Suizidprävention kann Leben retten
Pressemitteilung zum Welttag der Suizidprävention am 10.09.2026
Berlin, 07.09.2026: Suizidprävention ist eine ebenso politische wie gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Eine Enttabuisierung und mehr Aufmerksamkeit können dazu beitragen, Menschen in suizidalen Krisen zu erreichen. Dazu braucht es eine starkes Suizidpräventionsgesetz. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) setzt sich für eine deutliche Verbesserung der Versorgungsstrukturen ein und fordert eine evidenzbasierte, interdisziplinäre Präventionsstrategie. Der Verband begrüßt den aktuellen Vorstoß der Bundesregierung zur Stärkung der Suizidprävention.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beenden jedes Jahr rund 10.000 Menschen in Deutschland ihr Leben durch einen Suizid, das übersteigt die addierte Zahl der Todesfälle durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, Drogenkonsum und tödliche Erkrankungen. Laut dem Nationalen Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) liegt die Zahl der Suizidversuche jährlich bei rund 100.000.
Ein erhöhtes Suizidrisiko haben dabei Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen oder Depressionen (NaSPro). Auch durch traumatische Ereignisse, tiefgreifende oder existenzielle Lebensveränderungen wie den Verlust von Angehörigen oder der Arbeitsstelle sowie schweren Erkrankungen steigt das Risiko.
Der BDP fordert seit langem den Ausbau der Suizidprävention im Rahmen eines Suizidpräventionsgesetzes und begrüßt daher die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Umsetzung der bereits 2024 verabschiedeten Präventionsstrategie ausdrücklich.
„Vor dem Hintergrund der seit Jahren gleichbleibend hohen Zahlen bei Suiziden in Deutschland sieht der BDP vor allem die Notwendigkeit einer Stärkung der suizidpräventiven Strukturen sowie deren Finanzierung, damit Menschen in suizidalen Krisen aufgefangen werden können“, erklärt Fredi Lang, Leiter der Abteilung Fach- und Berufspolitik im BDP.
Der Gesetzentwurf ist ein erster Schritt zur strukturellen Neuaufstellung, es gibt aber Nachbesserungsbedarf. Für die Qualitätssicherung einer flächendeckenden, niedrigschwelligen und verlässlichen Versorgung empfiehlt der BDP die Einrichtung einer permanenten Bundesfachstelle für Suizidprävention inklusive eines interdisziplinären Fachbeirats zur Entwicklung evidenzbasierter, multi-sektorieller und bedarfsgerechter Präventions- und Behandlungsangebote.
Für mehr Aufmerksamkeit und zur Förderung einer Entstigmatisierung im Umgang mit Suizidalität wäre aus Sicht des Verbandes eine Aufklärungs-Kampagne sinnvoll, die in der Bevölkerung ein Bewusstsein schafft und über niedrigschwellige Hilfsangebote informiert. Denn oft gilt: Reden hilft! Wahrnehmung und Ansprache im Falle von (suizidalen) Krisen können den entscheidenden Unterschied machen, ebenso wie das Wissen um kompetente Ansprechpartner. Politisch und gesellschaftlich mitgedacht werden sollte auch die Unterstützung von Hinterbliebenen.
Suizidprävention kann Leben retten. Dafür braucht es eine Gesamtstrategie und Hilfe, die niedrigschwellig, verlässlich und zeitnah erreichbar ist. Und eine Gesellschaft, die Suizidalität und Suizidprävention als eine gemeinsame Aufgabe wahrnimmt. Dafür setzen wir uns als Verband ein.
Ihre Ansprechpartnerin:
Bettina Genée
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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