Gesundheit in allen Politikfeldern – mit Psychologie fördern
"In Zukunft gesünder" leben – mit Psychologie fördern

"In Zulkunft gesünder" ist das (psychologisch sehr begrüßenswerte) Motto der Nationalen Präventions-Initiative (NPI) des Bundesgesundheitsministeriums. Die Bundesregierung will mit der NPI eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik im Sinne der WHO-Strategie "Health in All Policies" (HiAP) / "Gesundheit in allen Politikfeldern" fördern.
Dazu wollen wir als Psychologinnen und Psychologen im BDP mit unserer Fachkompetenz beitragen.
(Diese Webseite wird seit dem 26.05.26 aufgebaut. Geplant sind viele Verweise auf ausgewählte wichtige Beiträge der Politik, Perspektiven der Psychologie, ausgewählte wichtige Beiträge von Psychologinnen und Psychologen. Hinweise auf mögliche Beiträge, Ergänzungen und Verbesserungen der Webseite bitte an gp@bdp-gesundheit-umwelt-psychologie.de.)
Weltgesundheitsorganisation: Gesundheit, Gesundheitsförderung, Gesundheit in allen Politikfeldern
- Leitbegriff: Gesundheit
Leitbegriff: Gesundheit
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) umschreibt Gesundheit folgendermaßen:
- "Gesundheit ist ein Zustand umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit."
"Das positive Erleben einer bestmöglichen Gesundheit ist eines der Grundrechte jedes Menschen ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Lage." (Verfassung der Weltgesundheitsorganisation, 1946) - "Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann." (WHO-Europa: Psychische Gesundheit – Faktenblatt)
- "Gesundheit ist ein Zustand umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit."
- Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die WHO stellt Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe maßgeblich durch die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung 1986 dar.
Gesundheitsförderung zielt an, dass Menschen und ihre Gemeinschaften
- selbstbestimmt gesund leben, mit ihren Bedürfnissen und Wünschen,
- Wohlbefinden erleben (s.o.),
- persönliche und soziale Fähigkeiten entwickeln,
- Lebensnotwendigkeiten und 'normale' Belastungen bewältigen
- gesunde Lebensweisen entwickeln.
Grundlegende Bedingungen von Gesundheit sind: Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, stabiles Öko-System, sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit
Gesundheitsförderung ist eine Aufgabe aller Politikbereiche und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für:
- Chancengerechtigkeit für die Gesundheit von Menschen und Gemeinschaften
- gesundheitsförderliche Lebenswelten
- die Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen
- mehr Gesundheitsförderung in den Systemen der Gesundheitsversorgung.
„Gesundheit wird von den Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt, dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.
Gesundheit entsteht dadurch,
daß man sich um sich selbst und für andere sorgt, daß man in der Lage ist, selber Entscheidungen zu fällen und Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben, sowie
dadurch, daß die Gesellschaft in der man lebt, Bedingungen herstellt, die allen ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen.“ - Gesundheit in allen Politikfeldern – „Health in All Policies“ (HiAP)
Die WHO erweitert die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Gesundheitsförderung seit der Konferenz für Gesundheitsförderung in Helsinki 2014 zum Konzept „Health in All Policies“ (HiAP):
„‘Gesundheit in allen Politikbereichen‘ ist ein sektorübergreifender Ansatz für die öffentliche Politik, der systematisch die gesundheitlichen Auswirkungen von Entscheidungen berücksichtigt, Synergien nutzt und schädliche gesundheitliche Folgen vermeidet, um die Gesundheit der Bevölkerung und die gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern.“ (S. 2, übersetzt)
- Weitere ausgewählte Web-Informationen
BDP: Sektion Gesundheits- und Umweltpsychologie: https://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie
- Gesundheitsförderung als gesellschaftliches Handlungsfeld: https://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie/gesundheitspsychologie/gesundheitsfoerderung
- Politik für Gesundheit und Umwelt: https://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie/politik
Abschnitt: Weltgesundheitsorganisation - Zielsetzungen "Gesundheit für alle" https://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie/politik#c11567
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention
- Franzkowiak, P. & Hurrelmann, K. (2025). Gesundheit.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 1: Grundlagen.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 2: Entwicklung vor Ottawa 1986.
- Kaba-Schönstein, L. (2018). Gesundheitsförderung 3: Entwicklung nach Ottawa
- Geene, R., Köckler, H. & Trojan, A. (2022). Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik / Healthy Public Policy
- Nowak, A. C., Kolip, P. & Razum, O. (2022). Gesundheitswissenschaften / Public Health.
Bewusst gesund leben - Gesundheit und Gesundheitsförderung psychologisch erläutert
- Gesundheit: Gesund leben – Wohlbefinden
a) ‚Gesund leben‘ bewirkt Gesundheit
Der menschliche Organismus 'will' - wie alle Lebewesen - gesund leben; dazu organisiert er seine Lebensprozesse (unbewusst) selbst, so dass Menschen 'Gesundheit' oft für ‚selbstverständlich‘ halten. Gesund leben - mit dynamischen Lebensprozessen ausgeglichen leben - bewirkt Gesundheit.
Menschen wollen und können gesund leben, indem sie
- körperlich, psychisch, geistig sowie in ihren sozialen Beziehungen und Gemeinschaften Wohlbefinden erleben,
- ihre persönlichen Fähigkeiten einsetzen, dadurch Selbstwirksamkeit erfahren,
- zum Leben in ihren Gemeinschaften positiv beitragen,
- produktiv arbeiten,
- Unsicherheiten und Belastungen im Lebensalltag bewältigen,
- gesellschaftliche Teilhabe praktizieren und erfahren.
So können Menschen Gesundheit auch gezielt bewirken.
b) Wohlbefinden erleben
Menschen können Wohlbefinden erleben, indem sie
- es bewusst achtsam spüren (und nicht nur als ‚selbstverständlich‘ betrachten) und
- dafür aktiv ‚Gutes tun‘: für sich selbst, gemeinsam mit anderen in Gemeinschaften sowie für andere.
So können Menschen als Personen und in Gemeinschaften zufrieden und sinnvoll leben.
Wohlbefinden lässt sich bewusst erleben und aktiv fördern, aber nicht von außen schenken.
Es lässt sich durch Rahmenbedingungen zwar erleichtern, aber nicht herstellen.Gesundheitsversorgung und Politik können nicht Gesundheit als Wohlbefinden schenken,
sondern darauf hinweisen, wie Menschen und Gemeinschaften bewusst Wohlbefinden erleben und dafür handeln können. - Gesundheitsförderung – Zielorientierungen
a) Positive Zielorientierungen: „In Zukunft gesünder“
‚Gesundheitsförderung‘ thematisiert positive Zielorientierungen für mehr Gesundheit;
demgegenüber thematisiert ‚Prävention‘ eine Zielsetzung gegen Krankheit.Wenn Menschen sich körperlich-psychisch bewegen, schauen und gehen sie eher nach vorn als nach hinten.
Psychologisch lerntheoretisch betrachtet: Menschen können leichter etwas fördern (‚Verhalten verstärken‘) als etwas vermindern (‚Verhalten löschen‘).
Menschen können leichter neue positive Wege einüben als negative Gewohnheiten bremsen.b) Persönlich bewusst und selbstbestimmt gesund leben – Gesundheitskompetenz
Gesundheitsförderung zielt primär an (gemäß der Qttawa-Charta):
Menschen leben bewusst und selbstbestimmt gesund
- im Wollen (Motivationen), Denken (Kognitionen, Informationsverarbeitung, Reflexion), sozialen Einstellungen, Können (Fähigkeiten) und Verhalten.Sie erleben bewusst Wohlbefinden.
Sie tun dafür bewusst Gutes: für sich, in und mit ihren Gemeinschaften, für andere.Wenn Menschen bewusst selbstbestimmt gesund leben, übernehmen sie meist Selbstverantwortung dafür, wie weit sie gesund leben.
Bewusst gesund leben = selbstbestimmt und selbstverantwortlich gesund leben = Gesundheitskomkpetenz
c) In Lebenswelten gesund leben: ökologische Umwelt, Gemeinschaften, Gesellschaft
Menschen leben in der ökologischen Umwelt bewusst gesund, z.B.:
- sich gesund ernähren, mit gesunden Ernährungsmöglichkeiten
- sich wohnlich passend einrichten, mit passenden Wohnbedingungen
- sich in der Natur angenehm bewegen, Natur ökologisch ‚genießen‘
- mit der Natur und ihren Ressourcen positiv umgehen
- in stabilen Ökosystemen leben, mit Schutzmöglichkeiten gegenüber Naturkatastrophen
Menschen leben in Gemeinschaften bewusst gesund,
insbesondere in familiären Gemeinschaften, Schul-, Arbeits- und Freizeitgemeinschaften (Alltagsgemeinschaften).
Sie integrieren sich in ihre Alltagsgemeinschaften und fühlen sich integriert; sie erleben und gestalten mitmenschliche Beziehungen gesund; sie pflegen und erleben passende Kommunikationen und Verständigungen.Menschen erleben das Ausmaß von Wohlbefinden und Gesundheit sehr deutlich durch die Qualität ihres Lebens in ihren Alltagsgemeinschaften, was Fachleute in der Gesundheitsversorgung oft erfahren.
Für die Gesundheitsförderung in Lebenswelten ist es deshalb ein wichtiges Ziel,
dass Menschen in Gemeinschaften gemeinsam bewusster gesund leben,
dass sie Gemeinschaftsbewusstsein zu gesunden Lebensweisen fördern.d) Politik für gesunde Lebensbedingungen in der Gesellschaft
Die Politik ist auf Bundesebene, Landesebene und kommunaler Ebene dazu aufgerufen, gesellschaftlich Gesundheit fördernde Lebensbedingungen zu gestalten,
- um es Menschen zu erleichtern, bewusst gesund zu leben,
- um gesunde Formen von Kommunikationen, Verständigungen, sozialen Beziehungen und Gemeinschaftsleben zu fördern,
- um benachteiligten Menschen und Gruppen mehr Chancen zu eröffnen, bewusst gesund zu leben (gesundheitliche Chancengerechtigkeit).
Die Kommunen können mit der kommunalen Politik sowie mit vielen Vereinen und Gruppierungen Gesundheitsförderung in Lebenswelten ermöglichen.
- Gesundheitsförderung (incl. Prävention) – Wirkungen
Das Ziel von Gesundheitsförderung:
Menschen leben bewusst und selbstbestimmt gesund, als Personen in ihren Gemeinschaften,
Sie betrachten sich dann eher als selbstverantwortlich dafür, wie weit sie gesund leben.
So können sie auch besser Krankheiten vorbeugen, bei Krankheiten eher genesen und chronische Erkrankungen besser bewältigen.
Gesundheitsförderung fördert Selbstverantwortung für Gesundheit und bewirkt Prävention, Therapie und Rehabilitation.
Gesundheitsförderung betont den ‚salutogenetischen‘ Blick nach vorn, bewusst gesunde und resiliente Lebensweisen anzustreben und zu vermehren; sie blickt nicht primär ‚pathogenetisch‘ darauf, Störungen zu verhindern oder zu beseitigen.Gesundheitsförderung (incl. Prävention)
ist daher das sinnvolle psychologische Verständnis im Sinne der Ottawa-Charta. - Weitere Web-Informationen
BDP: Sektion Gesundheits- und Umweltpsychologie - https://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie
- Gesund leben: https://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie/gesundheitspsychologie/gesund-leben
- Gesund leben mit psychologischem Wissen: https://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie/gesundheitspsychologie/gesund-mit-psychologie
- Selbstverantwortung im Gesundheitswesen: „Gesund leben, gesund bleiben – Wie viel Verantwortung tragen Versicherte?“, Maximilian Rieländer 2024
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention
- Röhrle, B. (2023). Wohlbefinden / Well-Being.
- Miksch, A. (2024). Achtsamkeit und Gesundheitsförderung.
Nationale Politik für Gesundheitsförderung
- Politische Leitlinien
a) Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe - in der Gesundheitspolitik
In der deutschen Politik wird Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe im Sinne der WHO und ihrer Ottawa-Charta betrachtet.
Für die Bundesregierung übernimmt die Gesundheitspolitik als leitendes Ressort die Aufgabe der Gesundheitsförderung als gesamtpolitische Aufgabe.
- Bundesgesundheitsministerium (BMG): Nationale Präventions-Initiative „In Zukunft gesünder“ (2025); Zielsetzungen: mehr Koooperation für Gesundheitsförderung mit: maßgeblichen Akteuren auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene, Nationaler Präventionskonferenz, Praxis der Gesundheitsversorgung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und anderen Politikbereichen.
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Fachbehörde des BMG für Aufgaben der Gesundheitsförderung und Prävention (seit 2025 als Nachfolge der BZgA);
Angebote: BIÖG-InfoDienst Gesundheitsförderung, "Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention" - Präventionsgesetz (PrävG) und Folgen:
Nationale Präventionskonferenz (NPK) mit Nationaler Präventionsstrategie und Bundesrahmenempfehlungen (2018) (als PDF-Datei),
Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes
Zentrale Prüfstelle Prävention zur Prüfung von Präventionsangeboten und Kompetenzprüfung von Kursleitungen. - Aufgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung gemäß SGB V: § 1 „Solidarität und Eigenverantwortung":
„Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Das umfasst auch die Förderung der gesundheitlichen Eigenkompetenz und Eigenverantwortung der Versicherten. Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewußte Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden. Die Krankenkassen haben den Versicherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und unter Berücksichtigung von geschlechts-, alters- und behinderungsspezifischen Besonderheiten auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.“
Die Gesundheitsministerkonferenz beschloss 2025 einen Leitantrag Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung: Gesundheitliche Chancengerechtigkeit fördern, Gesundheit in allen und für alle Politikbereiche, Kommunale Gesundheitsförderung stärken, Präventionsgesetz weiterentwickeln für mehr Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, mehr Forschung für Wirkungen komplexer Interventionen.
Öffentlicher Gesundheitsdienst: Bundesebene: BIÖG; Landesebene: Landesgesundheitsämter; kommunale Ebene: Gesundheitsämter
Gesundheitsziele für Deutschland sind von gesundheitsziele.de (Kooperationsverbund zur Weiterentwicklung nationaler Gesundheitsziele) erstellt un weitereintwickelt. 10 nationale Gesundheitsziele sind bisher erstellt.
Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V (BVPG) besteht seit 1954 als Dachverband für „Prävention und Gesundheitsförderung“ mit gegenwärtig 136 Mitgliedsorganisationen (mit dem BDP als Mitgliedsorganisation).
b) Offizielle Stellungnahmen zur Weiterentwicklung von Gesundheitsförderung
Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V (BVPG): Policy Paper 2025: »Herausforderungen und Chancen zur Weiterentwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung in der 21. Legislaturperiode«
Wissenschaftsrat 2026: Positionspapier "Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft":
„Mehr und wirksamere gesundheitliche Prävention ist ein zentraler Schlüssel, um gesellschaftliches und individuelles Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung zu steigern, die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern und die Wirtschaftskraft zu stärken.“ (S. 5)
„Umfassendere wissenschaftliche Erkenntnisse zu Faktoren, die Gesundheit und Krankheitsvermeidung beeinflussen, sowie deren Vermittlung in die Versorgungspraxis können maßgeblich dazu beitragen, die systemische Umorientierung auf Prävention und Gesundheitsförderung als tragende Säulen des Gesundheitssystems zu unterstützen. Dabei kann Prävention mittel- bis langfristig Ressourcen schonen – kurzfristig erfordert sie Investitionen.“ (S. 5)GKV-Positionspapier 2026: "Gesundheitsförderung und Prävention gesamtgesellschaftlich stärken"
c) Probleme in der Realisierung der Leitlinie aus der Gesundheitspolitik
Das Gesundheitswesen regelt bisher fast nur krankheitsbezogene Prozesse im Sinne eines ‚Krankheits‘-wesens. Die Grundrechts-Formulierung „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (Art. 2 Abs. 2 GG) trägt vielleicht dazu bei. Der krankheitsorientierte Begriff ‚Prävention‘ gilt vorrangig (z.B. "Präventionsgesetz"); oft heißt es ‚Prävention und Gesundheitsförderung‘. Das Verständnis der Ottawa-Charta ‚Gesundheitsförderung‘ (incl. Prävention) ist kaum erwähnt.
DasPräventionsgesetz (PrävG) richtet sich primär an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV).
In der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) arbeiten die Verbände der Sozialversicherungssysteme zusammen. Politische Gremien haben (nur) beratende Funktionen.Gesundheitsförderung (und Prävention) gilt noch sehr als Aufgabe der Gesundheitspolitik, mit bisher eher wenig Kooperationen mit anderen Politikbereichen.
Kooperation mit der Arbeitspolitik gibt es für die Themen: Arbeitsschutz, psychische Gesundheit in der Arbeitswelt und Betriebliche Gesundheitsförderung (s.u.).
In der Offensive Psychische Gesundheit initiierten die Bundesministerien für Gesundheit, Familie und Arbeit beispielhafte Zusammenarbeit.d) Leitlinien für Gesundheitsförderung in weiteren Politikbereichen
Grundgesetz: Grundrecht: „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (Art. 2 Abs. 2 GG) als Schutz für die physische und psychische Gesundheit (Wikipedia: Körperliche Unversehrtheit).
Sozialgesetzbuch (SGB) für „soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit“ durch Sozialleistungen sowie soziale und erzieherische Hilfen für „ein menschenwürdiges Dasein“ (SGB I, § 1, Abs. 1)
Leistungen für 'Gesundheit' im SGB:- SGB V zur Gesetzlichen Krankenversicherung (s.o.unter a)
- SGB VI: Leistungen der Rentenversicherung (§ 9) für Prävention, medizinischen Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben und Nachsorge, um Krankheits- und Behinderungs-Auswirkungen auf Erwerbsfähigkeit vorzubeugen, entgegenzuwirken oder zu überwinden
- SGB VII: Unfallversicherung (§ 1): Prävention und Rehabilitation in Bezug auf Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren,
- SGB IX: Leistungen der Rehabilitation und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen (§ 1) zur Selbstbestimmung und zur vollen Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
- SGB XI: Soziale Pflegeversicherung: Hilfen für pflegebedürftige Menschen, die Pflegebedürftigkeit auf solidarische Unterstützung angewiesen sind.
Familienpolitik
Kinder- und Jugendhilfe-Recht (SGB VIII): „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ (§ 1, Abs. 1) Das Recht „auf Förderung von Entwicklung“ umfasst auch das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Förderung ihrer Gesundheit als Möglichkeit, körperlich, psychisch und sozial Wohlbefinden zu erleben; das Recht steht also für das wichtige anerkannte Gesundheitsziel „Gesund aufwachsen“.
Nationales Zentrum "Frühe Hilfen"
Arbeitspolitik
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Arbeit durch Arbeitsschutzmaßnahmen (§ 1, Abs. 1), zur Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie zur menschengerechten Arbeitsgestaltung (§ 2, Abs. 1). Arbeitsgefährdungen sind zu beurteilen, auch in Bezug auf "psychische Belastungen bei der Arbeit" (§ 5, Abs. 1 und 3). Für diese Gefährdungsbeurteilungen haben Arbeitgeber gemäß dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) Fachkräfte einzusetzen.
Das Arbeitsschutzgesetz ist für die Gesundheitsförderung in Betrieben und für Betriebliches Gesundheitsmanagement ein wichtiger Baustein.Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Umweltpolitik
One Health: "One Health ist ein kollektiver, vereinender Ansatz, der darauf abzielt, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen nachhaltig ins Gleichgewicht zu bringen und zu optimieren." (in: One Health Platform)
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Thema One Health
One Health Platform zum Aufbau einer One Health-Forschungscommunity
Bundesumweltministerium: Thema Gesundheit, Gesundheit im Klimawandel
Robert-Koch-Institut: Sachstandsbericht Klimawandel und Gesundheit (2023)
- Ansätze von Gesundheitsförderung in verschiedenen BereichenÜbersicht mit ausgewählten Verweisen
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Blümel, S. & Plaumann, M. (2025). Akteure und Strukturen der Gesundheitsförderung und Prävention.
gesund.bund.de - verlässliche Gesundheitsinformationen, staatliches Gesundheitsportal
- Gesund leben: Psyche und Wohlbefinden
- Gesund leben: Ernährung und Bewegung
- Gesund leben: Gesund aufwachsen
- Gesund leben: Gesund am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
- Gesund leben: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
- Gesund leben: Maßnahmen für Gesundheit am Arbeitsplatz
- Gesund leben: Gesund im Alter
- Gesund leben: Sucht bewältigen
Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit
- Praxisdatenbank "größte bundesweite Übersicht über Angebote und Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention"
Lilly Deutschland Stiftung: "Gesundheit weiterdenken"
Stiftung Gesundheitswisssen: Thema Prävention
Bundesstiftung für Prävention und Gesundheit im iX – Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung
a) Personzentrierte Gesundheitsförderung
Der Begriff ist zutreffender als der Begriff "Verhaltensprävention".
in dieser Website:
- Personzentrierte Gesundheitsförderung
- Prävention in der Gesetzlichen Krankenversicherung (für Verhaltensprävention)
Präventionskurse der GKV - Suchportal
Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz
b) Gesundheitsförderung für Kinder, Jugendliche und Familien
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Backes, J. & Paul, M. (2025). Frühe Hilfen.
- Richter-Kornweitz, A. & Kruse, C. (2023). Gesundheitsförderung im Kindesalter.
- Richter-Kornweitz, A. & Kruse, C. (2024). Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen.
- Paulus, P. & Dadaczynski, K. (2024). Gesundheitsförderung und Schule
- Jungmann, T. (2024). Kinderschutz und Prävention ‒ Gesundheitsförderung
- Richter-Kornweitz, A. & Holz, G. (2023). Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
- Weichold, K. (2024). Lebenskompetenzen und Kompetenzförderung
Kinder- und Jugend-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen (NRW) - Überblick über Programme zur Gesundheitsförderung in NRW
clever.gesund - Das Gesundheitsportal für Kinder und Jugendliche - Informations- und Lernplattform von Helmholtz Munich, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
c) Kommunale Gesundheitsförderung
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Quilling, E., Leimann, J. & Tollmann, P. (2022). Kommunale Gesundheitsförderung.
Kommunale Gesundheitsförderung bietet viele Möglichkeiten übergreifender Kooperationen auf kommunaler Ebene: "Kommunen wird eine Schlüsselfunktion in der Gesundheitsförderung zugeschrieben, da sie selbst für die Initiierung und Koordinierung der Gesundheitsförderung verantwortlich sind."
Deutschen Städte- und Gemeindebund: "Nachhaltige Chancen für Städte und Gemeinden in der Gesundheitsförderung und Prävention"
- Gesundheitsförderung in der Kommune
- Kommunales Förderprogramm – Gesundheitsförderung und Prävention für vulnerable Zielgruppen
Kommunaler Partnerprozess „Gesundheit für alle“ (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
d) Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt
in dieser Website:
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Hartung, S. & Faller, G. (2025). Betriebliche Gesundheitsförderung
e) Umwelt und Gesundheit
Klima und gesundheitliche Chancengleichheit (Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit)
Aus Leitbegriffen der Gesundheitsförderung und Prävention des BIÖG:
- Malsch, A.K.F. (2025). Umweltbezogene Gesundheitsförderung
- Herrmann, A. & Eichinger, M. (2022). Klimawandel und Gesundheitsförderung
- Wissenschaft für Gesundheitsförderung
Public Health "ist die Wissenschaft und die Praxis zur Verhinderung von Krankheiten, zur Verlängerung des Lebens und zur Förderung von physischer und psychischer Gesundheit unter Berücksichtigung einer gerechten Verteilung und einer effizienten Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Maßnahmen von Public Health zielen primär auf die Gesunderhaltung der Bevölkerung und ihrer Subgruppen." (Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. - Überblick)
Gesundheitswissenschaften (Wikipedia): Gesundheitswissenschaften befassen sich interdisziplinär mit biopsychosozialen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit, und zwar theoretisch, empirisch und anwendungsbezogen.
Deutsche Gesellschaft für Public Health e.V. (DGPH)
Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention der DGPH
Fachbereich Gesundheit und Arbeit der DGPH
Fachbereich Public Mental Health der DGPHDeutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs)
Fachgruppe Gesundheitspsychologie der DGPsUniversität Bielefeld: Fakultät Gesundheitswissenschaften
Arbeitsgruppe 4: Prävention und GesundheitsförderungWissenschaftsrat 2026: Positionspapier "Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft":
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt:
- Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung
mit Handlungsfeld 1: Forschungsförderung – Krankheiten vorbeugen und heilen - Gesundheit
- Öffentliche Gesundheit: Public Health-Forschung
- Fachportal Gesundheitsforschung
Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit
mit Wissen PräventionAssmann-Stiftung für Prävention: Förderung von Wissenschaft und Forschung und des öffentlichen Gesundheitswesens im Bereich der Prävention.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention:
- Nowak, A. C., Kolip, P. & Razum, O. (2022). Gesundheitswissenschaften / Public Health.
- Röding, D. & Walter, U. (2022). Forschung zur Gesundheitsförderung
- Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung
Psychologie für Gesundheitsförderung
(Dieser Abschnitt wird noch weiter bearbeitet.)
Psychologie (Gesundheitspsychologie) dient dazu, psychische Bedingungen und Möglichkeiten für Gesundheitsförderung zu erkennen und zu fördern. Sie bietet Wissen zur Gesundheitsförderung für Menschen, Gemeinschaften, Organisationen sowie für die Politik und die Gesellschaft.
Psychologie kann Menschen unterstützen, bewusst gesund leben zu wollen, Gesundheitskompetenz zu pflegen, zu erweitern und anzuwenden – durch evidenzbasierte Strategien und Interventionen.
Psychologie will „Menschen in der Entwicklung zu selbstbewusstem, selbstbestimmtem und selbstverantwortlichem Leben in Freiheit und in respektvollem und verantwortlichem Miteinander“ unterstützen (BER 2022, 3.2, Abs. 2 e).
Menschen können mit psychologischem Wissen und psychologischer Unterstützung eher bewusst und selbstbestimmt gesund leben (Gesundheitskompetenz pflegen): mit gesunden ökobiopsychosozialen Lebensweisen sowie mit fairen Kommunikationen und guten Beziehungen leben.
Gemeinschaften, Organisationen und die Gesellschaft können mit psychologischem Wissen und psychologischer Unterstützung gesunde ökobiopsychosoziale Lebensweisen, Kommunikationen und mitmenschliche Beziehungen pflegen und gesundheitsfördernde Gemeinschaftskulturen etablieren.
Webseite Gesundheitspsychologie der BDP-Sektion Gesundheits- und Umweltpsychologie