BDP unterzeichnet offenen Brief an FDP-Parteichef Christian Lindner mit der Forderung, ein Kinderschutzgesetz mit Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel zu unterstützen

News

60 Organisationen haben bundesweit und fachübergreifend einen offenen Brief an die FDP-Parteispitze mit dem Appell unterzeichnet, die von der Ampel-Koalition geplanten Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel mit einem hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehalt zum Schutz von Kindern nicht weiter zu torpedieren.

Mit „großer Sorge“ blicke man auf die ablehnenden Äußerungen von Parteivertreter*innen der FDP zu den Plänen der Bundesregierung im Bereich Kinderschutz, heißt es im offenen Brief an die Parteispitze. Die Blockadehaltung der FDP, die das von Bundesernährungsminister Cem Özdemir geplante Gesetz als eine Beschneidung der persönlichen Freiheit und staatliche Bevormundung kritisiert, hat bereits zu einer starken Abschwächung des Gesetzestextes geführt.

„Vielmehr beeinflusse Werbung für unausgewogene Produkte nachweislich die Präferenzen, das Kaufverhalten und das Essverhalten von Kindern in negativer Weise“ und „umfassende Werbeschranken für unausgewogene Lebensmittel seien ein wichtiges Instrument zur Förderung einer gesunden Ernährung bei Kindern“, mahnt das Bündnis, das sei Konsens in der Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Wenn Kinder „weniger Werbung für ungesunde Lebensmittel ausgesetzt werden, stärkt das die souveräne und freie Entscheidung der Familien über die Ernährungsweise ihrer Kinder“, heißt es weiter.

Mit der UN-Kinderrechtskonvention hat Deutschland das Recht von Kindern auf ein Höchstmaß an Gesundheit anerkannt und ein Großteil der Verbraucher*innen befürwortet umfangreiche Regulierungen zum Schutz von Kindern. Um Fehlernährung bei Kindern zu bekämpfen, empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst kürzlich, Junkfood-Werbung gesetzlich einzuschränken. Ungesunde Ernährung kann zu Übergewicht und in der Folge zu einer Vielzahl an Erkrankungen wie Typ-2 Diabetes, Gelenkproblemen, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen führen.

Die freiwillige Selbstverpflichtung ist wirkungslos. Die Süßwarenindustrie in Deutschland hat allein 2022 rund eine Milliarde Euro in Werbung gesteckt. Es ist Zeit für die Bundesregierung zu handeln und ein Gesetz zum wirksamen Schutz von Kindern vor ungesunden Lebensmitteln auf den Weg zu bringen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen unterstützt den Appell zur Etablierung von diesbezüglichen Werbeschranken vollumfänglich.

Hier geht es zu weiteren Informationen sowie zum offenen Brief an die FDP-Parteispitze:

Veröffentlicht am:
Kategorien:
News
Logo Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.

Der VPP vertritt den psychotherapeutischen Berufsstand im BDP.  Wir stehen für wissenschaftlich fundierte Psychotherapie, für Verfahrensvielfalt und für die Zugehörigkeit zur Psychologie. Wir vertreten Kolleg*innen aus allen psychotherapeutischen Tätigkeitsbereichen, egal ob in Anstellung, in Privatpraxis, Kassenpraxis oder noch in Aus- oder Weiterbildung tätig.

Im Rahmen von Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns für die Verbesserung der Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsbedingungen ein, sowie für eine bessere psychotherapeutische Versorgung.

Gute Psychotherapie braucht einen aktiven Berufsstand!

Verband der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im BDP e. V.