Schriftpsychologie als psychologisches Fachgebiet und als Sektion im BDP seit 1947

Im BDP wurde 1947 die "Sektion Graphologie" als erste fachbezogene "Sektion" im BDP gegründet; sie benannte sich später "Sektion Schriftpsychologie". Die Sektion GUS hat demnach Ihre Wurzeln in der ältesten Sektion im BDP.

Anfänge der "Sektion Graphologie" im BDP

Seit Prof. Dr. Robert Heiß ab 1943 das Psychologische Institut der Universität Freiburg leitete, förderte er die Ausbildung in Psychodiagnostik, darunter auch die Schriftpsychologie mit psychometrischen Forschungen, u.a. durch Dissertationen.

Bei der Mitgliederversammlung des BDP (in der Britischen Zone) wurde am 01.09.1947 die "Sektion für Graphologie" gebildet, vermutlich vorwiegend auf Initiative von Prof. Robert Pophal als Psychiater, Professor für Graphologie an der Universität Hamburg und Vorsitzender des Verbandes Deutscher Graphologen. Vorstandsmitglied war auch die Psychologin Dr, Henriette Schwung. Die Sektion initiierte eine Berufsprüfung mit einer Prüfungskommission des BDP zur Aufnahme bewährter Graphiologen (nicht unbedingt von Psychologen) in die Sektion; die Mitglieder führten die Berufsbezeichnung "Graphologe BDP, Mitglied des BDP". (Kar H. Bönner & Helmut E. Lück: Die Mitteilungen des Berufsverbandes Deutscher Psychologie 1947 - 1950; Frankfurt/M. 1998, S. 52, S. 87., S.119, S. 250). In die Sektion wurden vermutlich viele nicht-psychologische Mitglieder aus Verbänden für Graphologie aufgenommen. 

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie beschloss 1948, ein graphologisches Universitätsexamen für die Universitäten Freiburg (Prof. Heiß), Hamburg (Prof. Pophal) und Mainz (Prof. Undeutsch) einzurichten (Bönner & Lück, S. 138).  

(Die weitere Geschichte der Sektion Graphologie und ihrer Umbenennung in Sektion Schriftpsychologie ist unbekannt.)

Sektion Schriftpsychologie seit 1990

Maria Paul-Mengelberg, geboren 1914, Lehrbeauftragte für Schriftpsychologie an der Universität Bonn, war Vorsitzende der Sektion Schriftpsychologie, mindestens seit 1990.  Ihr Buch: "Die Handschrift von ehemaligen Kriegsgefangenen und politisch Verfolgten" (Bouvier Verlag, 1972) ist bekannt geworden (gemäß Online-Suche).  

Hartwig Wennemar, geboren 1941, 'Schüler' von Maria Paul-Mengelberg, war stellvertretender Vorsitzender der Sektion Schriftpsychologie. Er vertrat die Sektion Schriftpsychologie mindestens seit 1990 auf Delegiertenkonferenzen des BDP.