Hoffnung in der doppelten Klimakrise
Unser Klima entwickelt sich in doppelter Hinsicht kritisch: Waldbrände, Hitzerekorde, Extremwetterlagen mit massiven Auswirkungen. Politisch wird die Klimakrise zum Spielball populistischer Prozesse und wird genutzt, um Desinformation zu verbreiten. Wie soll man da die Hoffnung bewahren, dass alles am Ende gut wird?
Am 24.08.2026 fand zu diesem Thema der BDP-Workshop mit einer Referierenden von Psychologists/Psychotherapists for Future e.V. statt. Seit mehreren Jahren bietet der BDP seinen Mitgliedern hier gezielt Fortbildungen zum Thema Klimakrise an. Das Titelthema trifft die Emotionen der Teilnehmenden – und ist der bislang am bestbesuchte Workshop.
Constance Nennewitz, Diplompsychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Klimapsychologie-Coach und Buchautorin ist seit vielen Jahren engagiert bei den Psy4F und stellte sich der Frage: „Welche guten Gründe gibt es, Hoffnung und Zuversicht zu bewahren und sich weiterhin für eine gute Zukunft für alle einzusetzen?“ Neben vielen Sachinhalten und persönlichem Austausch standen hoffnungsbringende Informationen und Handlungsoptionen im Vordergrund. Zur Frage „Wie stellen Sie das Gefühl von Hoffnung aktiv wieder her, wenn es mal abhanden gekommen ist?“ brachten die Teilnehmenden viele Ideen ein: gute Podcasts, Verbindung mit der Natur, positive Visionen, Good-News-App, gemeinsam mit Anderen aktiv sein, slow fashion, vegetarisches Essen usw. Frau Nennewitz ordnete dies in verschiedene Bereiche von Quellen für Zuversicht ein und gab selbst vielfältige Impulse. Wichtig sind aktive Emotionsregulation, sozialer Rückhalt und Austausch, positive Zukunftsvisionen, gezieltes Einholen hilfreicher Informationen (z.B. dass das Pariser Klimaabkommen noch mit entsprechenden Anstrengungen noch erreichbar ist) und der Blick auf positive Entwicklungen trotz Stagnation oder Rückschritten andernorts. Ambiguitätstoleranz sei eine Schlüsselkompetenz in diesen Zeiten. Ein gutes Zitat stammt von Vaclav Havel: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern dass es Sinn macht – egal wie es ausgeht.“
Weitere Handlungsoptionen (zum Fuß- und Handabdruck) sind z.B. unter www.daskannstdutun.de von Psy4F-Engagierten anschaulich aufbereitet worden. Auch die Webseite www.psy4f.org lohnt einen Blick.
Unser Fazit: Ein Workshop, der eingehalten hat, was versprochen wurde. Wir bedanken uns bei Frau Nennewitz und allen Psy4F-Referent*innen. Weitere Termine werden folgen!