Stellungnahme und Solidaritätsnote zum kriegerischen Überfall Russlands auf die Ukraine

Der Vorstand der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen ist fassungslos und tief betroffen über den völkerrechtswidrigen, verbrecherischen Angriffskrieg, den Russland seit zwei Wochen in der Ukraine führt. Noch immer verfolgen wir mit Entsetzen und großer Sorge die furchtbaren Ereignisse der letzten Tage, die sich nunmehr in verschiedenen Regionen der Ukraine ereignen.

Wir verurteilen die Kriegshandlungen der russischen Regierung gegenüber dem ukrainischen Volk aufs Schärfste. Wir sprechen den Familien, Freundinnen und Freunden derer, die in diesem völkerrechtswidrigen Krieg ihr Leben verloren haben, unser tief empfundenes Beileid aus. Wir wünschen ihnen und allen Menschen in der Ukraine Kraft, Zuversicht und Hoffnung in diesen schwierigen Zeiten und übermitteln allen Betroffenen unser tiefstes Mitgefühl.

Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten auch allen ukrainischen Kolleginnen und Kollegen, die in der Ukraine selbst das Leid dieses Krieges erfahren oder seine Schrecken aus dem Ausland mitansehen müssen und dabei mit allen Kräften versuchen, den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern psychologische Unterstützung zu geben. Wir sind zutiefst beeindruckt von der Widerstandfähigkeit der ukrainischen Nation! Wir fühlen uns ebenso mit all jenen russischen Kolleginnen und Kollegen verbunden, die nicht zuletzt vor dem Hintergrund der ethischen Standards unseres Faches das völkerrechtswidrige und zutiefst verwerfliche Handeln der politischen Führung ihres Landes verurteilen. Wir danken hier insbesondere denjenigen, die auch im Angesicht drohender oder bereits erfolgter Repressalien ihre Stimme gegen den Irrweg ihrer Regierung erheben.

Wir, der Vorstand der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, verurteilen - stellvertretend für unsere Organisationen - diesen Bruch des Völkerrechtes und die damit verbundenen Kriegshandlungen. Wir fordern die russische Regierung auf, die Kriegshandlungen sofort zu beenden und ihre Truppen aus der Ukraine abzuziehen. Die von 141 Staaten angenommene Resolution der UNGeneralversammlung, die Russland zum Ende des Angriffs auf die Ukraine auffordert, zeigt die Kraft der internationalen Gemeinschaft, die uns weitere Hoffnung gibt.

Wir sind gegenwärtig noch nicht in der Lage abzusehen, wie wir als Psycholog:innenschaft den Betroffenen dieses Krieges werden helfen können. Wir, die Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, bekunden hier ausdrücklich unsere Bereitschaft, unseren Beitrag dafür zu leisten. Es ist bereits jetzt sicher davon auszugehen, dass die psychologischen Folgen immens sein werden.

Schon jetzt ist klar, dass es für Generationen von Menschen in Europa, und besonders jetzt für die ukrainische Bevölkerung, schwer werden wird, diese Katastrophe mit allen ihren Folgen psychisch zu verarbeiten. Auch wir als Psycholog:innenschaft haben die besondere Aufgabe zu unterstützen, wo wir nur können.

Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind bei allen Menschen in der Ukraine, den Angehörigen, die um ihre Lieben bangen müssen, den Verwundeten und allen flüchtenden Menschen.

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Kategorien:
Krieg gegen die Ukraine
Stellungnahme
Schlagworte:
Ukraine
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