Gesundheit in allen Politikfeldern – mit Psychologie fördern

"In Zukunft gesünder" leben – mit Psychologie fördern

"In Zulkunft gesünder" ist das (psychologisch sehr begrüßenswerte) Motto der Nationalen Präventions-Initiative (NPI) des Bundesgesundheitsministeriums. Die Bundesregierung will mit der NPI eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik im Sinne der WHO-Strategie "Health in All Policies" (HiAP) / "Gesundheit in allen Politikfeldern" fördern.
Dazu wollen wir als Psychologinnen und Psychologen im BDP mit unserer Fachkompetenz beitragen.

(Diese Webseite wird seit dem 26.05.26 aufgebaut. Geplant sind viele Verweise auf ausgewählte wichtige Beiträge der Politik, Perspektiven der Psychologie,  ausgewählte wichtige Beiträge von Psychologinnen und Psychologen. Hinweise auf mögliche Beiträge, Ergänzungen und Verbesserungen der Webseite bitte an gp@bdp-gesundheit-umwelt-psychologie.de.) 

Weltgesundheitsorganisation: Gesundheit, Gesundheitsförderung, Gesundheit in allen Politikfeldern

  • Leitbegriff: Gesundheit

    Leitbegriff: Gesundheit

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) umschreibt Gesundheit folgendermaßen:

    • "Gesundheit ist ein Zustand umfassenden körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit.
      "Das positive Erleben einer bestmöglichen Gesundheit ist eines der Grundrechte jedes Menschen ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Lage." (Verfassung der Weltgesundheitsorganisation,  1946)
    • "Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann." (WHO-Europa: Psychische Gesundheit – Faktenblatt)

  • Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

    Die WHO stellt Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe maßgeblich durch die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung 1986 dar.

    Gesundheitsförderung zielt an, dass Menschen und ihre Gemeinschaften

    • selbstbestimmt gesund leben, mit ihren Bedürfnissen und Wünschen,
    • Wohlbefinden erleben (s.o.),
    • persönliche und soziale Fähigkeiten entwickeln,
    • Lebensnotwendigkeiten und 'normale' Belastungen bewältigen
    • gesunde Lebensweisen entwickeln.

    Grundlegende Bedingungen von Gesundheit sind: Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, stabiles Öko-System, sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit

    Gesundheitsförderung ist eine Aufgabe aller Politikbereiche und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe für:

    • Chancengerechtigkeit für die Gesundheit von Menschen und Gemeinschaften
    • gesundheitsförderliche Lebenswelten
    • die Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen
    • mehr Gesundheitsförderung in den Systemen der Gesundheitsversorgung.

    Gesundheit wird von den Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt, dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.
    Gesundheit entsteht dadurch,
    daß man sich um sich selbst und für andere sorgt, daß man in der Lage ist, selber Entscheidungen zu fällen und Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben, sowie
    dadurch, daß die Gesellschaft in der man lebt, Bedingungen herstellt, die allen ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen
    .“


  • Gesundheit in allen Politikfeldern – „Health in All Policies“ (HiAP)

    Die WHO erweitert die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Gesundheitsförderung seit der Konferenz für Gesundheitsförderung in Helsinki 2014 zum Konzept „Health in All Policies“ (HiAP)

    „‘Gesundheit in allen Politikbereichen‘ ist ein sektorübergreifender Ansatz für die öffentliche Politik, der systematisch die gesundheitlichen Auswirkungen von Entscheidungen berücksichtigt, Synergien nutzt und schädliche gesundheitliche Folgen vermeidet, um die Gesundheit der Bevölkerung und die gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern.“ (S. 2, übersetzt)


  • Weitere ausgewählte Web-Informationen

    BDP: Sektion Gesundheits- und Umweltpsychologiehttps://www.bdp-verband.de/sektionen/gesundheits-und-umweltpsychologie

    Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention


Bewusst gesund leben - Gesundheit und Gesundheitsförderung psychologisch erläutert

  • Gesundheit: Gesund leben – Wohlbefinden

    a) ‚Gesund leben‘ bewirkt Gesundheit

    Der menschliche Organismus 'will' - wie alle Lebewesen - gesund leben; dazu organisiert er seine Lebensprozesse (unbewusst) selbst, so dass Menschen 'Gesundheit' oft für ‚selbstverständlich‘ halten. Gesund leben - mit dynamischen Lebensprozessen ausgeglichen leben - bewirkt Gesundheit. 

    Menschen wollen und können gesund leben, indem sie  

    • körperlich, psychisch, geistig sowie in ihren sozialen Beziehungen und Gemeinschaften Wohlbefinden erleben,
    • ihre persönlichen Fähigkeiten einsetzen, dadurch Selbstwirksamkeit erfahren,  
    • zum Leben in ihren Gemeinschaften positiv beitragen,
    • produktiv arbeiten,
    • Unsicherheiten und Belastungen im Lebensalltag bewältigen,
    • gesellschaftliche Teilhabe praktizieren und erfahren.

    So können Menschen Gesundheit auch gezielt bewirken.

    b) Wohlbefinden erleben

    Menschen können Wohlbefinden erleben, indem sie

    • es bewusst achtsam spüren (und nicht nur als ‚selbstverständlich‘ betrachten) und
    • dafür aktiv ‚Gutes tun‘: für sich selbst, gemeinsam mit anderen in Gemeinschaften sowie für andere.

    So können Menschen als Personen und in Gemeinschaften zufrieden und sinnvoll leben.

    Wohlbefinden lässt sich bewusst erleben und aktiv fördern, aber nicht von außen schenken.
    Es lässt sich durch Rahmenbedingungen zwar erleichtern, aber nicht herstellen.

    Gesundheitsversorgung und Politik können nicht Gesundheit als Wohlbefinden schenken,
    sondern darauf hinweisen, wie Menschen und Gemeinschaften bewusst Wohlbefinden erleben und dafür handeln können.


  • Gesundheitsförderung – Zielorientierungen

    a) Positive Zielorientierungen: „In Zukunft gesünder“

    ‚Gesundheitsförderung‘ thematisiert positive Zielorientierungen für mehr Gesundheit;
    demgegenüber thematisiert ‚Prävention‘ eine Zielsetzung gegen Krankheit.

    Wenn Menschen sich körperlich-psychisch bewegen, schauen und gehen sie eher nach vorn als nach hinten.
    Psychologisch lerntheoretisch betrachtet: Menschen können leichter etwas fördern (‚Verhalten verstärken‘) als etwas vermindern (‚Verhalten löschen‘).
    Menschen können leichter neue positive Wege einüben als negative Gewohnheiten bremsen.  

    b) Persönlich bewusst und selbstbestimmt gesund leben – Gesundheitskompetenz

    Gesundheitsförderung zielt primär an (gemäß der Qttawa-Charta):
    Menschen leben bewusst und selbstbestimmt gesund
    - im Wollen (Motivationen), Denken (Kognitionen, Informationsverarbeitung, Reflexion), sozialen Einstellungen, Können (Fähigkeiten) und Verhalten.

    Sie erleben bewusst Wohlbefinden.
    Sie tun dafür bewusst Gutes: für sich, in und mit ihren Gemeinschaften, für andere.

    Wenn Menschen bewusst selbstbestimmt gesund leben, übernehmen sie meist Selbstverantwortung dafür, wie weit sie gesund leben.

    Bewusst gesund leben = selbstbestimmt und selbstverantwortlich gesund leben = Gesundheitskomkpetenz 

    c) In Lebenswelten gesund leben: ökologische Umwelt, Gemeinschaften, Gesellschaft

    Menschen leben in der ökologischen Umwelt bewusst gesund, z.B.:

    • sich gesund ernähren, mit gesunden Ernährungsmöglichkeiten  
    • sich wohnlich passend einrichten, mit passenden Wohnbedingungen
    • sich in der Natur angenehm bewegen, Natur ökologisch ‚genießen‘
    • mit der Natur und ihren Ressourcen positiv umgehen
    • in stabilen Ökosystemen leben, mit Schutzmöglichkeiten gegenüber Naturkatastrophen   

    Menschen leben in Gemeinschaften bewusst gesund,
    insbesondere in familiären Gemeinschaften, Schul-, Arbeits- und Freizeitgemeinschaften (Alltagsgemeinschaften).
    Sie integrieren sich in ihre Alltagsgemeinschaften und fühlen sich integriert; sie erleben und gestalten mitmenschliche Beziehungen gesund; sie pflegen und erleben passende Kommunikationen und Verständigungen.

    Menschen erleben das Ausmaß von Wohlbefinden und Gesundheit sehr deutlich durch die Qualität ihres Lebens in ihren Alltagsgemeinschaften, was Fachleute in der Gesundheitsversorgung oft erfahren.   

    Für die Gesundheitsförderung in Lebenswelten ist es deshalb ein wichtiges Ziel,
    dass Menschen in Gemeinschaften gemeinsam bewusster gesund leben,
    dass sie Gemeinschaftsbewusstsein zu gesunden Lebensweisen fördern.  

    d) Politik für gesunde Lebensbedingungen in der Gesellschaft

    Die Politik ist auf Bundesebene, Landesebene und kommunaler Ebene dazu aufgerufen, gesellschaftlich Gesundheit fördernde Lebensbedingungen zu gestalten,

    • um es Menschen zu erleichtern, bewusst gesund zu leben,
    • um gesunde Formen von Kommunikationen, Verständigungen, sozialen Beziehungen und Gemeinschaftsleben zu fördern, 
    • um benachteiligten Menschen und Gruppen mehr Chancen zu eröffnen, bewusst gesund zu leben (gesundheitliche Chancengerechtigkeit).

    Die Kommunen können mit der kommunalen Politik sowie mit vielen Vereinen und Gruppierungen Gesundheitsförderung in Lebenswelten ermöglichen.     


  • Gesundheitsförderung (incl. Prävention) – Wirkungen

    Das Ziel von Gesundheitsförderung:

    Menschen leben bewusst und selbstbestimmt gesund, als Personen in ihren Gemeinschaften,

    Sie betrachten sich dann eher als selbstverantwortlich dafür, wie weit sie gesund leben.

    So können sie auch besser Krankheiten vorbeugen, bei Krankheiten eher genesen und chronische Erkrankungen besser bewältigen.

    Gesundheitsförderung fördert Selbstverantwortung für Gesundheit und bewirkt Prävention, Therapie und Rehabilitation.
    Gesundheitsförderung betont den ‚salutogenetischen‘ Blick nach vorn, bewusst gesunde und resiliente Lebensweisen anzustreben und zu vermehren; sie blickt nicht primär ‚pathogenetisch‘ darauf, Störungen zu verhindern oder zu beseitigen.

    Gesundheitsförderung (incl. Prävention)
    ist daher das sinnvolle psychologische Verständnis im Sinne der Ottawa-Charta.


  • Weitere Web-Informationen

Nationale Politik für Gesundheitsförderung

Psychologie für Gesundheitsförderung

(Dieser Abschnitt wird noch weiter bearbeitet.)

Psychologie (Gesundheitspsychologie) dient dazu, psychische Bedingungen und Möglichkeiten für Gesundheitsförderung zu erkennen und zu fördern. Sie bietet Wissen zur Gesundheitsförderung für Menschen, Gemeinschaften, Organisationen sowie für die Politik und die Gesellschaft.

Psychologie kann Menschen unterstützen, bewusst gesund leben zu wollen, Gesundheitskompetenz zu pflegen, zu erweitern und anzuwenden – durch evidenzbasierte Strategien und Interventionen.

Psychologie will „Menschen in der Entwicklung zu selbstbewusstem, selbstbestimmtem und selbstverantwortlichem Leben in Freiheit und in respektvollem und verantwortlichem Miteinander“ unterstützen (BER 2022, 3.2, Abs. 2 e).

Menschen können mit psychologischem Wissen und psychologischer Unterstützung eher bewusst und selbstbestimmt gesund leben (Gesundheitskompetenz pflegen): mit gesunden ökobiopsychosozialen Lebensweisen sowie mit fairen Kommunikationen und guten Beziehungen leben.

Gemeinschaften, Organisationen und die Gesellschaft können mit psychologischem Wissen und psychologischer Unterstützung gesunde ökobiopsychosoziale Lebensweisen, Kommunikationen und mitmenschliche Beziehungen pflegen und gesundheitsfördernde Gemeinschaftskulturen etablieren.  

Webseite Gesundheitspsychologie der BDP-Sektion Gesundheits- und Umweltpsychologie 

Wir unterstützen Psychologinnen und Psychologen in ihren Berufstätigkeiten für die Gesundheitspsychologie und Umweltpsychologie.
Wir präsentieren Gesundheitspsychologie und Umweltpsychologie in der Öffentlichkeit, Gesellschaft und Politik.

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen