Stellungnahme zum Bericht über die Verhörmethoden der CIA

Mit Bestürzung hat der BDP die Details im Bericht der CIA (Central Intelligence Agency) über die psychologischen Aktivitäten von zwei amerikanischen "Militärpsychologen" im Kontext von Verhören zur Kenntnis genommen. Das Verhalten ist in keiner Weise mit den beruflichen Verpflichtungen von Psychologen und der geforderten ethischen Haltung vereinbar.

Der Einsatz von Folter oder folterähnlichen Methoden widerspricht grundlegend den Prinzipien der Achtung vor der Würde des Menschen und der Achtung vor der körperlichen und psychischen Unversehrtheit.

Jenseits von politischen Diskussion in den USA über die Ergebnisse beim Einsatz solcher Techniken ist aus der berufsethischen Perspektive von Psychologen eindeutig festzustellen, dass deren Einsatz den Menschenrechten und somit auch den berufsethischen Grundsätzen von Psychologen fundamental widerspricht und daher unbedingt einer Ächtung und Bestrafung bedarf.
 
Die Bewertung des Verhaltens als schlimme Verfehlung und als Verhalten außerhalb der Berufsrolle von Psychologen ist unstrittig und das Vorgehen gegen Verstöße gemeinsame Haltung und Anliegen der Berufsorganisationen von Psychologen. Dementsprechend haben sich die Berufsorganisation der Psychologen in Amerika (American Psychological Association, APA) und in Europa (European Federation of Psychologists Associations, EFPA) in gleicher Weise geäußert und eine Bestrafung gefordert.
Die berufsethischen Verpflichtungen für Psychologen in den USA und Europa sind in der Bewertung eines solchen Verhaltens eindeutig. Europäische Psychologen unterliegen in ihrem Verhalten zudem dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der unabhängig von nationalen Rechtssystemen Verletzungen der Menschenrechte und somit auch der Menschenwürde verfolgt. Der Respekt vor der Würde des Menschen und dessen Unversehrtheit ist ein wesentliches Prinzip der ethischen Haltung von Psychologen und in der Psychologie allgemein.

Der BDP wird das Thema Berufsethik in den kommenden Jahren stärker ins Zentrum seiner Aktivitäten rücken und mithilfe von Texten und Trainingsmaßnahmen die ethische und fachliche Entscheidungsfindung bei ethischen Dilemmata unterstützen.

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