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Mit Psychologie auch in disruptiven Prozessen handlungs- und demokratiefähig bleiben

   09.07.2019

Landestag der Psychologie weist Mittel und Wege für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem tiefgreifenden Wandel in der eigenen Profession und der ganzen Gesellschaft.

Zum 19. Mal lädt die Landesgruppe Baden-Württemberg des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologinnen (BDP) am Samstag, den 13. Juli zu einem Landestag der Psychologie in Stuttgart ein. Er steht unter der Überschrift „Disruption! Alles neu, viele abgehängt?“. Der radikale Wandel, der durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Globalisierung ausgelöst worden ist, stellt für die Gesellschaft insgesamt eine große Herausforderung dar.

Psychologen und Psychologinnen aus Wissenschaft und Praxis sowie verschiedensten Arbeitsfeldern, zum Beispiel der Wirtschafts-, der Gesundheits-, der Umwelt- bis hin zur Sozialpsychologie oder der Politischen Psychologie, können sich einbringen in disruptive Prozesse. Der diesjährige Landestag zeigt auf, wie psychologische Kompetenz dazu beitragen kann, dass die Disruption im Bewusstsein von Chancen, Risiken und Verantwortung gestaltet wird.

Leider fehlt es daran noch gesamtgesellschaftlich gesehen. Mit der Verabschiedung der Digitalen Agenda im Jahre 2014 wollte die Bundesregierung ein Zeichen setzen. Doch seitdem kommt die Umsetzung nicht rasch genug voran. Schon heute wird gegen viele Artikel im Gesetzbuch, die der Wahrung der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre dienen, verstoßen. Digitalisierung und Gesetze prallen aufeinander. Ähnliche Zusammenstöße sind für verschieden Zweige der Industrie und den Dienstleistungsbereich mit dramatischen Folgen für den Arbeitsmarkt absehbar. Während die Politik noch redet, entstehen durch die Weiterentwicklung der Technik Fakten. Die Wirtschaft fordert Regierung und Parlament auf, die Gesetzgebung zu ändern und sie dem technischen Fortschritt sowie den daraus erwachsenden Veränderungen anzupassen. Für viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist klar: Es besteht Handlungsbedarf durch Politik und Zivilgesellschaft. Es gilt Richtung und Grenzen zu definieren und sicherzustellen, dass sie eingehalten werden.

Doch es mangelt an Handlungsbereitschaft vor allem dort, wo es um Grundfragen geht: Wie soll die Gesellschaft in Zukunft aussehen? Wessen Interessen dürfen die Richtung der Disruption – der kreativen Zerstörung des Bestehenden – bestimmen, wer wird eher zu den Gewinnern, wer zu den Abgehängten zählen, und wie könnte ein Ausgleich aussehen?

Darüber wird beim Landestag diskutiert werden. Ebenso wichtig ist den Gastgebern die Frage, inwiefern die Profession selbst von Disruption betroffen ist, welche beruflichen Interessen durch den Wandel wie berührt werden. Wird die Psychotherapie jetzt digital, und wo bleibt auf den Datenautobahnen der Vertrauensschutz? Brauchen wir nach Veränderungen im Psychotherapeutengesetz jetzt ein Psychologengesetz wie vom BDP gefordert, das den Psychologinnen und Psychologen Titelschutz und den Verbrauchern Sicherheit auf einem unübersichtlich gewordenen Markt bietet? Wie können Roboter künftig Pflegekräfte in Altenheimen unterstützen, oder sollen sie sie gar ersetzen? Wie viele Chancen und Risiken sind mit Digitalisierung ganz allgemein und im Besonderen in Organisationen verbunden? Wer trägt die Verantwortung für ein menschliches, ethisch vertretbares Vorgehen?

Eingeladen sind Mitglieder, Berufskolleginnen und -kollegen, wissenschaftlich und praktisch Tätige aus angrenzenden Arbeitsfeldern, was die Gelegenheit zur Weiterbildung, zum Austausch und zu einem Blick über den Tellerrand des eigenen Fachs bietet.

Zu den Referierenden beim Landestag gehören:

Prof. Dr. Thomas Kliche, HS Magdeburg-Stendal, Dr. Birte Schiffhauer, FH Bielefeld, Felix Carros und Sarah Matthies, Universität Siegen, der Psychologe und Innenarchitekt Andreas Hegenbart, der Wirtschaftspsychologe Wilhelm Schilling, die Vorsitzenden der Landesgruppe Thordis Bethlehem und Birgit Weinmann, außerdem die Psychologischen Psychotherapeuten Roland Raible und Rainer Kurschildgen.

Mehr Informationen zum Landestag und seinen Themen unter:

 

Hinweis an Redaktionen:

Der Landestag findet am 13. Juli 2019 im SpOrt Stuttgart statt. Es werden rund 100 Teilnehmer erwartet. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Teilnahme und Berichterstattung eingeladen!

Gerne vermitteln wir bereits im Vorfeld des Kongresses Interviews mit den beteiligten Expertinnen und Experten oder stellen Ihnen die von uns in Auftrag gegebenen Texte zur Veröffentlichung zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich dazu und für Rückfragen an Thordis Bethlehem, Vorsitzende der Landesgruppe; E-Mail: info@bdp-bw.de
Telefon: 0711 3056331


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