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FAQ für psychotherapeutische Praxen

  • Was ist das Coronavirus?

    Die ICD-Verschlüsselung für die Coronavirus-Krankheit lautet: U07.1 COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019). Das Coronavirus, auch Beta-Corona-Virus, Covid-19, 2019-nCoV oder SARS-CoV-2 hat seinen Namen vom lateinischen Begriff corona für Kranz oder Krone und spielt damit auf seine kranzförmige Erscheinung an. Die Familie der Coronaviren ist bereits seit den 60er Jahren bekannt. Die aktuelle Form des Virus ist mit den Auslösern vom Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) und Middle East Respiratory Syndrome (MERS) verwandt. Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Schmierinfektionen scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen, seien jedoch nicht ausgeschlossen. Derzeit nicht geklärt sei, ob sich das Virus auch über Stuhl verbreite. Der Erreger kann unspezifische Symptome auslösen und kann leicht mit der Grippe und anderen Erkrankungen der Atemwege verwechselt werden. Am ehesten treten Fieber und Husten auf. Ebenfalls möglich sind Atemnot, Schnupfen, Halsschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl.

    Nicht unterschätzen

    Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind Vorhersagen über den Krankheitsverlauf derzeit noch nicht zuverlässig. Eine bisherige Untersuchung der Fälle in China zeige bislang (Stand 20.02.2020), dass 80 % der Erkrankungen milde bis moderat, 14% schwer, aber nicht lebensbedrohlich und 6% kritisch bis lebensbedrohlich verlaufen würden. Das mittlere Erkrankungsalter liege derzeit in China bei 51 Jahren (Median), 78% der Fälle seien zwischen 30 und 69 Jahre alt, 2,4% seien unter 20. Einen Geschlechtsunterschied gebe es nicht.

    Folgende Personengruppen haben dem RKI zufolge ein erhöhtes Risiko einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln, sollten sie sich infizieren: Ältere Personen, Raucher und Raucherinnen sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (des Herzens, der Lunge, chronische Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, geschwächtes Immunsystem). Diese Gruppen gilt es zu schützen, indem die Ausbreitung des Virus durch präventive Maßnahmen verlangsamt wird. Dies wird „flattening the curve“ – „Streckung der Kurve“ – genannt. Dies gibt nach Ansicht von Gérard Krause, Professor für Epidemiologie beim Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, Zeit, um Vorbereitungen zu treffen.

    Aktuell gibt es in Deutschland rund 36.500 positiv getestete Personen und 198 Todesfälle (RKI, Stand 26.03.2020) bzw. rund 37.300 und 206 Todesfälle (John-Hopkins-University, Stand 26.03.2020). Weltweit seien es ca. 472.800 Fälle und 21.350 Todesfälle (John-Hopkins-University, Stand 26.03.2020 – 4%). Nach diesen Zahlen würde in Deutschland eine Sterblichkeit von 0,5% (nach RKI-Zahlen) bzw. 0,6% (nach John-Hopkins-Zahlen) einer weltweiten Sterblichkeit von 4% gegenüberstehen (nach John-Hopkins-Zahlen). Bitte betrachten Sie diese Zahlen mit Vorsicht, da es Verzerrungseffekte geben kann.

    Aber auch nicht überschätzen

    Die KBV bittet um besonnenes Handeln. Arztpraxen und Gesundheitsämter sollen nicht unaufgefordert aufgesucht werden, die Nummern 112/110 sollen nicht missbraucht werden. Dr. Andreas Gassen äußert sich hierzu: „Keinen Grund zur Massenpanik, selbst wenn man an Corona erkrankt ist, ist das ja im Regelfall glücklicherweise eine mild verlaufende grippeähnliche Erkrankung.“

    Ein präventives Tragen von Atemschutzmasken wird nicht empfohlen: „[…] gibt es keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert.“ Bitte lassen Sie die Masken denen, die sie wirklich brauchen. Fehlende Schutzausrüstung belastet derzeit das deutsche Gesundheitssystem, so Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Auch am 24.03.2020 sei die Zahl der Vorräte und Bestellung aufgrund von Lieferengpässen noch zu niedrig, was Praxisschließungen zur Folge haben könnte.

  • Kann das Virus gestoppt werden?

    Derzeit scheint nach einer Infizierung die Erkrankung im günstigen Fall wieder restlos abzuklingen. Wer sich „nur“ in Quarantäne befinde, gelte 14 Tage ab Symptombeginn und zwei aufeinanderfolgenden Tagen ohne Krankheitssymptome als gesund. Die Verbreitung des Virus jedoch vollständig aufzuhalten, ist nach derzeitigem Stand nicht möglich. Aktuell wird in den USA, wenn auch umstritten, bereits ein Impfstoff getestet. Dieser könnte jedoch frühestens in einem Jahr auf den Markt kommen und sei nur zu präventiven Zwecken. Weitere Unternehmen aus mehreren Ländern arbeiten ebenso mit Hochdruck an einem Serum. Primäres Ziel ist es jedoch immer noch, die Ausbreitung zu verlangsamen, „flattening the curve“ zu betreiben (s.o.), indem Infektionsketten unterbrochen werden sowie Infektions- und Verdachtsfälle schnell zu erkennen und zu isolieren. Hieran arbeiten in Deutschland derzeit unter anderem das Bundesgesundheitsministerium (BMG), das RKI als zuständige Behörde, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-Spitzenverband), die Infektionsforschungszentren sowie die einzelnen Praxen, Kliniken etc. Auch die Wirtschaft arbeitet mit Eifer an Lösungen.

  • Was passiert gerade zur Eindämmung?

    Auf staatlicher Ebene wurde am 23.03.2020 vom Kabinett Formulierungshilfen für den vom Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten "Gesetzesentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" beschlossen, mit dem die Reaktionsfähigkeit auf Epidemien verbessert werden solle. Die Bundeswehr unterstützt den Staat in der Pandemiebekämpfung zudem mit Amtshilfe, z. B. im Sanitätsbereich, mit Personal und durch Logistik (Tageschau 26.03.2020, 09:00 Uhr).

    Das RKI führt Risikobewertungen durch, um einzelne Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verzögern.

    Die KBV gibt an, zur Eindämmung beizutragen, indem sie die Problemlage analysiere, sich mit dem BMG und den KVen austausche und in Zusammenarbeit mit dem BMG sowie den Herstellern Nachschub für Schutzmaterialien und Tests organisiere. Testzentren würden etabliert, in Berlin zum Beispiel seien sogenannte Abklärungsstellen eingerichtet worden. Derzeit sind sogenannte Fieberambulanzen im Gespräch. Weiterhin informiere die KBV über das Coronavirus, z. B. über 116117, die Mitarbeiterkapazitäten würden erhöht werden. Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen bis zu 14 Tage können derzeit bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege auch telefonisch ausgestellt werden. Eine große Errungenschaft der KBV für die ambulanten Praxen stelle laut Gassen die Lockerung der Regelungen zu Videosprechstunden dar, zu denen auch die aktive Unterstützung der Berufsverbände beigetragen haben wird. Für die Zeit der Coronakrise ist die 20%-Regelung außer Kraft gesetzt, sodass Behandelnde zunächst unbegrenzt Videosprechstunden anbieten können, was wiederum der Infektionsprävention dient. Krankenhäuser bereiten sich auf ernste Situationen vor, die kommen könnten.

    Auch die Wirtschaft konzentriert sich auf die Eindämmung. Die Firma Bosch habe einen Schnelltest entwickelt, der innerhalb von 2,5 Stunden auf COVID-19 testen könne (Stand 26.03.2020), was die „Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und Infektionsketten schneller“ durchbrechen könnte.

    Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen bleiben in den meisten Bundesländern Restaurants, Hotels, Kirchen, Schulen, Kitas und öffentliche Einrichtungen zunächst geschlossen, zudem gibt es umfassende Ausgehbeschränkungen bzw. Ausgangssperren, die sich je nach Bundesland in den Details unterscheiden können. Viele Einzelhandelsgeschäfte mussten schließen. Eine ausreichende Rechtsgrundlage hierfür gebe es nicht (solle wohl durch die aktuellen Gesetzesentwürfe nachgeholt werden), daher stehen diese präventiven Maßnahmen zum Teil in der Kritik, auch wenn der Großteil der Bevölkerung sie für sinnvoll hält.

    Für Nicht-EU-Bürger gilt ab sofort (Stand 18.03.2020) ein Einreisestopp nach Deutschland. Ferner gibt es ein Einreiseverbot für Erntehelfer (Tagesschau 26.03.2020, 09:00 Uhr). Die Bundesregierung hat eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen, derzeit bis Ende April (Stand 25.03.2020) und es werden immer mehr Verbindungen des öffentlichen Reiseverkehrs gestrichen. Da jedoch auch Deutschland von anderen Ländern als Risikoland bewertet wird, sind Reisen in andere Länder unter Umständen nicht mehr möglich und es werden Rückholaktionen organisiert. Bitte informieren Sie sich vorab (bzw. klären, ob die Reise überhaupt notwendig ist) zum Beispiel beim Auswärtigen Amt.

    Generell werden an die Bevölkerung derzeit verstärkte Informationen zum Thema Hygiene und Infektionsvermeidung herausgegeben. Es wird empfohlen, dass Personen mit Atemwegssymptomen derzeit zu Hause bleiben sollen. Unter dem Hashtag #wirbleibenzuhause wirbt die Bundesgesundheitsministerium für das generelle Vermeiden unnötiger Gänge und die Infektionsprävention durch vorübergehende Selbstisolation.

    Zur weiteren Eindämmung müssen selbstverständlich zunächst einmal die bestehenden Fälle erkannt werden. Hierzu finden Labortestungen auf SARS-CoV-2 (Rachenabstrich) bei Verdachtsfällen (Person hatte Kontakt zu einem bestätigten Fall oder war innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom RKI genannten Risikogebiet und weist Symptome wie Fieber, Heiserkeit, Husten oder Atemnot auf) statt. Unabhängig vom Ergebnis muss der Verdachtsfall innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden (Name und Kontaktdaten).

    Laut einem Twitter-Beitrag der KBV seien seit dem in vertragsärztlichen Laboratorien 410.000 Tests durchgeführt worden (Stand 23.03.2020). Einige Praxen testen selbst, einige schicken hierfür die betroffenen Personen ins Infektionsschutzzentrum oder Testzentren. Hier zeigen sich erste strukturelle Probleme. Die Testzentren scheinen nicht genügend medizinische Kapazitäten zu haben, einige Praxen schränken ihre Testungen ein (Stand 23.03.2020).

    Falls eine Quarantäne erforderlich sein sollte, ordnet das örtliche Gesundheitsamt diese an. Das ist ein Verwaltungsakt, der „Absonderung“ genannt wird. Normalerweise ergeht der Bescheid schriftlich, kann je nach Dringlichkeit aber auch vorerst mündlich verbindlich werden und wird dann schriftlich nachgereicht.

    Zur Behandlung werden derzeit vorbereitende Maßnahmen getroffen, z. B. sollen Kliniken planbare Operationen und Eingriffe zu verschieben, um Kapazitäten für Corona-Fälle vorzuhalten. Reinhard Busse, Leiter des Fachgebiets Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin und Co-Direktor des European Observatory on Health Systems and Policies gibt in einer Hochrechnung an, dass nach derzeitigem Stand die Intensivbetten für die entsprechenden Corona-Fälle ausreichen würden. Er fordere jedoch, dass über den Personalschlüssel nachgedacht werden müsse. Die Politik reagierte schon vorsorglich und flexibilisierte die Mindestvorgaben des Pflegepersonalschlüssels, um das Pflegepersonal dort einzusetzen, wo es gebraucht werde. Laut der BPtK hätten Psychiatrische Krankenhäuser außerdem ihre Ambulanzen und Tageskliniken geschlossen, um Infektionen zu vermeiden.

  • Vermeidung von Infektionen

    Die Tageschau berichtet: „Wie heftig die Corona-Welle in Deutschland ausfallen wird, kann aber niemand vorhersehen. Umso wichtiger ist in diesen Zeiten, dass das medizinische Personal fit bleibt und seine Patienten nicht ansteckt.“ Oberste Priorität hat demnach, dass Sie sich als Behandelnde nicht selbst anstecken. Nach den Empfehlungen der KBV ist somit zum Beispiel zu überlegen, welche Situationen und Veranstaltungen Sie selbst aufsuchen/besuchen sollten. Ist das Infektionsrisiko des Settings eher hoch oder niedrig? Dr. Andreas Gassen verweist dabei auf die eigenverantwortliche Selbsteinschätzung statt Vorgaben von oben herab.

    Die BPtK empfiehlt: Halten Sie sich an die allgemeingültige Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene sowie den Mindestabstand von ca. 1 bis 2 Metern zu Erkrankten. In einer neu erschienenen Broschüre „Praxis-Info Coronavirus“ empfiehlt die BPtK außerdem: Auf das Hände-Schütteln verzichten, Aushang in der Praxis anbringen, in dem Patientinnen und Patienten empfohlen wird, sich vor der Behandlung die Hände zu waschen oder zu desinfizieren sowie zwischen zwei Behandlungen das Behandlungszimmer zu lüften. Der Leitfaden „Hygiene in der psychotherapeutischen Praxis“ des Kompetenzzentrums (CoC) Hygiene und Medizinprodukte der KVen und der KBV gibt weiterführende Informationen. Zusätzliche Informationsmaterialien zum Corona-Virus und Printmaterialien zu allgemeiner Hygiene, die auch als Patientinnen- und Patientenmaterial ausgegeben werden können, finden Sie auf der Seite infektionsschutz.de des BZgA.

  • Schutzausrüstung

    Auch für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gilt grundsätzlich die neue Vereinbarung über die Ausstattung der Vertragsärzte mit zentral beschaffter Schutzausrüstung. Allerdings setzt die Beschaffung eine Erforderlichkeit voraus (für FFP3-Masken sogar eine zwingende Benötigung). Soweit kurzfristig ersichtlich, müssen aber nicht die Behandelnden die Erforderlichkeit begründen und vortragen, sondern die jeweilige KV ermittelt für alle den Bedarf. Einstweilen ist nicht bekannt, in welchem Maß Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in die Bedarfsermittlung einbezogen sind, grundsätzlich ist aber davon auszugehen, wenn auch körperlich behandelnde Arztinnen und Ärzte im Vordergrund stehen dürfen. Hier kann aktuell nur die jeweilige KV Auskunft geben.

    Die Vereinbarung regelt aber keine Pflicht, ob und wie Schutzausrüstungen beschafft werden müssen. Eine solche Pflicht ist – soweit ersichtlich – nicht festgeschrieben, es bleibt bei der allgemeinen Sorgfaltspflicht. Hier lässt sich vorsichtig verallgemeinern, dass Schutzausrüstungen nicht generell zur Bedingung psychotherapeutischer Behandlung geworden sind. Nach hier vertretener Auffassung müsste es gesetzliche Regelungen bzw. behördliche Anordnungen von Schutzausrüstungen geben. Bis dahin bleiben es Entscheidungen im Einzelfall, so dass Psychotherapien bzw. Psychologische Dienstleistungen auch ohne Schutzausrüstungen grundsätzlich erlaubt bleiben.

  • Informiert bleiben

    Täglich gibt es neue Informationen zu dem Thema. Bleiben Sie daher informiert.

    Zum Beispiel über folgende Internetseiten:

    BMG: Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus

    RKI: Covid-19

    BZgA: Informationen zum neuartigen Coronavirus / Covid-19

    KBV: Coronavirus

    BPtK: Praxis-Info Coronavirus

    Informations-Podcast des NDR Info: Corona Virus Update

  • Nutzung der Videosprechstunde

    Die KBV hat keine Bedenken die Videosprechstunde mit zertifizierten Videodienstanbietern als präventive Maßnahme einzusetzen, z.B. bei Patienten oder Patientinnen mit Erkältungssymptomen. Im Gegenteil, sie wird derzeit sogar von vielen Seiten forciert. Die BPtK informiert umfassend in ihrer Broschüre über Videobehandlungen.

    Auch der VPP empfiehlt: Sollte es in der Behandlung möglich sein, dann ist zu infektionspräventiven Zwecken die Behandlung per Videotelefonie für die Dauer der Coronakrise zu erwägen. Bitte benutzen Sie hierfür die von der KBV zertifizierten Anbieter. Eine Liste der zertifizierte Anbieter für Telemedizin finden Sie auf der Homepage der KBV.

    Für Kassenpraxen wurde von der KBV und dem GKV-Spitzenverband vorübergehend die 20%-Begrenzungsregelung aufgehoben, sodass Fallzahl und Leistungsmenge derzeit nicht limitiert sind. Die Regelung gelte vorerst für das zweite Quartal (für das erste Quartal werde keine Überschreitung der 20% erwartet) und werde dann gegebenenfalls noch einmal überprüft.

    Nach der bisherigen Regelung mussten Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung eigentlich „face to face“, also im persönlichen Kontakt erfolgen. KBV und GKV-Spitzenverband haben hier glücklicherweise nun auch einige Sonderregelungen beschlossen. So gelte ab sofort und zunächst bis zum 30.06.2020, dass auch die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) in Einzelfällen im Rahmen der Videosprechstunde möglich ist.

    Telefongespräche sind nach aktuellem Stand (26.03.2020) derzeit noch nicht für die Behandlung freigegeben. VPP und BPtK fordern, dass Sprechstunde, Probatorik und Behandlung während der Coronakrise auch per Telefon möglich sein muss. Sollte aufgrund technischer Schwierigkeiten Videotelefonie nicht möglich sein, muss es eine Alternative geben. Auch sollte Rücksicht auf ländliche Gegenden mit schlechter Internetanbindung sowie auf ältere Menschen genommen werden. Tatsächlich werde Psychotherapie per Telefon laut Twitter-Beitrag von der KBV gemeinsam mit den Kassen geprüft. Der VPP fordert zusätzlich, dass auch die Akutbehandlung in dieser Zeit für Videotelefonie und Telefonie geöffnet werden sollte.

    Für Privatpraxen reduzieren sich die Regeln zu Online-Dienstleistungen auf das Berufsrecht. (Aktuelle) Regelungen im Kassensystem gelten nicht. Das gilt prinzipiell auch bei Kostenerstattungsfällen. Das Berufsrecht hinkt der Entwicklung etwas hinterher. Während für die Kassenbehandlungen schon der Gesetzgeber vorgeprescht ist, hat der Bundespsychotherapeutentag schnell nachgelegt und die Musterberufsordnung aktualisiert aber die letztlich maßgeblichen Berufsordnungen der Landespsychotherapeutenkammern weisen noch die alten Formulierungen auf. Diese sind allerdings sehr allgemein gehalten und so darf man vorsichtig vermuten, dass – auch wegen der Coronakrise – die bestehenden alten Regelungen mit gutem Willen so ausgelegt werden können, dass auch in einer Privatpraxis ein Maßstab angelegt werden kann wie er in der Musterberufsordnung und im Kassensystem vorgesehen ist.

    Berufsrechtlich also scheint auch in laufenden Therapien die Durchführung von Online-Sitzungen vertretbar – unter den im Kassensystem geltenden Einschränkungen. Bitte benutzen Sie zertifizierte Anbieter (s. o.)

  • Schweigepflicht vs. Meldepflicht

    Zur Schweigepflicht äußert sich die BPtK folgendermaßen: „Falls eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt erfolgen muss, ist dies kein Bruch der Schweigepflicht: Da es sich hierbei um eine gesetzliche Verpflichtung handelt, steht die Schweigepflicht nicht entgegen. Der Patient*in ist dies gemäß § 8 Absatz 3 der (Muster-)Berufsordnung mitzuteilen (‚Ist die Schweigepflicht aufgrund einer gesetzlichen Vorschrift eingeschränkt, so ist die betroffene Person darüber zu unterrichten‘).“

  • Vermeidung von Verdachtsfällen in der Praxis

    Empfehlung der BPtK: „Klären Sie möglichst mit jeder Patient*in vor jedem Termin, ob sie Erkältungssymptome hat, ob sie Kontakt mit einer Person hatte, die am Coronavirus erkrankt ist, oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Besprechen Sie mit jeder Patient*in, ob die Behandlung in der Praxis stattfinden kann oder ob sie per Videotelefonat oder später durchgeführt werden kann. Diese Abwägung muss im Einzelfall getroffen werden und die Dringlichkeit der Behandlung berücksichtigen.

    Bei der Terminierung persönlicher Termine sollten Sie bitte auch folgende Aspekte berücksichtigen: Gibt es gefährdende Komorbiditäten? Haben Behandelte im Umfeld besonders gefährdete Mitmenschen (ältere Personen oder Erkrankte)? Sind Behandelte auf gefährdende Nutzungen z.B. öffentlicher Verkehrsmittel angewiesen? Damit Patientinnen und Patienten Ihren notwendigen persönlichen Praxisbesuch bei etwaigen Ausgangsbeschränkungen (z.B. Bayern) belegen können, geben Sie bitte Terminzettel mit Ihren Praxisangaben mit und ggf. ein kurzes Anschreiben zur Behandlung. Wer als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut selbst beruflich unterwegs sein muss, sollte sich in dieser Funktion ausweisen können. Bitten Sie Patienten und Patientinnen im begründeten Verdachtsfall die Praxis nicht zu betreten, sich nur telefonisch zu melden und 116117 zu kontaktieren, um weiteres Vorgehen zu erfragen. Die Information kann zusätzlich als Aushang an der Praxistür oder telefonisch gegeben werden.

    Die Orientierungshilfe des Robert-Koch-Instituts für Ärztinnen und Ärzte zur Verdachtsabklärung und Maßnahmen zu COVID-19 ist schon für diese und mithin erst recht nicht für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verbindlich, für letztere schon deswegen nicht, weil sie zu somatischen Fragen keine Diagnosen treffen dürfen. Gleichwohl ist – unter dem Ausschluss von Diagnostik – diese Orientierungshilfe auch für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wissenswert.

  • Ängste der Menschen kennen und berücksichtigen

    Jürgen Margraf äußert in einem Interview, dass sich die Alarmbereitschaft oder Angst im Umfeld auf das Individuum überträgt. Als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollten wir dieses Wissen nutzen und gegensteuern. Weiterhin kann es durch Ausgangs- und Kontaktbegrenzungen zu vermehrter häuslicher Gewalt und Vereinsamung kommen. Hier können wir präventiv agieren. Nützliche Telefonnummern zum Weitergeben sind:

    Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche (116 111),

    Elterntelefon (0800 111 0550),

    Pflegetelefon (030 2017 9131),

    Hilfetelefon „Schwangere in Not“ (0800 404 0020),

    Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (0800 011 6016),

    BDP-Corona-Hotline (0800 777 22 44).

  • Kostenerstattung bei Videosprechstunde

    Die BPtK gibt in ihrer Broschüre an: „Bei Leistungen, die im Rahmen der Kosten-erstattung erbracht werden und die in der Regelversorgung per Video durchgeführt werden können, sollte in der Abrechnung zusätzlich bei entsprechenden GOP-Ziffern vermerkt werden, dass diese Leistung per Video erbracht wurde.“

    Für Kolleginnen und Kollegen die Patientinnen und Patientin nach §13 Abs. 3 SGB V (Kostenerstattung) behandeln, ergibt sich vorerst jedoch nach Meinung des VPPs noch ein gemischtes bzw. unklares Bild. Bei Kostenerstattungsfällen geht es zudem vorher aufgeführtem um die Abrechenbarkeit. Im Rahmen der Ausnahmesituation und expliziter Bewilligung konkret beantragter Therapien erscheint es trotz Krisenmodus riskant, ohne Absprache mit der jeweiligen Krankenkasse auf Online-Sitzungen umzuschwenken. Bei Beantragung zukünftiger Therapien kann dieses Setting gleich mit aufgenommen werden, bei laufenden Therapien ist ein erneuter Kontakt ratsam. Meldungen über positive Zusagen der Krankenkassen erreichen den VPP täglich. Sie können jedoch nur als Orientierung gesehen werden:

    Nach derzeit unbestätigten, inoffiziellen Einzelentscheidungen lassen folgende Krankenkassen befristet videobasierte Online-Therapien zu: DAK, AOK Nord-Ost, R+V BKK, Knappschaft, HKK, PostBKK, BKK Scheufelen, BKK24 (dort schriftlicher Antrag auf Umwandlung eines gewissen Teils des Stundenkontingents in Videosprechstunde, kann zurück umgewandelt werden), SKD-BKK, Barmer (explizit kein Telefon), Debeka BKK

    In einer E-Mail der Bahn-BKK vom 18.03.2020 heißt es, dass befristet bis zum 30. Juni 2020 die therapeutische Behandlung mittels Telefon oder Telemedizin ohne direkten persönlichen Kontakt zugelassen wird, wenn Behandelnde und/oder Patienten und Patientinnen „zu einer Risikogruppe gemäß der Definition des RKI zählen, in engem häuslichen Kontakt mit besonders gefährdeten Personen stehen, wegen Wahrnehmung von Betreuungspflichten unabkömmlich sind oder aus sonstigen Gründen ein Besuch in der Praxis nicht zumutbar erscheint. Die Regelung gelte nicht für „Probatorische Sitzungen nach § 12 der Psychotherapie-Richtlinie, Gruppenpsychotherapie nach § 20 der Psychotherapie-Richtlinie, Hypnose nach § 25 Absatz 1 Nr. 3 der Psychotherapie-Richtlinie, Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung.“

    Explizit gegen eine Behandlung per Videotelefonie bei sogenannten Kostenerstattungsfällen hat sich die Techniker Krankenkasse geäußert. In einem Schreiben vom 19.03.2020 heißt es: „Die Videokonferenz darf nur von einem Vertragsarztoder [sic!] Vertragstherapeuten durchgeführt werden. (§4 Abs. 3 Anlage 31b BMV-Ä). Leider können wir keine Kosten im Rahmen der außervertraglichen Kostenerstattung übernehmen. Diese Entscheidung wird aufgrund der entsprechenden Regelung im Bundesmantelvertrag getroffen. Sie hat auch während der Corona-Pandemie Bestand.“

    Private Krankenversicherungen (PKV)

    Bei PKV-Patienten und Patientinnen kann in begründeten Einzelfällen davon ausgegangen werden, dass trotz fehlender Verankerung in der GOP/GOÄ Online-Therapie möglich ist. Auf der Seite „derprivatepatient“ heißt es: „Mit Blick auf diese Definition können grundsätzlich auch telemedizinische oder onlinebasierte Therapien als medizinisch notwendige Heilbehandlung zu qualifizieren sein, sofern Wirksamkeit und Nutzen der Behandlung für die Patienten nachgewiesen sind.“ Welche Behandlungsformen und welche Störungsbilder so behandelt werden können, müsse jedoch fundiert überlegt werden.

    Nach derzeit unbestätigten, inoffiziellen Einzelentscheidungen lassen folgende Krankenkassen befristet videobasierte Online-Therapien zu: DBV, Barmenia (bis zum 31.05.2020), Allianz (in der Rechnung Zusatz "Corona" ergänzen), debeka (Videoanruf oder Telefonat), SDK, Hallesche (Telefon, Chat, Video oder E-Mail), Signal IDUNA, AXA Versicherung, HUK-Coburg, Postbeamtenkrankenkasse (online per Video, notfalls auch per Telefon), ARAG, INTER, DKV (Videobehandlung bei genehmigten Leistungen, nicht jedoch bei Erstkontakten und Probatorik)

    Die Continentale äußerte explizit, Video- und Telefonsprechstunden nicht zu genehmigen (es wurde explizit betont, dass auch unter den aktuellen Umständen keine Kostenübernahme erfolgen wird).

    Beihilfe

    Laut BPtK können mit der privaten Krankenversicherung der Beamten (Beihilfe) nach §18a der Bundesbeihilfeverordnung auch telekommunikationsgestützte Leistungen abgerechnet werden.

    Nach unseren Informationen von derzeit unbestätigten, inoffiziellen Einzelentscheidungen, lassen folgende Beihilfestellen befristet Videotelefonie zu: Beihilfe Knappschaft Bahn See, Beihilfe Berlin (auf Rechnung vermerken, dass die Durchführung aufgrund der Pandemie als Videositzung erfolgte), Beihilfe Brandenburg, Beihilfestelle der Stadt Essen, Beihilfestelle der Bezirksregierung Düsseldorf (bis zu 15 Termine, Markierung auf der Rechnung erbeten), Beihilfe Schleswig-Holstein.

    Die Beihilfe RLP/ LFF Koblenz lässt Videobehandlung laut einem Schreiben zu, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden: „1. Psychotherapien in Form von Einzelpsychotherapien sowie fachgruppenspezifische Einzelgesprächsleistungen können auch als Videosprechstunde durchgeführt werden, wenn bereits ein persönlicher Erstkontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung stattgefunden hat und kein unmittelbarer persönlicher Kontakt mit der Patientin oder dem Patienten aus therapeutischer Sicht erforderlich ist. Probatorische Sitzungen, psychotherapeutische Akutbehandlungen, Gruppenpsychotherapie und Hypnosebehandlungen erfordern immer den unmittelbaren persönlichen Kontakt zwischen Behandler/-in und Patient/-in. Diese Leistungen können daher nicht in Form von Videosprechstunden erbracht werden. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut muss unter Berücksichtigung der individuellen Krankheits- und Lebensumstände der oder des Versicherten entscheiden, ob eine Videosprechstunde durchgeführt werden kann. Dabei müssen die Vorschriften der jeweiligen Berufsordnungen, insbesondere der Sorgfaltspflichten, beachtet werden. 2. Aufwendungen für ausschließlich telefonisch erbrachte Leistungen sind nicht beihilfefähig.“

    Die Beihilfe BVA Bund hat offiziell die Videobehandlung offiziell zugelassen.

    Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

    In einem Rundschreiben der DGUV an die beteiligten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vom 17.3.2020 heißt es: „[…] ist es bis auf weiteres zulässig die psychotherapeutischen Behandlungen im Rahmen des Psychotherapeutenverfahren der DGUV auch im Rahmen sog. Videosprechstunden durchzuführen“

    Bundeswehr und Bundespolizei

    BPtK: „Wir konnten zwischenzeitlich mit dem Bundesinnenministerium sowie dem Bundesverteidigungsministerium klären, dass die Behandlung von Bundespolizisten und Soldaten per Video unter den aktuellen Umständen möglich ist." Die Kostenübernahme für Telefonsitzungen ist noch unklar.

    Gruppen

    Die BPtK gibt an, dass es derzeit kein Verbot für Gruppenbehandlungen durch Gesundheitsbehörden oder das RKI vorliege. Es müssen die Hygienestandards eingehalten werden. Sollte eine Gruppenbehandlung nicht möglich sein, solle eine Einzelbehandlung für jeden Teilnehmer und jede Teilnehmerin per Videotelefonie erwogen werden. Die KBV wiederum empfiehlt zur Prävention Gruppensitzungen in Einzelsitzungen umzuwandeln und hat hierfür bis zum 30.06.2020 die Bestimmungen gelockert: Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (à 100 Minuten) könne bei Bedarf maximal je Gruppenteilnehmerin oder Gruppenteilnehmer eine Einzeltherapie (à 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden. Hierzu sei lediglich eine formlose Mitteilung an die Krankenkassen nötig. Generell sei die Durchführung von Gruppentherapien jedoch weiterhin zulässig. Gruppenbehandlungen sind derzeit nicht als Videosprechstunde durchführbar.

  • Die Praxis muss in Quarantäne – Was nun?

    Nach §56 des Infektionsschutzgesetz bestehe grundsätzlich ein Anspruch sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt oder Quarantäne angeordnet werde. Bei Selbstständigen richte sich die Entschädigung nach dem Verdienstausfall, die Grundlage sei der Steuerbescheid (nach §15 SGB IV). Neben dem Verdienstausfall könnten Selbstständige auch für Betriebsausgaben „in angemessenem Umfang“ entschädigt werden (§56 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz). Beides müsse beantragt werden. Eine Liste der zuständigen Behörden liefert die KBV. Angestellte haben Anspruch in den ersten sechs Wochen auf die Höhe des Nettogehaltes und dann auf Krankengeld.

    Anordnungsbefugt ist die jeweilige örtliche Gesundheitsbehörde.

    Noch etwas unklar ist die Frage, ob aus einer aufgrund behördlicher Anordnung unter Quarantäne gestellte Kassen- oder Privatpraxis Online-Dienstleistungen erbracht werden dürfen. Natürlich stellt sich diese Frage nur, wenn man trotz der Anordnung, z.B. in Verdachtsfällen, gesundheitlich in der Lage ist, Online-Dienstleistungen zu erbringen, sonst haftet man ggf. für Behandlungsfehler. Nach hier vertretener Auffassung sind unter dieser Voraussetzung auch während einer angeordneten Quarantäne Online-Dienstleistungen möglich, da der Schutzzweck insoweit nicht tangiert ist und den Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit insoweit nicht rechtfertigt.

    Es sei allerdings angefügt, dass eine Entschädigung nach IFSG durch Einnahmen aus Online-Dienstleistungen reduziert werden, denn selbstverständlich handelt es sich bei den Entschädigungen um Kompensationsleistungen und sie dürfen nicht zur Bereicherung führen.

  • Finanzielle Einbußen durch die Folgen der Coronakrise

    Die KBV fordert von der Bundesregierung einen Schutzschirm für Praxen, die derzeit nicht arbeiten können, ähnlich dem der Krankenhäuser und Handwerksbetriebe, um finanzielle Einbußen abzufedern. Im „COVID19-Krankenhausentlastungsgesetz“ sollen die wirtschaftlichen Folgen für Krankenhäuser und Vertragsärzte aufgefangen werden. Demnach sollen unter anderem niedergelassene Ärzte und Ärztinnen sowie Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen bei einer zu hohen Umsatzminderung aufgrund einer geringeren Inanspruchnahme durch Patientinnen und Patienten mit Ausgleichszahlungen sowie mit zeitnahen Anpassungen der Honorarverteilung geschützt werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sollen außerdem die zusätzlichen Kosten für die Finanzierung außerordentlicher Maßnahmen, die während des Bestehens der epidemischen Notlage erforderlich sind, von den Krankenkassen erstattet bekommen.

    Freiwillige oder ungerechtfertigte Schließungen von Praxen können ein Verwirken des Anspruchs auf eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nach sich ziehen.

    Fraglich ist noch die Situation der in Privatpraxen tätigen Kollegen und Kolleginnen. Der VPP fordert BPtK und Gesetzgeber auf, frühzeitig auch an diese Gruppe zu denken.

    Gelten die Angaben auch für Privatpraxen?

    Abgesehen von expliziten KV-Abrechnungsregeln und genannten Einschränkungen gelten vorgenannte Ausführungen weitgehend auch für Privatpraxen.