Ramona Künkel
Was verbindet Sie mit dem Verband?
Der Berufsverband der Psychologinnen und Psychologen steht für mich für die starke, gemeinsame Stimme unseres Fachs in der Öffentlichkeit und Politik. Als Psychologin in Praxis und Ausbildung schätze ich besonders den fachlichen Austausch und das verlässliche Netzwerk, das Halt gibt. Der BDP verbindet wissenschaftlichen Anspruch mit praxisnahem Einsatz für unsere beruflichen Interessen. Genau dieses Miteinander und die Vertretung unseres Berufsstands machen für mich die Verbindung zum Verband aus.
Wie sind Sie zum Verband gekommen? Was war Ihr erster Berührungspunkt?
Ich bin tatsächlich während des Studiums beigetreten, um fundierte Informationen zu erhalten und mich zu orientieren. Gerade zu den Covid-Zeiten war dies extrem sinnvoll, da es zahlreiche wertvolle Online-Veranstaltungen gab. Ich bedauere sehr, dass dieses digitale Format heute leider weitgehend weggefallen ist. Genau diese ersten digitalen Berührungspunkte zeigten mir damals, wie wertvoll der unkomplizierte Austausch im Verband war.
Aus welchen Gründen sollten sich Psycholog*innen berufspolitisch organisieren?
Psychologinnen und Psychologen müssen sich berufspolitisch stark machen, um ihre Expertise viel schärfer in drängende gesellschaftliche Debatten wie Verkehr und Gesundheit einzubringen. Es braucht dringend psychologische Perspektiven bei der Gestaltung von Verkehrskonzepten – etwa um den Autoverkehr zugunsten einer echten Radverkehrsförderung mit sicheren, abgetrennten Wegen zu drosseln und gesundheitsschädliche Belastungen zu reduzieren. Statt die Oberhand reinen Theoretikerinnen und Theoretikern aus fachfremden Studiengängen zu überlassen, muss unsere Stimme hier aktiv gehört werden. Nur über eine starke, organisierte Gemeinschaft können wir diese fachlichen und gesundheitspolitischen Baustellen wirksam mitgestalten.
Was sollte sich in Zukunft unbedingt verändern – und was unbedingt bleiben?
Der Verband sollte sich in Zukunft viel stärker dafür einsetzen, die Bevölkerung über grundlegende psychologische Mechanismen aufzuklären, anstatt bei alltäglichen Problemen reflexartig nach einer Psychotherapie zu rufen. Zugunsten eines klareren Berufsbildes muss dringend mehr Transparenz über die Unterschiede zwischen reinen Psychologinnen, psychologischen Psychotherapeutinnen und den neuen Psychotherapeut*innen geschaffen werden. Unbedingt bleiben muss hingegen der unermüdliche Einsatz für eine starke, hörbare berufsständische Interessenvertretung, die unseren Fachbereich nach außen vertritt.
Was wünschen Sie dem BDP zum Jubiläum?
Zum Jubiläum wünsche ich dem BDP weiterhin viel Weitblick, Mut und den nötigen Biss, um sich in gesellschafts- und gesundheitspolitischen Fragen noch schärfer zu positionieren. Möge der Verband nah an den echten Bedürfnissen seiner Mitglieder bleiben und die Weiterentwicklung der Psychologie in Deutschland maßgeblich mitgestalten. Auf viele weitere Jahre voller starker Impulse für unseren Berufsstand!