Internationale Aufbruchsbewegung für selbstbewusstes gesundes Leben - auch Start für Gesundheitspsychologie.

Ca. 1975 begann eine internationale Aufbruchsbewegung für Gesundheit als bewusst erlebtes Wohlbefinden, für ein selbstbewusstes gesundes Leben; sie wurde maßgeblich durch Psychologinnen und Psychologen gefördert. (weiter) 

Die Aufbruchsbewegung (auch als „Psychoboom“ bezeichnet) wurde maßgeblich durch Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gefördert.

Im Bereich der Psychotherapie entfalteten sich  mehrere Orientierungen einer „Humanistischen Psychologie“ mit Zielsetzungen von Selbstverwirklichung, bewusster Persönlichkeitsentfaltung, vor allem durch mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für Körperempfindungen, Gefühle und familiendynamische Prozesse. Diese Orientierungen lassen sich auch als ‚gesundheitspsychologisch‘ kennzeichnen.  

Seit den 80er Jahren haben sich in der internationalen und nationalen Gesundheitspolitik die Tätigkeitsfelder Gesundheitsförderung und Prävention etabliert. Sie wurden vor allem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch die Zielstrategie „Gesundheit für alle" (seit 1984) und die Ottawa-Charta (1986) hervorgehoben. 

Im Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland entstanden viele Initiativen und Aktivitäten zur Gesundheitsförderung und Prävention, und zwar durch maßgebliche Mitarbeit von Psychologinnen und Psychologen. Beispiele dafür sind:

  • Die AOK des Kreises Mettmann führte ab 1980 ein dann auch von der Bundesregierung unterstütztes Modellprojekt „Aktion Gesundheit“ zur Gesundheitsförderung unter der Leitung der Psychologin Dr. Regina Krause und den Psychologen Fritz Bindzius und Eberhard Okon durch. Für Kurse zur Gesundheitsförderung bei der AOK wurden in Zusammenarbeit mit dem von Psychologen geführten Institut für Therapieforschung (IFT) in München Konzeptionen entwickelt, Kursleiterschulungen durchgeführt und Evaluationen vorgenommen. Diese Entwicklung trug auch zur gesetzlichen Einfügung von Prävention und Gesundheitsförderung in den Leistungskatalog der Krankenkassen ab 1989 bei.

  • Das Institut für Therapieforschung in München (IFT) konzipierte in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seit den 80er Jahren qualifizierte Gesundheitsförderungsmaßnahmen zur Stressbewältigung, Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung usw.  und führte entsprechende Kursleiterschulungen durch.

  • Die Selbsthilfebewegung fand großen Aufschwung. In vielen Städten entstanden Selbsthilfe-Kontaktstellen. Diese Bewegung wurde vor allem von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Selbsthilfegruppen (DAG SHG) unter maßgeblicher Mitarbeit von Psychotherapeuten (Dr. Michael Lukas Moeller + Jürgen Matzat) gefördert.
  • In vielen Orten wurden Gesundheitszentren geführt und meist von psychotherapeutisch ausgebildeten Ärzten und PsychologInnen geleitet, z.B. der Gesundheitspark im Münchener Olympiastadion von Curd Michael Hockel.
  • Die Gesundheitsämter verstärkten Aufgaben der Prävention und stellten vermehrt PsychologInnen ein.
  • Für Rehabilitationskliniken wurde von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) unter der Leitung des Psychologen Hans-Dieter Kijanski in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) das Programm „Gesundheit selbst machen", ein Vortrags- und Kursprogramm zur Gesundheitserziehung, als Standardleistung eingeführt. Kursleiterschulungen zur Durchführung dieses Programmes wurden von Psychologinnen und Psychologen durchgeführt.