung
- Prävention in der Gesetzlichen Krankenversicherung (für Verhaltensprävention)
Präventionskurse der GKV - Suchportal
Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz
b) Gesundheitsförderung für Kinder, Jugendliche und Familien
Bundesverband der Familienzentren e.V.
- Grundsatzpapier 2026
- Bericht: Familienbildung und Familienberatung in Deutschland – eine Bestandsaufnahme.Prognos 2021, Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Backes, J. & Paul, M. (2025). Frühe Hilfen.
- Richter-Kornweitz, A. & Kruse, C. (2023). Gesundheitsförderung im Kindesalter.
- Richter-Kornweitz, A. & Kruse, C. (2024). Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen.
- Paulus, P. & Dadaczynski, K. (2024). Gesundheitsförderung und Schule
- Jungmann, T. (2024). Kinderschutz und Prävention ‒ Gesundheitsförderung
- Richter-Kornweitz, A. & Holz, G. (2023). Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
- Weichold, K. (2024). Lebenskompetenzen und Kompetenzförderung
Kinder- und Jugend-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen (NRW) - Überblick über Programme zur Gesundheitsförderung in NRW
clever.gesund - Das Gesundheitsportal für Kinder und Jugendliche - Informations- und Lernplattform von Helmholtz Munich, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
c) Kommunale Gesundheitsförderung
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Quilling, E., Leimann, J. & Tollmann, P. (2022). Kommunale Gesundheitsförderung.
Kommunale Gesundheitsförderung bietet viele Möglichkeiten übergreifender Kooperationen auf kommunaler Ebene: "Kommunen wird eine Schlüsselfunktion in der Gesundheitsförderung zugeschrieben, da sie selbst für die Initiierung und Koordinierung der Gesundheitsförderung verantwortlich sind."
Deutschen Städte- und Gemeindebund: "Nachhaltige Chancen für Städte und Gemeinden in der Gesundheitsförderung und Prävention"
- Gesundheitsförderung in der Kommune
- Kommunales Förderprogramm – Gesundheitsförderung und Prävention für vulnerable Zielgruppen
Kommunaler Partnerprozess „Gesundheit für alle“ (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
d) Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt
in dieser Website:
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Hartung, S. & Faller, G. (2025). Betriebliche Gesundheitsförderung
e) Umwelt und Gesundheit
Klima und gesundheitliche Chancengleichheit (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Malsch, A.K.F. (2025). Umweltbezogene Gesundheitsförderung
- Herrmann, A. & Eichinger, M. (2022). Klimawandel und Gesundheitsförderung
- Wissenschaft für Gesundheitsförderung
Public Health "ist die Wissenschaft und die Praxis zur Verhinderung von Krankheiten, zur Verlängerung des Lebens und zur Förderung von physischer und psychischer Gesundheit unter Berücksichtigung einer gerechten Verteilung und einer effizienten Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Maßnahmen von Public Health zielen primär auf die Gesunderhaltung der Bevölkerung und ihrer Subgruppen." (Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. - Überblick)
Gesundheitswissenschaften (Wikipedia): Gesundheitswissenschaften befassen sich interdisziplinär mit biopsychosozialen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit, und zwar theoretisch, empirisch und anwendungsbezogen.
Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. (DGPH)
- Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention der DGPH
- Fachbereich Gesundheit und Arbeit der DGPH
- Fachbereich Public Mental Health der DGPH
- Gesundheitspsychologie und Public Health – Beiträge der Psychologie im gesundheitswissenschaftlichen Studium (Petra Kolip) (PDF-Datei)
Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs)
- Fachgruppe Gesundheitspsychologie der DGPs
Gesundheitspsychologie und Public Health – Beiträge der Psychologie im gesundheitswissenschaftlichen Studium (Petra Kolip) (PDF-Datei)
Universität Bielefeld: Fakultät Gesundheitswissenschaften
Wissenschaftsrat 2026: Positionspapier "Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft":
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt:
- Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung
mit Handlungsfeld 1: Forschungsförderung – Krankheiten vorbeugen und heilen - Gesundheit
- Öffentliche Gesundheit: Public Health-Forschung
- Fachportal Gesundheitsforschung
Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit
mit Wissen PräventionAssmann-Stiftung für Prävention: Förderung von Wissenschaft und Forschung und des öffentlichen Gesundheitswesens im Bereich der Prävention.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention:
- Nowak, A. C., Kolip, P. & Razum, O. (2022). Gesundheitswissenschaften / Public Health.
- Röding, D. & Walter, U. (2022). Forschung zur Gesundheitsförderung
Weltgesundheitsorganisation für Gesundheitsförderung
- Leitbegriff: Gesundheit
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) umschreibt Gesundheit folgendermaßen:
- "Gesundheit ist ein Zustand umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit."
"Das positive Erleben einer bestmöglichen Gesundheit ist eines der Grundrechte jedes Menschen ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Lage." (Verfassung der Weltgesundheitsorganisation, 1946) - "Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann." (WHO-Europa: Psychische Gesundheit – Faktenblatt)
- "Gesundheit ist ein Zustand umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit."
- Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die WHO stellt Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe maßgeblich durch die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung 1986 dar.
Gesundheitsförderung zielt an, dass Menschen und ihre Gemeinschaften
- selbstbestimmt gesund leben, mit ihren Bedürfnissen und Wünschen,
- Wohlbefinden erleben (s.o.),
- persönliche und soziale Fähigkeiten entwickeln,
- Lebensnotwendigkeiten und 'normale' Belastungen bewältigen
- gesunde Lebensweisen entwickeln.
Grundlegende Bedingungen von Gesundheit sind: Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, stabiles Öko-System, sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit
Gesundheitsförderung ist eine Aufgabe aller Politikbereiche und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für:
- Chancengerechtigkeit für die Gesundheit von Menschen und Gemeinschaften
- gesundheitsförderliche Lebenswelten
- die Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen
- mehr Gesundheitsförderung in den Systemen der Gesundheitsversorgung.
„Gesundheit wird von den Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt, dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.
Gesundheit entsteht dadurch,
daß man sich um sich selbst und für andere sorgt, daß man in der Lage ist, selber Entscheidungen zu fällen und Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben, sowie
dadurch, daß die Gesellschaft in der man lebt, Bedingungen herstellt, die allen ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen.“ - "Gesundheit für alle"
Die WHO entwarf 1978 in der Konferenz von Alma Ata die Zielvision zur Strategie „Gesundheit für alle im Jahre 2000“ (GFA-Strategie) entworfen.
1981: Globale Strategie "Gesundheit für alle im Jahr 2000"Die WHO-Euro begann 1980 mit der Konzeptionsentwicklung der Zielstrategie „Gesundheit für alle im Jahre 2000“ für die Bevölkerung Europas. Sie führte dazu 1984 eine Konferenz mit der Europäischen Föderation der Berufsverbände von Psychologen (EFPPA) durch (s.u.). Sie beschloss 1984 mit den Regierungen ihrer Mitgliedstaaten die GFA-Strategie „Gesundheit 2000“.
1989 und 1990 vollzogen sich in Europa große politische Umwälzungen, vor allem in Osteuropa. Die WHO-Euro vergrößerte sich von 32 auf 50 Mitgliedstaaten. Sie aktualisierte 1991 die GFA-Strategie „Gesundheit für alle“ mit 38 Zielen.
Sie veröffentlichte 1994 einen Sachstandsbericht: Gesundheit in Europa - Sachstandsbericht 1994Die WHO begann 1997 nach den großen Veränderungen in Europa, die GFA-Strategie zu erneuern:
Rüdiger Krech, WHO-Euro: Is it healthy? Die europäische Gesundheitspolitik „Gesundheit21”1998: "Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert", (Auswahl in deutscher Übersetzung)
1998 WHO-Euro: "GESUNDHEIT21 - Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert": "GESUNDHEIT21 - Einführung", "GESUNDHEIT21 - Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert" (lang), Auswahl2005 WHO-Euro: "Das Rahmenkonzept "Gesundheit für alle" für die Europäische Region der WHO: Aktualisierung 2005"
2012 WHO-Euro: Der Europäische Gesundheitsbericht 2012: ein Wegweiser zu mehr Wohlbefinden, mit Zusammenfassung
2012 WHO-Euro: "Gesundheit 2020 - Rahmenkonzept und Strategie der Europäischen Region für das 21. Jahrhundert", in Kurzversion
2015 WHO-Euro: "Gesundheit 2020 - Bildung und Gesundheit durch frühe Entwicklung"
2015 WHO-Euro: "Die Erklärung von Minsk: Der Lebensverlaufansatz im Kontext von Gesundheit 2020"2015 WHO-Euro: Der Europäische Gesundheitsbericht 2015: der Blick über die Ziele hinaus – neue Dimensionen der Evidenz: wesentliche Perspektiven
- Gesundheit in allen Politikfeldern – „Health in All Policies“ (HiAP)
Die WHO erweitert die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Gesundheitsförderung seit der Konferenz für Gesundheitsförderung in Helsinki 2014 zum Konzept „Health in All Policies“ (HiAP):
„‘Gesundheit in allen Politikbereichen‘ ist ein sektorübergreifender Ansatz für die öffentliche Politik, der systematisch die gesundheitlichen Auswirkungen von Entscheidungen berücksichtigt, Synergien nutzt und schädliche gesundheitliche Folgen vermeidet, um die Gesundheit der Bevölkerung und die gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern.“ (S. 2, übersetzt)
- Kooperationen des BDP mit den WHO-Regionalbüro für Europa 1984 - 1999
1984 WHO-Euro: Konferenz mit der Europäischen Föderation der Berufsverbände von Psychologen (EFPPA);
unveröffentlichter Tagungsbericht „Contribution of Psychology to Programme development in the WHO Regional Office in Europe“
ein übersetzter Tagungsbericht „Beiträge der Psychologie zu Programmentwicklungen des WHO-Regionalbüros für Europa“1994 Besuch von Maximilian Rieländer für die Gesundheitspsychologie im BDP im WHO-Regionalbüro für Europa in Kopenhagen beim deutschen Mitarbeiter Rüdiger Krech zur weiteren Kooperation für die Zielstrategie „Gesundheit für alle"
1994 Tagung „Psychologische Gesundheitsförderung - ein Berufsfeld mit Zukunft“ am 15.10.1994 in Düsseldorf, u.a. mit Dr. Rüdiger Krech; Mitarbeiter im WHO-Regionalbüro für Europa
Ausgewählte Tagungsbeiträge:- Dr. Rüdiger Krech, WHO-Regionalbüro für Europa: Gesundheitsförderung - Herausforderung an die Psychologie
- Podiumsgespräch: „Psychologen und Krankenkassen zusammen für Gesundheitsförderung“ mit Auswertung
- Gesundheitsförderung und Psychologie - eine Bestandsaufnahme (Maximilian Rieländer)
- Gesundheitspolitische Trends für die Gesundheitsförderung (Maximilian Rieländer)
Veröffentlichung der Tagungsergebnisse als Buch: "Psychologische Gesundheitsförderung als zukunftsorientiertes Berufsfeld", Herausgeber: Maximilian Rieländer, Lutz Hertel & Andrea Kaupert, Deutscher Psychologen Verlag, Bonn 1995
1997 Tagung zur Gesundheitspsychologie im BDP "Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert - Neue Ziele der Weltgesundheitsorganisation mit psychologischen Perspektiven erreichen" mit Rüdiger Krech, Mitarbeiter im WHO-Regionalbüro für Europa;
Ausgewählte Tagungsbeiträge:- Entwicklungen der Zielstrategie ‘Gesundheit für alle’ - und die Mitarbeit von Psychologenverbänden (Maximilian Rieländer)
- Dr. Rüdiger Krech, WHO-Regionalbüro für Europa: Is it healthy? Die europäische Gesundheitspolitik „Gesundheit21”
- Mehr an Gesundheit als an Krankheit denken - Plädoyer für eine positive Gesundheitsorientierung (Maximilian Rieländer)
- Gesundheitspsychologie und Public Health – Beiträge der Psychologie im gesundheitswissenschaftlichen Studium (Petra Kolip)
- "Gesundheitspsychologie 2000“ - Abschlußbericht der Task Force on Health Psychology der European Federation of Professional Psychologists’ Associations (EFPPA) (Carola Brücher-Albers)
- Europäische Perspektiven in der Gesundheitspsychologie aus berufspolitischer Sicht (Carola Brücher-Albers)
- Zukunftsorientierte psychologische Mitarbeit zur „Gesundheit für alle“ im 21. Jahrhundert (Maximilian Rieländer)
Veröffentlichung der Tagungsergebnisse als Buch: Gesundheit für Alle im 21. Jahrhundert - Neue Ziele der Weltgesundheitsorganisation mit psychologischen Perspektiven erreichen
- Ausgewählte Web-Informationen: Leitbegriffe der Gesundheitsförderung
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention
- Franzkowiak, P. & Hurrelmann, K. (2025). Gesundheit.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 1: Grundlagen.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 2: Entwicklung vor Ottawa 1986.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 3: Entwicklung nach Ottawa
- Geene, R., Köckler, H. & Trojan, A. (2022). Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik / Healthy Public Policy
- Nowak, A. C., Kolip, P. & Razum, O. (2022). Gesundheitswissenschaften / Public Health.
Förderung psychischer Gesundheit in Europa
Die Sektion unterstützt den Prozess in Europa (der EU und der WHO für Europa) zur Förderung der psychischen Gesundheit ("Mental Health Promotion and Prevention") und arbeitet an aktiven Beiträgen des BDP mit.
"Ein umfassender Ansatz in Bezug auf psychische Gesundheit" - Initiative der Europäischen Kommission, 2023 mit "Aufforderung zur Stellungnahme"
und Antwort der EFPA
Wissensportal zur Gesundheitsförderung und Prävention von Krankheiten der Europäischen Kommission
- "Mental Health Promotion and Prevention" in Europa
Seit 1997: In der EU Behandlung des Themas "Mental Health" in der Gesundheitspolitik und weiteren Politikbereichen durch Projekte und politische Maßnahmen
2001 Weltgesundheitsorganisation (WHO): Weltgesundheitstag “Psychische Gesundheit erhalten und wiederherstellen”
2005 WHO für Europa: Europäische Ministerielle WHO-Konferenz Psychische Gesundheit
- Europäische Erklärung zur psychischen Gesundheit: Herausforderungen annehmen, Lösungen schaffen
"Psychische Gesundheit und psychisches Wohlergehen sind grundlegend für die Lebensqualität des einzelnen Menschen sowie von Familien, Gemeinschaften und Nationen. Sie ermöglicht es den Menschen, ihr Leben als sinnvoll zu erfahren und sich als kreative und aktive Bürger zu betätigen. Das primäre Ziel der Aktivitäten im Bereich psychische Gesundheit ist, das Wohlbefinden und Wirken der Menschen zu stärken und dazu auf ihre Stärken und Möglichkeiten zu setzen, ihre Resilienz zu steigern und äußere schützende Faktoren zu fördern."
2005 Europäische Kommission (EU-Kommission): „Grünbuch - Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern - Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union“, Initiierung eines öffentlichen Konsultationsprozesses
- Stellungnahme des BDP zum Grünbuch
- Stellungnahme von Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer.
2005 Projektbericht „Mental health promotion and Mental Disorder Prevention - A policy for Europe” veröffentlicht.
2004 - 2006 “European Mental Health Implementation Projekt” (EMIP-Projekt)
2006 EU-Kommission: Bericht „Mental health promotion and Mental Disorder Prevention across European Member States: a collection of country stories Prevention”
2010 European Pact for Mental Health and Wellbeing
2019 Joint-statement on mental health for the EU Health Policy Platform
- Europäische Erklärung zur psychischen Gesundheit: Herausforderungen annehmen, Lösungen schaffen
- Aktionen in Deutschland
2004 - 2006 Moderation des EMIP-Projektes durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), dem Bundesarbeitsministerium angeschlossen
Deutsches Netzwerk für Psychische Gesundheit (GNMH) als koordinierendes Netzwerk für nationale Beiträge zum europäischen Prozess der Förderung psychischer Gesundheit.
- Beiträge des BDP auf Initiative der Sektion
2006 Vertreter der Fachbereichsleitung nahmen an Arbeitssitzungen des EMIP-Projektes teil.
2006 Stellungnahme des BDP zum Grünbuch "Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern - Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union"
2006 "Psychische Gesundheit fördern – Grundgedanken" - Beiträge des Fachbereichs Gesundheitspsychologie zur europäischen Strategie "Mental Health Promotion" (PDF-Text)
Politik "Umwelt und Gesundheit"
Institutionen und Dokumente der nationalen Politik für Prävention und Gesundheitsförderung, Beiträge von Psychologinnen und Psychologen, Kommentierungen aus der Sektion GUS (Fachbereich Umweltpsychologie)
Aktionsprogramm "Umwelt und Gesundheit" (auch eigene Website APUG) der Bundesregierung seit 1999, Umweltbundesamt
Botschaft: "Umwelt und Gesundheit gehören zusammen – Umweltschutz ist nachhaltige Gesundheitsvorsorge!"
Das Aktionsprogramm vernetzt die Politikbereiche Umwelt-, Gesundheit- und Verbraucherschutz auf Ebene der beteiligten Ministerien und Bundesoberbehörden.
"Konzept Nachhaltigkeit - Vom Leitbild zur Umsetzung”, Abschlußbericht der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt - Ziele und Rahmenbedingungen einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung" (1998)