Unterschriftenaktion für bessere Rahmenbedingungen im Kontext der Reha-Nachsorge für Patient*innen mit psychischen Erkrankungen (Psy-RENA®) war ein großer Erfolg
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Versicherte der Deutschen Rentenversicherungen (DRV) haben Anrecht auf eine ambulante psychosomatische Nachsorge zur Reintegration nach einer stationären psychosomatischen Rehabilitation. Vorgesehen sind hier Gruppensitzungen sowie bis zu 5 Einzelinterventionen mit Vor- und Schlussgespräch, geleitet und geführt von approbierten Psychotherapeut*innen mit entsprechender Qualifikation.
Das Fachkonzept sowie die Regularien laufen heute bundesweit unter der Bezeichnung Psy-RENA. Diese Unterstützungsmaßnahmen nach einem stationären Aufenthalt ermöglichen es Betroffenen nach der Behandlung von psychischen Erkrankungen ihren Alltag zu organisieren.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Probleme mit Rechnungskürzungen und Behandlungsabbrüchen im Zusammenhang mit den von unterschiedlichen Stellen uneinheitlich interpretierten Unterbrechungsregularien im Fachkonzept. Gingen einige davon aus, dass es sich dabei um Fehlzeiten von Teilnehmenden an Gruppensitzungen handelte, bezogen andere Abrechnende auch Fehlzeiten von Gruppenleitenden sowie Feiertage mit ein.
Diese fortwährende Intransparenz und Varianz in der Handhabung der Unterbrechungsregelung(en) (Abbruch oder Nichtzahlung des Honorars, wenn 6 Wochen keine Gruppe stattgefunden hat) gaben den Anstoß, nicht weiter Einzelfalllösungen anzustreben, sondern sich mit einer Unterschriftenaktion für Gruppenleitende und -teilnehmde für eine bundesweit einheitliche, patient*innenfreundliche Lösung einzusetzen.
Und es hat sich gelohnt: Bis zum Stichtag der Übergabe im Juli 2024 kamen 117 Unterschriften von Leitenden und 826 Teilnehmenden-Unterschriften zusammen. Neben der Psychotherapeutenkammer Hamburg und der Bundespsychotherapeutenkammer haben auch der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) und der Verband Psychologischer Psychotherapeut*innen (VPP im BDP), u. a. mit einem Artikel im report psychologie, die Unterschriftenaktion unterstützt.
Mit Erfolg: Nach einigem Warten wurde die Regelung nun aus dem Fachkonzept gestrichen und die Verantwortung für einen Abbruch in die Hände der Gruppenleitenden gelegt. Seit Januar 2026 ist das Fachkonzept Psy-RENA (fast) ohne die Unterbrechungsregelung gültig.
Das war ein wichtiger Schritt. Allerdings besteht weiterhin die (von uns ebenfalls kritisierte) 6-Wochen-Frist zwischen Aufnahmegespräch und erster Gruppenstunde im Fachkonzept, was die Planung der Unterstützungsleistung für die Gruppenleitenden ebenso erschwert wie für die Teilnehmenden. Hier könnte nachgebessert werden.