Informationstag am 1. März 2008 in Mannheim
Am 1. März fand in Mannheim ein Informationstag der Landesgruppe mit verschiedenen Angeboten in Kombination mit der Mitgliederversammlung statt. Zu folgenden Themen konnten sich die Angehörigen der Landesgruppe mit Informationen aus erster Hand versorgen lassen:
- Wie gibt man seine psychotherapeutische Praxis weiter?
- Wie sieht es zur Zeit um die Ausbildung zum PP bzw. KJP aus und welche Entwicklungen sind für die Zukunft zu erwarten?
- Welche Versicherungen braucht ein Psychologe/eine Psychologin?
- Wo hört die honorarfreie Vorarbeit bei der Akquise von Aufträgen auf und wo fängt die Selbstausbeutung an?
Dr. Joachim Steck, in Tübingen niedergelassener Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arzt- und Medizinrecht, fand mit seinem Beitrag über die Möglichkeiten der Praxisübergabe und Praxisübernahme interessierte Zuhörer aus allen Altersgruppen. Angesichts der komplizierten Verschränkung von zivilrechtlichen Aspekten wie der Ermittlung und Festlegung des Verkaufspreises einer Praxis und den sozialrechtlichen Bestimmungen des Zulassungsrechts war seine Botschaft unmittelbar einleuchtend: Praxisausstieg und -einstieg sollten unbedingt langfristig geplant und gründlich vorbereitet werden. Verzögerungen wegen juristischer Probleme können für beide Beteiligte zu beträchtlichen materiellen Verlusten führen.
Fredi Lang, Fachreferent in der Bundesgeschäftstelle, problematisierte für seine Zuhörer die Frage, wie viel Vorarbeit und Einsatz abverlangt werden kann, bis aus einer Auftragsklärung eine Leistung für Kunden wird. Auf dem Hintergrund der zunehmenden Deregulierung der Märkte für psychologische Dienstleistungen wurde deutlich, welche praktische und berufspolitische Dimension das Thema hatte. Die Situation, die KollegInnen im Bereich der Wirtschaftspsychologie heute schon erleben, nämlich dass von Kunden weniger nach der formalen und umfassenden Basisqualifikation, sondern wesentlich stärker nach eng umschriebenen praktischen Kompetenzen gefragt wird, und dass der Preis der Leistung häufig zum entscheidenden Kriterium für die Auftragsvergabe wird – diese Situation wird sich durch die Deregulierung immer stärker auch in anderen Märkten durchsetzen, denn die Tendenz auf der europäischen Ebene geht eindeutig in Richtung Deregulierung. Etwas zu kurz kamen neben dieser allgemeinen Betrachtung der Situation konkrete Fragen von Akquisitionsstrategien und praktischen -schritten.
Als besonderes Resumée dieses Tages darf hervorgehoben werden, dass es – nicht zuletzt mit Hilfe von Mareike Ott von der BV Studierende – gelungen war, das gesamte Altersspektrum der potenziellen und tatsächlichen BDP-Mitglieder anzusprechen und sowohl den klinisch/therapeutisch orientierten als auch den Kolleg(inn)en aus anderen Feldern einen interessanten und informationsreichen Tag zu gestalten.