Gesundheit schützen – Limo-Abgabe einführen

BDP zeichnet mit über 40 Verbänden Offenen Brief mit Forderung einer Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke in Deutschland an Bundeskanzler Friedrich Merz und Delegierte des CDU-Parteitages

Pressemitteilung

Berlin, 18.02.2026: Im Vorfeld des CDU-Parteitags wendet sich ein Bündnis aus über 40 Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitssektors und Verbraucherschutzes in einem Offenen Brief an den Bundeskanzler und die Parteitag-Delegierten und unterstützt damit die Initiative des CDU-Landesverbandes Schleswig-Holstein, auf dem CDU-Parteitag einen Antrag für eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke einzubringen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begrüßt die Bundesinitiative und zeichnet den gemeinsam mit Foodwatch von der Deutschen Allianz für nichtübertragbare Krankheiten (DANK) initiierten Offenen Brief.

„Die alarmierende Entwicklung im Bereich ernährungsbedingter Erkrankungen und die damit verbundenen rasant steigenden gesellschaftlichen Folgekosten erfordern entschlossenes Handeln“, heißt es im Offenen Brief. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind zuckerhaltige Getränke ein Treiber für Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und der Zuckerverbrauch über Getränke in Deutschland ist höher als der über Süßigkeiten. Gerade bei Kindern ist die „Limo“ eine Hauptquelle für Zuckerkonsum. 

Besonders auch aus psychologischer Sicht wäre eine drastische Reduzierung des Zuckerkonsums bei Kindern und Jugendlichen sinnvoll, denn Verhaltensgewohnheiten und Geschmacksorientierungen entwickeln sich bei Kindern, bevor sie in der Lage sind, dies aktiv zu steuern oder mögliche Konsequenzen einzuschätzen. Zudem kann Zucker süchtig machen und er wird mit Entzündungsprozessen im Körper in Verbindung gebracht, die auch das Gehirn beeinflussen. 

Konzentrationsprobleme und Stimmungsschwankungen oder auch psychische Erkrankungen wie ein gestörtes Essverhalten bis hin zu Essstörungen können die Folge sein. Das kann einen erheblichen Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden, schulische Leistungen und das eigene Selbstbild sowie Selbstwertgefühl von jungen Menschen haben. Häufig ist auch eine Komorbidität psychischer Erkrankungen bei Grunderkrankungen wie Diabetes oder Adipositas. „Negative soziale Erfahrungen etwa durch Mobbing können in diesem Zusammenhang das Risiko der Entwicklung psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen noch verstärken“, erläutert die BDP-Präsidiumsbeauftragte für Kindeswohl und Kinderrechte, Monika Sklorz-Weiner.

Aus gesundheits- und präventionspolitscher Sicht ist es also höchste Zeit für die „Limo-Abgabe“ auf zuckergesüßte Getränke in Deutschland. Zudem wäre es ein erster Schritt, um das Gesundheitssystem langfristig und nachhaltig zu entlasten. Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe würde Hersteller in die Pflicht nehmen und den Zuckerkonsum über Getränke in allen Altersgruppen deutlich reduzieren. Berechnungen der TU München und der Universität Liverpool zeigen ein Einsparpotenzial von bis zu 16 Milliarden Euro an Gesundheitskosten. Das würde Beitragszahler, Krankenkassen und kommunale Haushalte erheblich entlasten. Andere europäische Länder machen es bereits vor. 

Gemeinsam mit einem breiten Verbände-Bündnis appelliert der BDP nun im Interesse des Gesundheitsschutzes vor allem kommender Generationen. Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen und sich für die Einführung einer Herstellerabgabe für zuckerhaltige Getränke endlich auch in Deutschland auszusprechen. Damit würden die entscheidenden Weichen für ein neues Gesund-heitsbewusstsein kommender Generation gestellt und es wäre gleichzeitig ein wichtiger Schritt hin zur dringend notwendigen Entlastung des nationalen Gesundheitssystems.

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