PM: So lässt sich Burnout verhindern – Psychisch gesund am Arbeitsplatz

Im Vorfeld zum Jahr des Arbeitsschutzes 2013 betont der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), dass psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt frühzeitig abgewendet werden können. „Zu einem gelingenden Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz gehört das Handwerk der Psychologen dazu“, erklärt BDP-Präsidentin Sabine Siegl. „Nicht jeder, der psychisch über- oder unterfordert ist, wird psychisch erkranken und dann einer Behandlung oder Therapie bedürfen. Vieles kann bereits im Entstehen aufgefangen werden. Durch kluge und nachhaltige Präventionsmaßnahmen lassen sich viel Leid und Kosten verhindern.“

Überforderungsphänomene beispielsweise nehmen in den letzten Jahren zu. „Das Gefühl der Unkontrollierbarkeit der eigenen beruflichen Entwicklung, der Druck zum stetigen Neulernen, subjektive Überforderung durch erhöhte Anforderungen oder durch zeitaufwändige Kontrollprozeduren im Arbeitskontext – dies sind Beispiele für mögliche Risikofaktoren, die bei Personen psychische Störungen begünstigen, die früher in psychisch weniger anfordernden Tätigkeiten gut durchgekommen wären“, berichtet Professor Dr. Frank Jacobi von der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) und TU Dresden.

Der Anteil der psychischen Erkrankungen an allen Krankschreibungen beträgt mittlerweile 12,5%, die Fehlzeiten betragen durchschnittlich 30 Tage, und auch der relative Anteil psychischer Diagnosen bei immer früheren Berentungen hat deutlich zugenommen und liegt mittlerweile bei knapp 40% der Frühberentungsgründe. Damit alle Patienten ambulant und zeitnah einen Therapieplatz finden, fordert der BDP flächendeckend ausreichende Kassenzulassungen.

Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement nehmen Psychologen aber nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Organisationsstrukturen in den Fokus. Wenn sie von Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz sprechen, geht es durchaus nicht nur um ergonomisches Sitzen und ausreichende Pausen, sondern auch um die Unternehmenskultur, die in der Transparenz von Abläufen, in Entscheidungsspielräumen, gerechter Bezahlung und Partizipationsmöglichkeiten sichtbar wird. Ebenso geht es um passgenaue Personalauswahl: Werden Positionen falsch besetzt, ist die Überforderung vorprogrammiert. Auch Unterforderung kann krank machen.

Jedoch tun sich viele Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmungen schwer, diesen Anforderungen strukturell zu begegnen. „Wir als Psychologen können dabei helfen, maßgeschneiderte Konzepte zu erarbeiten, die dann auch nachhaltig wirken“, berichtet Ulrich F. Schübel, Vorstandsmitglied der BDP-Sektion Wirtschaftspsychologie aus Erfahrung. „Kochrezepte à la ‚Man nehme einen Kurs Stressbewältigung und alles wird gut’ greifen nicht weit genug.“ Wenn er Unternehmen berät, dann hilft er zunächst, Kompetenzen von Beschäftigten und Potenziale von Organisationen zu entdecken und diese ständig weiter zu entwickeln. Es geht um einen nachhaltigen Veränderungsprozess hin zum „gesunden Betrieb“, so Schübel.

Im BDP sind Gesundheits-, Betriebs- und Arbeits- & Organisationspsychologen aus ganz Deutschland organisiert, die Organisationen unterstützend beraten können.

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