16. DDPP-Kongress „Wahn als Konstruktion von Bedeutung - Folgen für Psychotherapie und Gesellschaft“

Eine Veranstaltung von: DDPP - Dachverband Deutschsprachiger PsychosenPsychotherapie e.V.

Referentinnen: Prof. Dr. Thomas Bock (Hamburg), Prof. Dr. Andreas Heinz (Tübingen), Jascha Mai (Berlin), Dr. Julian Möller (Basel), Dipl.-Psych. Simon Ohlig (Berlin) und Dr. Hans Schultze-Jena (Hamburg) 


Liebe InteressentInnen der Psychotherapie von Menschen mit Psychosen,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wahn wird häufig verstanden als krankheitsbedingte, fehlerhafte, scheinbar unverständliche Beurteilung der Realität. Der Bedeutung dieses Phänomens für Betroffene, aber auch für das Mensch-sein an sich wird dieser Definitionsversuch kaum gerecht. Wer wahnhaft wird, konstruiert Bedeutung - um sich herum, aber auch für sich selbst – zur Not auch um den Preis des Bezugs zur geteilten Realität. Die subjektive Bedeutung der Wahninhalte ist individuell sehr verschieden ausgeprägt. Es lohnt sich, dieser Bedeutung nachzugehen. Sich verfolgt zu wähnen, macht Angst, gibt aber auch Bedeutung und bietet ein Erklärungsmodell für die Folgen von Überforderung. Beobachtet zu werden,
ist irritierend, kann aber auch Gewissheit über das Da-sein vermitteln. Oft leider um den Preis von Isolation und Einsamkeit. Wenn die Wahrnehmung nicht mehr verlässlich ist, woran kann man sich festhalten? Die Psychotherapie bietet einen geeigneten Raum, die Hintergründe solcher Erlebnisse verstehen zu lernen und den Weg in eine geteilte Realität zurückzufinden.
Findet das Phänomen des Wahns seine gesellschaftliche Entsprechung in der Konjunktur von Verschwörungstheorien? Wirklichkeit ist mehrdeutig, Realität bisweilen kaum auszuhalten. Was entscheidet darüber, ob wir die aktuelle gesellschaftliche Verunsicherung gemeinsam aushalten oder ob wir auf Bedrohungen mit dem Rückzug in alternative Fakten reagieren? Was kann Psychotherapie zu diesen gesellschaftlichen Fragen beitragen?
Wir laden Sie ein, mit uns diesen Fragen nachzugehen. Wir haben ein Thema gewählt, das psychotherapeutisch bewegend und herausfordernd sein kann, zugleich aber auch gesellschaftlich hochaktuell ist. Dem Menschen wieder Bedeutung zu geben, ist das verbindende Element.
Auch diesmal finden unterschiedlicheFallseminare statt, die von jeweils zwei Dozent*innen geleitet werden. Hier sind alle Berufsgruppen eingeladen, einige Fallseminare sind auch für Betroffene und Angehörige offen.


Am 09. und 10. Oktober 2026 wird dann das Herbstsymposium des DDPP das Thema des Maikongress weiterführen und online mit Präsenzmöglichkeit stattfinden. Vorträge, Workshops und Fallseminare haben die Vertiefung und Erweiterung des eigenen Wissens wie auch die gemeinsame Diskussion zum Ziel. 

Bei der Buchung beider Kongresse wird ein Frühbucherrabatt von 20% gewährt.

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Datum
Freitag, 08.05.2026 -
Sonntag, 10.05.2026
Uhrzeit
Beginn: 16:00
Ende: 13:00
Kontakt
Dorothea von Haebler
dorothea.vonhaebler@ddpp.eu
Veranstaltungsort
Ehemalige Psychiatrische und Nervenklinik am Charité Campus Mitte
Adresse
Charitéplatz 1
10117 Berlin
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Anmeldung
via Website
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Wir unterstützen alle Psychologinnen und Psychologen in ihrer Berufsausübung und bei der Festigung ihrer professionellen Identität. Dies erreichen wir unter anderem durch Orientierung beim Aufbau der beruflichen Existenz sowie durch die kontinuierliche Bereitstellung aktueller Informationen aus Wissenschaft und Praxis für den Berufsalltag.

Wir erschließen und sichern Berufsfelder und sorgen dafür, dass Erkenntnisse der Psychologie kompetent und verantwortungsvoll umgesetzt werden. Darüber hinaus stärken wir das Ansehen aller Psychologinnen und Psychologen in der Öffentlichkeit und vertreten eigene berufspolitische Positionen in der Gesellschaft.

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen