Schlaf und psychische Erkrankungen – bi-direktionale Zusammenhänge - Prof. Dr. Dieter Riemann / Vorlesungsreihe: BDP trifft DGSM

Eine gemeinsame Vorlesungsreihe von der Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) und dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.

Schlaf und psychische Erkrankungen – bi-direktionale Zusammenhänge

BDP trifft DGSM: Aktuelles aus Forschung und Praxis zu Schlaf und Schlafstörungen

Thema: Schlaf und psychische Erkrankungen – bi-direktionale Zusammenhänge

Nahezu alle psychischen Erkrankungen gehen mit Schlafstörungen einher, aber auch Schlafstörungen selbst sind mit einer Störung der Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit verbunden und stellen langfristig einen hohen Risikofaktor für die Entwicklung somatischer und psychischer Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Angsterkrankungen dar. Dabei wurden insomnische Beschwerden, wie etwa Ein-und Durchschlafstörungen lange Zeit als Epiphänomene betrachtet, denen keine besondere Bedeutung für Diagnostik und Therapie zukam. Mit der Veröffentlichung von DSM 5, aber auch in der ICD-11, kam es durch die Einführung der „Insomnischen Störung“ zu einem Paradigmenwechsel: die Insomnie wird kann nun auch als unabhängige Störung diagnostiziert werden, die in bi-direktionalen Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen steht.

Die exakte und frühe Diagnostik von Schlafstörungen, v.a. aber die konsequente Behandlung mit psychotherapeutischen Strategien ist vordringlich und notwendig, um die Alltagsfunktionalität Betroffener wiederherzustellen und insbesondere um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Gerade bei Depressionen lässt sich die enge Beziehung zwischen Schlafstörungen und depressiver Grunderkrankung zeigen. Die klinische, wie auch die Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte in der Kenntnis dieser Zusammenhänge gemacht, die nun auch zunehmend in die Therapie einfliessen. 
Alle zur Zeit gültigen nationalen und internationalen Leitlinien der Insomnie - diagnostik und – therapie kommen aufgrund evidenzbasierter Analysen zu dem Schluss, dass die sogenannte KVT-I (Kognitive Verhaltenstherapie der Insomnie) den Goldstandard der Behandlung, eben auch bei Insomnien komorbide mit psychischen Erkrankungen, darstellt. Mehrere neue Studien und Meta-analysen haben gezeigt, dass sich mit der KVT-I sowohl das Risko für das Neuauftreten psychischer Erkrankungen reduzieren lässt und zudem Therapieverläufe bei psychischen Störungen generell verbessert werden können.

Referent: Prof (i.R.) Dr. rer.soc. Dipl. Psych. Dieter Riemann war über 30 Jahre ordentlicher Professor für Klinische Psychophysiologie an der Universitätsklinik Freiburg i. Breisgau. Er leitete dort die Abteilung für Klinische Psychologie und Psychophysiologie/ Schafmedizin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist approbierter Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor für Kognitive Verhaltenstherapie und Somnologe. Wissenschaftlich hat er sich in den letzten 40 Jahren vornehmlich mit den Zusammenhängen zwischen Schlaf, Schlaflosigkeit und psychischen Erkrankungen befasst (mehr als 500 Publikationen in international anerkannten Fachzeitschriften). Dieter Riemann ist seit 2015 Gastprofessor an der Universität Oxford und gab von 2017 - 2025 die Zeitschrift Journal of Sleep Research heraus. Zeitgleich mit seiner Emeritierung im März 2024 hat Dieter Riemann am 1.4.2024 die Tätigkeit als Vorstandsreferent der DGSM übernommen.

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Datum
Donnerstag, 26.11.2026
Uhrzeit
Beginn: 19:00
Ende: 20:30
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freier Eintritt
ja
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