Inge Lindner
Was verbindet Sie mit dem Verband?
Das Ziel, zu einer kontinuierlichen und konstruktiven Entwicklung von Psychologie als Fach und Profession beizutragen.
Und die Erfahrungen mit Wegen und Irrwegen im Dschungel technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen in fast 60 Jahren.
Und natürlich die über die Jahre mehr oder weniger intensive aber stets gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen vor allem in der Sektion AFW.
Wie sind Sie zum Verband gekommen? Was war Ihr erster Berührungspunkt?
Familie und Schule brachten mich zu der Überzeugung, dass eine demokratisch verfasste Gesellschaft nicht nur die Erfüllung der gesetzlich definierten Pflichten ihrer Mitglieder braucht, sondern auch bürgerschaftliches Engagement für Werte und Rechte im Rahmen freiwilliger und ehrenamtlicher Mitarbeit in unterschiedlichen Organisationen.
Deshalb wurde ich nach dem Abitur Mitglied einer politischen Partei (der FDP) und nach dem Studienabschluss (Diplom) Mitglied des BDP. Ich bin auch Mitglied der (evangelischen) Kirche, dort aber kaum aktiv.
Aus welchen Gründen sollten sich Psycholog*innen berufspolitisch organisieren?
s.o.
Die Frage sollte sein "was kann ich für den Verband und meine Profession tun?" und nicht (oder jedenfalls nicht in erster Linie) "was kann der Verband für mich tun?"
Was sollte sich in Zukunft unbedingt verändern – und was unbedingt bleiben?
Das ist keine gute Fragestellung. Änderungen im Verband sollten sich ergeben aus technischen und gesellschaftlichen Veränderungen, aus den Potentialen seiner Mitglieder und aus den Erfahrungen bei der Anwendung von Erkenntnissen aus der Erforschung menschlichen Erlebens und Verhaltens auf die Entwicklung von Individuen, Institutionen und Werten. Psychologie ist eine experimentelle Wissenschaft. Es braucht Raum für Vielfalt und Freiheit, die nur durch die Verantwortung für Andere begrenzt wird (Berufsethische Richtlinien).
Was wünschen Sie dem BDP zum Jubiläum?
Dass er weiterhin ein Verband mit einem breiten Spektrum von Interessen und Aktivitäten bleibt und seine Gestaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft mit wachsender Zahl wissenschaftlich ausgebildeter Psychologinnen und Psychologen zunehmen.