BDP sieht dringenden Handlungsbedarf im Bereich einer gesetzlichen Regulierung der Social Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen
Pressemitteilung zur DK-Resolution
Berlin, 04.05.2026: Mit einer DK-Resolution an Entscheidungstragende in der Politik macht der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) auf die zunehmend schädigende Wirkung einer unbegrenzten Social Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen aufmerksam. Die mit der übermäßigen Nutzung in Zusammenhang stehenden negativen Auswirkungen betreffen wesentliche Aspekte der psychischen Gesundheit Heranwachsender.
Die eklatante Zunahme an psychischen Störungen wie Angst- und Aufmerksamkeitsstörungen, Depressionen, einer sozialen Deprivation und der Entwicklung von Abhängigkeiten sind mittlerweile wissenschaftlich gut belegt. Die übermäßige Social Media-Nutzung Heranwachsender ist entwicklungspsychologisch relevant und hat massive Auswirkungen auf das Kindeswohl. Es ist höchste Zeit für gesetzliche Regelungen zur sinnvollen Regulierung. Der BDP schlägt ein umfangreiches Maßnahmenpaket vor.
Aufgrund der Intransparenz und Komplexität aktueller Social Media-Plattformen sollte die Verantwortung für altersgerechte Inhalte entsprechend des Verursacherprinzips bei den jeweiligen Betreibenden von Plattformen liegen. Hier sieht der Verband die Politik in der Pflicht, eine entsprechende gesetzliche Regulierung voranzutreiben sowie auch für die Bereitstellung ausreichender Kontrollstrukturen zu sorgen.
Weiter empfiehlt der BDP eine Regelung zur verpflichtenden Offenlegung verwendeter Algorithmen. Für die Funktionsweise und Entscheidungslogiken von Algorithmen, deren Auswirkungen auf Nutzende sowie Methoden und Ergebnisse von Compliance-Prüfungen sollte es eine Verpflichtung zur transparenten Darlegung für Plattform-Betreibende geben, die für Aufsichtsbehörden und Forschungseinrichtungen nachvollziehbar und überprüfbar sind.
Auch bedarf es einer rechtlichen Regelung zur Altersverifikation. Gerade unter Berücksichtigung des Datenschutzes ist die Sicherstellung von zuverlässigen, sicheren sowie datensparsamen Instrumenten zur Altersfeststellung besonders wichtig.
Aus entwicklungspsychologischer Sicht wäre eine altersgerechte Staffelung für den Zugang zu Social Media-Plattenformen sinnvoll. Hier könnten rechtliche Vorgaben Eltern in der Medienerziehung ihrer Kinder unterstützen. Insbesondere bei jüngeren Kindern (bis 10 Jahre) besteht Unterstützungsbedarf, den Public-Health-Kampagnen auf Landesebene aufgreifen könnten.
Von entscheidender Bedeutung ist auch die Erweiterung der Medienkompetenz von Pädagog*innen an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen. Hilfreich wäre hier eine flankierende Beratung von pädagogischem Personal, Erziehungsberechtigten sowie Kindern und Jugendlichen durch Medienberatende und die Einführung von Socia Media-Sprechstunden an weiterführenden Schulen. Der Verband plädiert zudem für ein bundesweites Smartphone-Verbot an Schulen (ggf. bis zur 10. Klasse) nach dem Vorbild Schleswig-Holsteins sowie anderer Staaten.
Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Folgen einer übermäßigen Social Media-Nutzung fordert der BDP die Entscheidungstragenden in der Politik auf, gesetzliche Regelungen auf den Weg zu bringen, die Heranwachsende vor den Risiken der Social Media-Nutzung schützen und eine sinnvolle Medienerziehung im Sinne des Kindeswohls unterstützen. Vor dem Hintergrund gerade auch der entwicklungspsychologischen Dimension sowie der negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen steht der Verband mit seiner wissenschaftlichen Expertise zur Verfügung.
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