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Berufsbild Verkehrspsychologin / Verkehrspsychologe

1. Berufsfeld und Aufgaben

Der wohl bekannteste und größte Anwendungsbereich der wissenschaftlich fundierten Verkehrspsychologie stellt der Bereich der Diagnostik und Förderung der (Kraft-) Fahreignung dar. Begriffe, wie die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) oder Punkteregister (Fahreignungsregister) bzw. Fahr-Eignungs-System (FES) sind in aller Munde. Aber auch die im Verkehrsrecht verankerten verkehrspsychologische Beratungs- und Schulungsmaßnahmen, sind vielen ein Begriff.

Tätigkeitsfelder:

  • Begutachtung der Fahr- und Verkehrseignung von Kraftfahrern und Kraftfahrerinnen, Lokomotivführerinnen und Lokführern, sowie in der Luft- und Schifffahrt in einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung.
  • Rehabilitation von auffälligen Fahrzeugführern und Fahrzeugführerinnen.
  • Forschung, z.B. zum Verhalten von Menschen in Verkehrssystemen und zu Fragen der Mensch-Fahrzeug-Umwelt-Interaktion.
  • Fahrergerechte Gestaltung von Assistenzsystemen.

Die Arbeit von Verkehrspsychologen findet im Spannungsfeld von Verkehrssicherheit-Anliegen der Gesellschaft und dem Anliegen des Einzelnen auf uneingeschränkte Mobilität und die Freiheit der Berufsausübung statt.
Die Arbeit im Bereich der (Kraft-) Fahreignungsbegutachtung wird durch gesetzliche Vorgaben und ein amtlich geregeltes Qualitätsmanagement beeinflusst und findet in einem stark juristisch geprägten Umfeld statt.

Die Arbeit im Bereich der Rehabilitation auffälliger Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern geschieht z.B. durch Kurse und Schulungsmaßnahmen mit Rechtsfolge; dies sind z.B.

  • Kurse nach § 70 FeV;
  • amtlich anerkannte Schulungsmaßnahmen zur Verkürzung der Sperrfrist;
  • Einzelberatungen im Rahmen der Verkehrspsychologischer Beratung nach § 71 FeV
  • verkehrspsychologische Teilmaßnahme im Rahmen es Fahreignungsseminars zum Abbau von Punkten.

Die Qualitätssicherung für diesen Bereich der Rehabilitation geschieht durch unterschiedliche Maßnahmen und ist immer Teil der amtlichen Anerkennung.

Ein weiterer großer Bereich der Rehabilitation auffälliger Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern liegt im Bereich der freiwilligen Vorbereitung auf eine angeordnete Begutachtung der (Kraft-) Fahreigung. Hier wird in aller Regel in Einzelgesprächen mit Hilfe von psychologischen und therapeutischen Interventionen im Rahmen einer verkehrspsychologischen Beratung bzw. einer Verkehrstherapie gearbeitet.

2. Voraussetzungen

Bachelor und Master jeweils in Psychologie oder Diplom in Psychologie.
Die Tätigkeit als Gutachter erfordert derzeit noch zwei Jahre berufliche Praxis als Psychologe oder Psychologin und eine ungefähr einjährige berufsbegleitende Weiterbildung.

3. Wichtigste Kompetenzen

  • Fundierte Kenntnisse im Bereich der psychologischen Diagnostik hier vor allem in dem Bereich der (Kraft-)Fahreignungsdiagnostik und Bereitschaft zur Gutachtenerstellung im Rahmen einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF);
  • Je nach Einsatzgebiet umfassendes Fachwissen aus den Gebieten psychotherapeutische Intervention, , Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie, Sozialpsychologie sowie Methodenlehre, Ergonomie, Wahrnehmungspsychologie;
  • Fähigkeit zu interdisziplinärer Zusammenarbeit;
  • Entscheidungskompetenz;
  • Kenntnisse juristischer und sozialpolitischer Bedingungen, unter denen Mobilität im öffentlichen Verkehrsraum stattfindet.

4. Größe des Arbeitsmarktes und Berufsaussichten

Verkehrspsychologen und Verkehrspsychologinnen arbeiten in amtlich anerkannten Begutachtungsstellen und so genannten Kursträgern oder als Freiberufler auf Honorarbasis für diese Anbieter sowie als niedergelassene Verkehrspsychologen oder Verkehrspsychologinnen in eigener Praxis. Außerdem in Unternehmen wie z.B. Versicherungen oder der Industrie im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion.

Die Nachfrage nach verkehrspsychologischem Wissen und verkehrstherapeutischen Dienstleistungen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und ist gegenwärtig hoch.