Tag der Psychologie 2026 in Köln

Tag der Psychologie 2026 der Landesgruppe NRW: „Demokratie bist du!“

 

Wie können wir als Psychologinnen und Psychologen zur Stärkung unserer Demokratie beitragen? 

Diese Frage stand im Mittelpunkt des diesjährigen Tags der Psychologie unserer Landesgruppe NRW, der am 26. September in den Design Offices in Köln stattfand. Durch den Tag führten Dr. Roscoe Araujo (Stellvertretender Vorsitzender der LG NRW) Kathrin Raudasch (Beisitzerin im Vorstand), die die verschiedenen Programmpunkte moderierten und die Teilnehmenden durch den gemeinsamen Austausch begleiteten.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer mit seiner Keynote „Demokratie bist du!“. Hufer studierte Politikwissenschaften und Philosophie an der TU Darmstadt und habilitierte an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Uni Essen. Seine Keynote war weit mehr als ein klassischer Vortrag: Mit vielen Fragen, konkreten Praxisbeispielen und Raum für den Austausch mit den Teilnehmenden entstand eine kurzweilige und zugleich sehr lehrreiche Veranstaltung.

Wenn zwei Botschaften besonders im Gedächtnis geblieben sind, dann diese: „Demokratie bist du!“. Demokratie beginnt nicht bei „den anderen“. Jede und jeder Einzelne kann und muss einen Beitrag leisten. Nicht warten, sondern bei sich selbst anfangen, Haltung zeigen und Demokratie im eigenen Alltag mitgestalten.

Und zweitens: „Schweigen ist Zustimmung.“ Auch wenn uns in schwierigen Situationen nicht immer sofort die richtigen Worte einfallen, ist es wichtig, die eigene Stimme zu erheben. Für Demokratie und gegen menschenfeindliche oder demokratiefeindliche Parolen. Wie das ganz praktisch gelingen kann, machte Prof. Dr. Hufer anhand konkreter Situationen greifbar. Dabei zeigte er nicht nur mögliche Reaktionen auf, sondern erklärte auch, welche Haltung und welches Vorgehen in solchen Situationen hilfreich sein können.

Das notwendige „Mundwerkzeug“ dafür vermittelt Hufer seit vielen Jahren in seinen Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen. Auch seine Bücher bieten zahlreiche Impulse und konkrete Methoden, um sprach- und handlungsfähiger zu werden. So blieb von der Keynote nicht nur ein klares Plädoyer für demokratisches Engagement, sondern auch die Ermutigung, im eigenen Alltag selbst aktiv zu werden.

Daran anschließend kamen in einer Podiumsdiskussion unterschiedliche Perspektiven auf Demokratieförderung und Demokratiefeindlichkeit zusammen. Neben Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer diskutierten Thordis Bethlehem, Präsidentin des BDP, Manuel Lentz, Expert for Psychological Marketing, Social Influence & Behavior Change und Geschäftsführer des Deutschen Psychologen Verlags, Sara Willems, Studierende, die sich mit der Frage unserer (Geschlechts-) Identität und Demokratiefeindlichkeit beschäftigt, sowie Viktor Korentschenko als Vertreter des BDP-S und damit der Perspektive der Psychologiestudierenden.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause stellte Dr. Roscoe Araujo außerdem die Ergebnisse unserer Mitgliederumfrage zum Umgang mit Demokratiefeindlichkeit im beruflichen Alltag vor. Im Vorfeld hatten wir alle Mitglieder des BDP dazu befragt, in welchen Situationen ihnen demokratiefeindliche Einstellungen oder Äußerungen in ihrem beruflichen Alltag begegnen, wie sie darauf reagieren und welche Interventionen sich dabei als hilfreich oder auch als weniger hilfreich erwiesen haben. Aus den geschilderten Erfahrungen konnten wir gemeinsame Muster und zentrale Learnings ableiten. Damit brachte die Befragung ganz konkrete Erfahrungen aus der psychologischen Praxis in die Veranstaltung ein und bot gleichzeitig Anknüpfungspunkte für den weiteren Austausch.

Anschließend ging es vom großen Plenum in kleinere Dialogrunden. Hier hatten die Teilnehmenden eine Stunde Zeit, einzelne Themen zu vertiefen, miteinander ins Gespräch zu kommen und eigene Perspektiven einzubringen. Sara Willems diskutierte mit ihren Teilnehmenden zum Thema “Was hat unsere Geschlechtsidentität mit Demokratie zu tun?”, während Manuel Lentz den Einfluss von Social Media in den Mittelpunkt des Austauschs stellte. 
Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer gab einen vertieften Einblick in sein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Herrmann Pankratz widmete sich der Schnittstelle zwischen Bürokratie und Demokratie: “Freiheit und Bürokratie –Wie können Rückkopplungsprozesse funktionieren, die bürokratische Kontrolle erübrigen?”. Kerstin Stolzenberg (zertifizierte Demokratie-Fitnesstrainerin) und Annette Hugger stellten mit „Demokratiefitness“ schließlich ein Programm aus Dänemark vor und ließen die Teilnehmenden direkt selbst aktiv werden: 30 Minuten lang wurde gemeinsam der Demokratiemuskel "Neugier“ trainiert.

Zum Abschluss kamen alle noch einmal im Plenum zusammen. 

Mit einem kleinen kölschen Dankeschön würdigten wir die Referenten und Aktiven, die den Tag mit ihren Perspektiven, Impulsen und Diskussionen gestaltet haben.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Gästen und Teilnehmenden, die den Tag mit ihren Fragen, Erfahrungen und Perspektiven bereichert und den Tag der Psychologie 2026 zu einem lebendigen Austausch gemacht haben.

Wir freuen uns, dass das Format auch in diesem Jahr so positives Feedback erhalten hat und wir einen aktiven Beitrag für den Austausch unserer Landesgruppen Mitglieder leisten konnten.

Und nach dem Tag der Psychologie ist vor dem Tag der Psychologie: Wir freuen uns schon jetzt über Vorschläge, wo unser nächster Tag der Psychologie 2027 stattfinden könnte und welchem Themenschwerpunkt wir uns beim nächsten Mal widmen sollten. Ideen und Anregungen sind herzlich willkommen!
Wenden Sie sich gerne direkt an die NRW Landesgruppen Vorständin Petra Jagow 
(p.jagow@bdp-nrw.de) 
 

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