Sondermailing zur Abwertung psychotherapeutischer Leistungen

Ein Thema für alle Psycholog*innen

Liebe Kolleg*innen,

über die skandalöse Entscheidung des Bewertungsausschusses, die Vergütung ambulanter psychotherapeutischer Leistungen ab dem 1. April 2026 um 4,5 Prozent abzuwerten, haben der BDP und seine Sektion VPP (Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten) im BDP berichtet (Lesen Sie hier).

Die Welle der Empörung und Solidarität, die seitdem durch unsere Reihen geht, zeigt: Diese Kürzung ist nicht hinnehmbar – weder für die Behandler*innen noch für die Patient*innen. Allerdings gibt es auch deutliche Kritik an den Berufsverbänden, denen vorgeworfen wird, nicht genug zu tun.

Ein Thema für alle Psycholog*innen

Darum möchten wir Sie gut informieren, was passiert, wie es weitergeht, welche politischen Aktionen wir planen und wie Sie sich beteiligen können. Diese Kürzung ist ein Angriff auf die psychotherapeutische Versorgung und damit die psychische Gesundheit in Deutschland. Und da wir zu diesem Thema als ein Berufsverband handeln und die Aktivitäten der Kolleg*innen in unserem VPP unterstützen, wenden wir uns heute mit dieser Information an alle Mitglieder.

Weil wir nur etwas erreichen können, wenn wir als Berufsstand mit einer Stimme sprechen und uns gut koordinieren, stehen die VPP-Aktiven seit der Veröffentlichung des Beschlusses mit anderen Berufsverbänden des großen Verbändebündnisses Gesprächskreis-II im Austausch.

Unsere Aktionen bisher

Am Montag dieser Woche fand ein erstes großes Vernetzungstreffen statt, bei dem Ideen und Informationen ausgetauscht und konkrete Aktionen geplant wurden.

Unter anderem wurde das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als Rechtsaufsicht aufgefordert, den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zu beanstanden. Dies ist der erste wichtige Schritt, um die Entscheidung rechtlich zu überprüfen und politisch Druck auszuüben.

Neben diesem formalen politischen Schritt und der Information unserer Mitglieder treten wir auch an die Öffentlichkeit heran. Die Pressemitteilung des BDP und VPP vom 16.03.2026 unterstreicht: Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die psychotherapeutische Versorgung weiter ausgehöhlt wird. Auch in den sozialen Medien sind wir präsent (Linkedin). Das Interesse von Medienvertreter*innen ist groß.

Damit wir öffentlich und gegenüber der Politik unsere Empörung über die skandalöse Entscheidung des Bewertungsausschusses und die Dringlichkeit einer Prüfung und Anpassung hinreichend deutlich machen können. brauchen wir Ihre Unterstützung!

So können Sie aktiv werden:

  • Werden Sie laut und gehen Sie zu den Demonstrationen. Eine Übersicht finden Sie hier: www.jetzt-wird-es-laut.de.
  • Kommen Sie zur großen gemeinsamen Demonstration der Berufsverbände – organisiert unter Federführung von VPP und bvvp - am 15.04.2026 in Berlin (weitere Infos folgen in Kürze).
  • Zeichnen Sie die derzeit laufende Petition gegen die Honorar-Abwertung, die weiterhin Ihre Unterstützung braucht: Zur Petition.

Schreiben Sie an Abgeordnete aus Ihrem Wahlkreis oder dem Gesundheitsausschuss sowie an das Bundesministerium für Gesundheit: Bitte schildern Sie die Situation und Ihren Unmut mit eigenen Worten. Wir stellen keine Textvorlagen zur Verfügung, weil diese per KI aussortiert werden.
Damit auch Patient*innen gut informiert sind und sie unsere Aktionen unterstützen können, haben wir einen Aushang für Praxen und andere Einrichtungen vorbereitet.

Die Solidarität unter Kolleg*innen und mit der somatischen Ärzteschaft ist groß. Wir danken Ihnen allen für Ihr Engagement und versichern Ihnen: Der VPP im BDP e.V. wird Ihre Interessen mit aller Kraft vertreten.

Für Rückfragen und Anregungen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung (info@vpp.org).
Mit kollegialen Grüßen

Thordis BethlehemDr. Johanna Thünker
Präsidentin des BDPVorsitzende der Sektion VPP im BDP
Veröffentlicht am:
Kategorien:
Vertragspsychotherapie
Schlagworte:
VPP
Psychotherapie
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