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Pressemitteilung zum Welttag der Suizidprävention

   10.09.2022

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Hinschauen und helfen
 

Suizidprävention in Deutschland stärken – der BDP fordert den Ausbau von niedrigschwelligen Präventionsangeboten und ruft zu mehr Aufmerksamkeit auf

 

In einer Zeit starker Umbrüche und Krisen und vor dem Hintergrund eines steigenden Lebensalters in der Bevölkerung wird die Prävention von Suizidalität zukünftig an Bedeutung gewinnen. Die Empirie zeigt, dass die meisten Menschen den Wunsch nach einer vorzeitigen Beendigung ihres Lebens ändern können. Besonders dann, wenn sie Zugang zu Hilfeleistungen haben, zum Beispiel zu psychologischer Beratung. Dennoch sind die Zahlen alarmierend.
 

Durchschnittlich alle 57 Minuten begeht ein Mensch in Deutschland Suizid, jeder Fünfte (22%) macht in seinem Leben einmal die Erfahrung, dass ein nahestehender Mensch Suizid begeht. Suizid gehört in Deutschland mit 9206 Fällen auch im Jahr 2020 zu den verbreitetsten Todesursachen. Während in den neunziger Jahren die Zahlen rückläufig waren, ist die Suizidrate seit 2004 eher konstant. Und mehr als dreimal so viel Menschen starben 2020 durch einen Suizid als durch Verkehrsunfälle (2724). In allen Altersgruppen sterben deutlich mehr Männer (75%) und im höheren Lebensalter steigt die Suizidrate besonders stark an.
 

Obwohl Zahlen nichts über das Leben und Leid derer aussagen, die sich das Leben nehmen, zeigen sie aber sehr deutlich, wie wichtig Maßnahmen sind, die diesen letzten Schritt verhindern können. Und auch hinterbliebene Betroffene sollten hier mit einzogen werden. Der BDP fordert deshalb den Ausbau von Prävention und Intervention in diesem Bereich. Gemeinsam mit 40 Verbänden hat der BDP daher eine Stellungnahme zur aktuellen Gesetzesinitiative unterzeichnet, die ausdrücklich eine suizidpräventive Strategie unterstützt.
 

Hinschauen, hinhören und helfen – ein aktives Aufgreifen von Andeutungen und versteckten Hilferufen könnte bis zu 80% der Menschen mit Suizidgedanken erreichen und damit ein erster Schritt zur Hilfe sein. Suizid ist noch immer ein Tabuthema. Es ist wichtig das zu ändern. Das ist ein wesentlicher Aspekt der Prävention.
 

Zusätzlich zum Ausbau von spezialisierten Versorgungsmaßnahmen oder Fortbildungen im Gesundheitsbereich sowie einem niedrigschwelligen Zugang zu telefonischen Beratungs- angeboten ist vor allem auch eine Sensibilisierung der Allgemeinbevölkerung wichtig. Der BDP fordert flächendeckende Programme für spezifische Bereiche wie Schulen, Altenheimen und Hospizen. Diese können wesentlich zu einer Verringerung der Suizidalität in Deutschland beitragen und mehr Aufklärung schaffen.

 

Ansprechpartner: Fredi Lang, BDP Fachbereich Berufspolitik

Kontakt: presse@bdp-verband.de