PM: Lösungsansätze für die Megatrends der Zukunft

7. Kongress für Wirtschaftspsychologie vom 28. - 30. April 2008 in Fellbach bei Stuttgart

Wie entwickeln sich Wirtschaft und Arbeit in den kommenden Jahren? Welche Herausforderungen müssen Unternehmen, Personalmanagement und Beschäftigte, aber auch die moderne Wirtschaftspsychologie annehmen und meistern?
Unter dieser Fragestellung haben rund 260 Expertinnen und Experten des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) während des 7. Kongresses für Wirtschaftspsychologie auf der Grundlage hochkarätiger Vorträge in "Zukunftskonferenzen" von Montag bis Mittwoch aktuelle Lösungsansätze erarbeitet für die aktuellen Megatrends der Zukunft: demografischer Wandel, Humanpotenzial, Globalisierung und interkulturelles Arbeiten, Unternehmens- und Strategieentwicklung.

Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis
Prof. Dr. Felix Brodbeck von der Ludwig-Maximilians-Universität München thematisierte die Kluft zwischen Wissenschaft und Unternehmenspraxis. Um mit dem vorhandenen umfangreichen Wissen die Zukunft gestalten zu können, müsse diese Kluft überbrückt werden oder anders ausgedrückt: "Wir haben einen Porsche, jetzt müssen Räder dran, um ihn auf die Straße zu bekommen". Die Zukunft der Arbeitsgesellschaft stand im Mittelpunkt des zweiten Eröffnungsvortrags von Prof. Dr. Artur Wollert von der Technischen Hochschule Karlsruhe und dem Kuratorium der "berufundfamilie gGmbH" Frankfurt. "Wir brauchen Partizipation und eine werteorientierte Personalpolitik", betonte Wollert. Bildung sei der entscheidende Wachstumsfaktor für Deutschlands Zukunft. "Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht", lautete sein Fazit.
Die rund 50 Vorträge sowie die Diskussionsergebnisse des Kongresses vermittelten einen Eindruck der vielfältigen Herausforderungen, die von der Wirtschaftspsychologie gesehen und angenommen werden.

Demografischer Wandel - Unternehmen fit machen für Familien und für "50plus"
Ohne Gesamtkonzepte sowie differenzierte Analyse- und Förderinstrumente, die sich an den Fähigkeiten der einzelnen Beschäftigten, aber auch an den realen Bedürfnissen von Frauen und Männern orientieren, wird sich keine demografie-sensible Unternehmenskultur entwickeln. Sie ist allerdings erforderlich, um die vielfältigen Kompetenzen der unterschiedlichen Mitarbeitergruppen erkennen und nutzen zu können. Ein attraktives Arbeitsklima für Männer und Frauen mit und ohne Kinder, für Jüngere und Ältere sichert den Produktionsstandort.

Humanpotenzial - Eignungsdiagnostik auf dem Prüfstand
Die Unternehmen entdecken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als ihre wichtigste Ressource neu. Aktuelle Studien belegen, gutes Leadership wird zum klaren Erfolgsfaktor, der sich gerade auch größerer Produktivität und höherer Profitabilität niederschlägt. Viele Unternehmen erkennen, dass es jetzt um mehr als Managen geht, dass es um Leadership, um Begeisterung für "die Firma", um Persönlichkeit geht. Das hat auch Auswirkungen auf die Eignungsdiagnostik: Die methodisch abgesicherte Überprüfung generalisierbarer Fähigkeiten und die Ausprägung persönlicher Kompetenzen muss die Stereotype "in die Schublade packen" in der Personalbewertung ablösen.

Globalisierung und interkulturelles Arbeiten - Wissen nutzen und umsetzen
Die Voraussetzungen für erfolgreiche Einsätze deutscher Führungskräfte im Ausland sind Fach-, Führungs- und Kulturkompetenzen, ein reales Bild des Gastlandes, Wissen über kulturelle Unterschiede sowie Geduld und Bescheidenheit. In der Regel lassen sich westliche Führungsmodelle nicht anderen Kulturen überstülpen, sondern müssen an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Wenn die Familie nicht mitzieht, scheitert der Aufenthalt im Ausland. Aus Sicht der Wirtschaftspsychologie gibt es zu entsprechend fundierten Trainingsprogrammen und Auswahlverfahren keine Alternative. Interkulturelle Konflikte am Arbeitsplatz lassen sich lösen durch einen sensiblen Umgang, der allerdings gelernt werden muss.

Unternehmens- und Strategieentwicklung - Dialog auf allen Ebenen
Planungszeiträume von fünf bis zehn Jahren gehören der Vergangenheit an. Der dynamische Wettbewerb zwingt die Unternehmen, erkannte Veränderungsnotwendigkeiten schnell und erfolgreich umzusetzen - im Dialog mit allen Ebenen. Wirtschaftspsychologinnen und -psychologen unterstützen die Wirtschaft dabei, den richtigen Weg zu finden und strategische Themen in der Organisation methodisch umzusetzen sowie übertriebene Regelungen, Formalismus und Bürokratie abzubauen. Ob es um altersvermischte Teams, Einbindung von Kundinnen und Kunden, Beteiligung von Mitarbeitenden geht - die Wirtschaftspsychologie sichert den Dialog zwischen verschiedenen Sprachen und die Ideenentwicklung, fördert das "Dürfen" und stellt dafür entsprechende Methoden zur Verfügung.
Psychologie in der Wirtschaft
Wirtschaftspsychologinnen und -psychologen haben die Expertise für Personalauswahl und Personalentwicklung, Führung und Motivation, Beratung, Coaching und Supervision, Teamentwicklung, Training und Prozessbegleitung, Markt- und Organisationsforschung, Organisationsentwicklung und Change Management, Arbeitsorganisation, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung, Kundenorientierung, Markenführung und -positionierung sowie Medien und Kommunikation.

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