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Treffen der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Psychologie-Verbände

02.10.2018

Ende September trafen die Mitglieder der Treffen der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Psychologie-Verbände (ADP) in Frankfurt zusammen, um sich über aktuelle Themen der Berufspolitik auszutauschen. Schwerpunkte des Treffens waren die Psychologengesetze in Österreich und der Schweiz sowie die Novellierung der Psychotherapeutengesetze in Österreich und Deutschland.

Nach der Vorstellung des gastgebenden Verbands BDP wurden aktuelle Themen aus den beteiligten Verbänden und der EFPA berichtet. So ist beispielsweise die Einheit der Profession (insbesondere von Psychologinnen/Psychologen und Psychotherapeutinnen/ Psychotherapeuten) in allen Verbänden ein wichtiges Thema. Durch die Breite des psychologischen Arbeitsfelds kann die psychologische Berufstätigkeit nicht eindeutig als Gesundheitsberuf deklariert werden. Dies verleitet Behörden und politisch Verantwortliche aufgrund ihrer Zuständigkeiten und administrativen Abläufe dazu, Psychologie und Psychotherapie separieren zu wollen.

Vor- und Nachteile der Psychologengesetze
Ein weiterer Themenschwerpunkt des Treffens lag auf dem Austausch zu Vor- und Nachteilen der Psychologengesetze in Österreich und der Schweiz. Im BDP wird aktuell diskutiert, ob nach Jahrzehnten ein erneuter Anlauf zur Forderung eines Psychologen­gesetzes als Pendant zum Psychotherapeutengesetz sinnvoll ist, insbesondere um den Titel „Psychologin/Psychologe“ gegenüber Personen mit Teilqualifikationen oder ohne psychologische Qualifikation besser zu schützen. Nach einem jüngst gefällten Urteil eines Oberlandesgerichts scheint der in Deutschland erreichte Titelschutz infrage gestellt zu sein. Es wurden Ideen entwickelt, welche Unterstützung die EFPA leisten könnte.

Novellierung der Psychotherapeutengesetze
Weiterhin wurde der Stand der Novellierung der Psychotherapeutengesetze in Österreich und Deutschland und deren mögliche Konsequenzen erörtert. In Österreich ist eine Novellierung in Vorbereitung, über deren Inhalt der BÖP nur unzureichend informiert ist, da sich die verantwortlichen Stellen bedeckt halten. In Deutschland liegt ein Arbeitsentwurf zur Gesetzesnovellierung aus dem Jahr 2017 vor. Im Arbeitsentwurf sind wesentliche Punkte, die eine Reform erforderlich gemacht haben, noch nicht geklärt.

Zwischen Psychotherapieverbänden und dem BDP gibt es deutliche Differenzen, inwieweit an den Hochschulen ein grundständiges Psychotherapiestudium eingeführt werden soll. Der BDP hält ein Psychologiestudium für sinnvoll und erforderlich, da Psychotherapie ein Anwendungsfeld der Psychologie ist. Für 2018 ist ein Referentenentwurf, der in ein Gesetzgebungsverfahren einmünden soll, angekündigt. Jedoch ist unklar, ob die Ankündigung eingehalten werden wird.

 

Die Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Psychologie-Verbände besteht aus dem österreichischen Berufsverband (BÖP), der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP), dem lichtensteinischen Berufsverband (BPL) und dem BDP. Am Gespräch nahmen teil Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger (BÖP), Sébastien Simonet (FSP), Prof. Dr. Christoph Steinebach (EFPA) sowie vom BDP Prof. Dr. Michael Krämer, Annette Schlipphak und Michael Ziegelmayer.