Scheitern und Widerstand - Gesellschaftliche und individuelle Perspektiven / Tagung der abp

Krisenmüdigkeit: Viele Menschen suchen angesichts der eskalierendenKrisen den Rückzug. Die spätmodernen Anforderungen, Resilienz zu entwickeln oder gar an der Eindämmung der sozialen, politischen und ökologischen Krisen mitzuwirken, fühlen sich oft überfordernd an. Die Komplexität der Krisenursachen schafft eine schwer erträgliche und zugleich lähmende innere Spannung.
Ein steigender Leistungs- und Optimierungsdruck ist begleitet von Angst vor dem individuellen wie gesellschaftlichen Scheitern.
Was bedeutet es eigentlich zu scheitern? Ist Scheitern ausschließlich Ausdruck persönlicher und kollektiver Begrenzungen oder eröffnet es auch einen Raum für Neuorientierung, Kreativität und Verbundenheit? Und was bedeutet Scheitern in unserer therapeutischen Tätigkeit?
Limitation und Fehlbarkeit implizieren stetige Gefahren des Scheiterns. Wo verläuft die Grenze zwischen konstruktivem und destruktivem
Scheitern?

Gegenwärtige gesellschaftliche Fantasien scheinen davon geprägt zu sein, nicht scheitern und sich keine Fehler erlauben zu dürfen.
Kann Scheitern daher auch als Form des Widerstands gelesen werden, als Aufbegehren gegen überhöhte Anforderungen und normierende
Perfektionsansprüche?
Aus psychoanalytischer Warte ist der Widerstands-Begriff neu zu befragen: Traditionell als Abwehr verstanden, kann er auch als Hinweis
auf Störungen innerhalb der therapeutischen Beziehung verstanden werden. Sowohl gesellschaftlich als auch in Behandlungen kann Widerstand damit auch als Zeichen von Hoffnung gelesen werden, kann Missstände benennen und neue Formen der Verbindung ermöglichen.
Welche gesellschaftlichen Formen des Widerstandes finden sich derzeit und was sind ihre konstruktiven ebenso wie ihre destruktiven
Aspekte?
Die Tagung lädt dazu ein, die vielen Schichtungen von Scheitern und Widerstand freizulegen, also ihre bewussten und unbewussten, ihre kollektiven und individuellen Dynamiken sichtbar zu machen und ihre Rolle in einer verunsicherten Gegenwart neu zu befragen. Wir freuen uns auf intensive Diskussionen und einen regen Austausch.

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Datum
Freitag, 09.10.2026 -
Samstag, 10.10.2026
Uhrzeit
Beginn: 16:30
Ende: 20:00
Kontakt
Hanno Pauly
veranstaltung@apb.de
Anmeldung
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