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BDP kritisiert: Verbot von Tabakwerbung wird weiter aufgeschoben

   18.12.2019

Die Unionsfraktion stimmte nach jahrelangen Debatten einem Positionspapier zum Tabakwerbeverbot in Deutschland zu. Im Positionspapier wird ein Gesetzentwurf angeregt, der Tabakwerbung im Kino – für Filme mit einer Altersbeschränkung – ab 2021 verbietet. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen kritisiert, dass ein Verbot der oftmals großflächigen Litfaßsäulen- und Plakatwerbung erst ab 2022 umgesetzt werden soll. Ein Verbot der Werbung für Tabakerhitzer soll sogar erst ab 2023 und für e-Zigaretten erst im Jahr 2024 erfolgen.

Deutschland ist durch eine, bereits 2003 verabschiedete, EU-Richtlinie verpflichtet, Tabakwerbung im öffentlichen Bereich zu verbieten. In keinem anderen EU-Land ist öffentliche Tabakwerbung noch erlaubt. In mehreren Studien wurde eindeutig nachgewiesen, dass Zigaretten-Werbung besonders junge Menschen zum Rauchen animiert. Die Zigarette ist durch Zusätze wie Ammoniak darauf ausgelegt, süchtiges Verhalten zu erzeugen. An den schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen sterben in Deutschland pro Jahr ca. 120.000 Menschen. Nach wie vor soll Außenwerbung an Verkaufsstellen (also z. B. auch Tankstellen) erlaubt sein.

Der BDP hat sich in der Vergangenheit sehr für ein sofortiges und umfassendes Werbeverbot eingesetzt. Die BDP-Expertin für das Thema, Dipl.-Psych. Susanne Berwanger, erklärte: „Die geplante Gesetzesinitiative ist ein extrem wichtiger Schritt. Allerdings ist es nicht akzeptabel, der Zigarettenindustrie noch Jahre Zeit zu geben, nikotinhaltige Produkte zu bewerben. Es muss sofort und umfassend verhindert werden, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch Tabakwerbung zu einer schwerwiegenden Sucht mit tödlichen Folgeerkrankungen animiert werden.“

Ansprechpartnerin für inhaltliche Nachfragen:
Dipl.-Psych. Susanne Berwanger, berwanger@vpp-bayern.org