Psychotherapie in Gefahr – Finanzierung der Weiterbildung endlich sicherstellen!

Kundgebung am Freitag fordert überfällige Regelung

Pressemitteilung

Berlin, 11. April 2024: Am Freitag, 12.04.2024, findet von 12:30 bis 13:15 Uhr vor dem Congress Centrum Würzburg eine Kundgebung statt, mit der ein breites Bündnis aus Studierenden, Psychotherapeutenkammern, Psychotherapeutenverbänden, staatlich anerkannten Ausbildungsstätten und weiteren Interessengruppe auf die nach wie vor unzureichende Finanzierung der Weiterbildung des psychotherapeutischen Nachwuchses aufmerksam macht. 

Seit September 2020 gibt es einen neuen Qualifizierungsweg für Psychotherapeut*innen: Ein Psychologiestudium mit Approbation und einer anschließenden Weiterbildung. Angelehnt wurde die Struktur der neuen Weiterbildung an die ärztliche Weiterbildung, versäumt wurde jedoch bisher die Regelung ihrer Finanzierung. Dank einer massiven Unterfinanzierung der Weiterbildung gibt es aktuell kein ausreichendes Angebot an Weiterbildungsplätzen. 

Auf den dringenden Handlungsbedarf wurde bereits im letzten Jahr mit einer erfolgreichen Bundestagspetition aufmerksam gemacht. In der Folge der öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat dieser am 13. Dezember 2023 die Petition zur Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung mit dem höchstmöglichen Votum „zur Berücksichtigung“ an die Bundesregierung überwiesen. Dieser Beschluss wurde am 18. Januar durch den Bundestag bestätigt. Jedoch bleiben die dringend benötigten Maßnahmen bisher aus. Die Absolvent*innen des Masterstudiengangs Klinische Psychologie/Psychotherapie stehen weitgehend ohne Weiterbildungsmöglichkeiten da.

Nach langsam steigenden Absolvent*innenzahlen wird für 2025 mit einer massiven Zunahme gerechnet. Ohne die Weiterbildung allerdings ist die Erlangung der Qualifikation für die psychotherapeutische Praxis unmöglich. Diese Situation gefährdet die zukünftige Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung.

Die Kundgebung am Freitag findet im Vorfeld des in Würzburg stattfindenden 44. Deutschen Psychotherapeutentag statt. Als Rednerinnen haben sich u. a. Judith Gerlach, bayrische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, sowie Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, angekündigt. 

Es besteht die Notwendigkeit, die langfristige psychotherapeutische Versorgung durch einen gut qualifizierten Nachwuchs sicherzustellen. Mit diesem Vorgehen der Ampel-Koalition, die damit nahtlos an die Versäumnisse der Vorgängerregierung bei der Gesetzesnovellierung an-knüpft, ist die Versorgung gefährdet. Der BDP und seine Sektion VPP fordern gemeinsam mit oben genanntem Bündnis die gesetzliche Regelung der Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung.

Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Johanna Thünker
Fon: +49 171 5390505
Mail: thuenker@vpp.org

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Finanzierung der Weiterbildung
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Der VPP vertritt den psychotherapeutischen Berufsstand im BDP.  Wir stehen für wissenschaftlich fundierte Psychotherapie, für Verfahrensvielfalt und für die Zugehörigkeit zur Psychologie. Wir vertreten Kolleg*innen aus allen psychotherapeutischen Tätigkeitsbereichen, egal ob in Anstellung, in Privatpraxis, Kassenpraxis oder noch in Aus- oder Weiterbildung tätig.

Im Rahmen von Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns für die Verbesserung der Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsbedingungen ein, sowie für eine bessere psychotherapeutische Versorgung.

Gute Psychotherapie braucht einen aktiven Berufsstand!

Verband der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im BDP e. V.