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Umdenken im Skiverband

16.02.2004

Nach öffentlicher Kritik wird jetzt ein Psychologe engagiert

Am Rande des Skiflug-Weltcups in Oberstdorf überraschte Technik-Chef Rudi Tusch mit der Nachricht, die deutschen Skispringer wollten in Zukunft einen Psychologen einsetzen. "Es wird zwar keinen Teampsychologen geben, aber wir werden mit einigen Athleten diesen Weg beschreiten", so Tusch. Wenige Wochen zuvor hatte es noch ganz anders geklungen. Mannschaftsarzt Ernst Jakob hatte gegenüber der Ärzte-Zeitung erklärt, er sehe keinen Bedarf für einen Psychologen. Diese Arbeit übernehme er mit. Auch Bundestrainer Wolfgang Steiert lehnte die Hilfe eines Psychologen ab "Unser Betreuerstab ist groß genug. Ich bin selber Hobby-Psychologe, denn ich arbeite seit Jahren mit den Springern in diesem Bereich." Der BDP hatte auf die Äußerungen des Teamarztes sofort mit einer Pressemitteilung reagiert, die bundesweit von Agenturen, Zeitungen und zahlreichen Online-Medien aufgegriffen und ausführlich zitiert wurde. Die massive öffentliche Kritik und die anhaltende Formkrise anhaltende Formkrise bei den Skispringern führten schließlich zu einem Umdenken. "Wir sind nicht so borniert und überheblich zu denken, dass wir schon alles wissen", sagte Rudi Tusch. Auch Steiert änderte seine Meinung. "Wenn es langfristig vorbereitet und geplant wird, bin ich dafür," erklärte er.

Der BDP begrüßt die Entscheidung. Bleibt zu hoffen, dass jetzt ein Sportpsychologe seriös an die Arbeit gehen kann und kurzfristig keine Wunder erwartet werden, so wie einige Überschriften ("Psychologe soll lahmen Adlern helfen") es in bedenklicher Weise befürchten lassen.

Christa Schaffmann