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Pressemitteilung: Psychischen Belastungen durch Corona-Lockdown entgegenwirken: BDP Landesguppe Bayern trifft bayerisches Staatsministerium

   17.02.2021 | online - München

Die Landesgruppe Bayern des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) war am 17.Februar 2021 zu einer Videokonferenz mit der bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Carolina Trautner, eingeladen. Die Landesgruppe erhielt die Möglichkeit, ausführlich psychologische Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bevölkerung dazustellen und konkrete Ministerien übergreifende Vorschläge für Hilfsmaßnahmen zu benennen.

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe um den BDP Landesgruppenvorsitzenden Winfried
Pollmann stellte in dem konstruktiven Treffen eine aktuelle Bestandsaufnahme der Belastungen in verschiedenen psychologischen Lebensbereichen vor:

Dauerstress Home-Office und Home-Schooling, Ungewissheit bzgl. Schule, Schulabschluss, Ausbildung oder Erwerbstätigkeit, Wegfall vertrauter Bewältigungsstrategien (soziale Kontakte, Sport oder Kulturveranstaltungen) können bei mangelnder Resilienz in destruktiven Mustern wie z.B. Konflikten, Überforderung, verstärktem Medienkonsum, Isolation, Ängsten und Grübeln münden. Psychische Erkrankungssymptome nehmen zu. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche. Durch Distanzunterricht und Notbetrieb der Kitas fehlt der externe Blick auf gefährdete Kinder und Jugendliche, so dass eine größere Dunkelziffer betreffend häuslicher Gewalt und Missbrauch zu befürchten ist. Alarmierend zeigt sich in diesem Zusammenhang die deutlich gehäufte Inanspruchnahme ambulant psychotherapeutischer Hilfen, v.a. im Kinder- und Jugendbereich - bei bereits vor Corona bestehender Unterversorgung für psychisch Erkrankte.

Als Lösungsansätze präsentierte die Landesgruppe Bayern des BDP einen breitgefächerten Maßnahmenkatalog, welcher unter der Devise: „Aufrechterhaltung und Ausbau vorhandener Strukturen sowie Umsetzung gezielter weiterer Maßnahmen“ zu fassen ist: Präventionen durch betriebspsychologische Angebote, Aufklärungskampagnen mittels online-Plattformen und Werbespots, Schutz vor Fake News, Ausbau pädagogisch-schulischer Hilfen, Ausbau digitaler Angebote, Ausbau ambulanter psychotherapeutischer Behandlungsmöglichkeiten und vor allem aufsuchender Angebote (d.h. aktive Kontaktaufnahme für Jugendliche, Seniorinnen und Senioren). In der politischen Kommunikation sollte dabei stets auf eine Sprache der Empathie und des Ernstnehmens im Umgang mit den Belastungen durch die Corona-Pandemie geachtet werden. Alle relevante Ministerien (Kultus, Gesundheit, Soziales und Inneres) sollten dabei übergreifend kooperieren. Es wurde eine weitere Zusammenarbeit vereinbart.

Ansprechpartner: pollmann@bdp-bayern.de