Psychologie einfach erklärt!


 

Im Alltag stoßen wir oft auf Situationen, in denen wir Erklärungen für das Verhalten anderer Menschen suchen: „Warum war Anton gerade eben so traurig?“ – „Vielleicht hat er ja Depressionen!“. Oder wir versuchen Vorhersagen zu machen, was unser Gegenüber sagen oder tun wird. Normalerweise werden solche Erklärungen an bestimmten Merkmalen festgemacht, die wir durch unsere Erfahrung und unser Wissen gesammelt haben und manchmal ist es auch ein Bauchgefühl, welches uns in unseren Annahmen leitet. Wir benutzen also fast jeden Tag Alltagspsychologie!

Aber was genau ist denn der Unterschied zwischen Alltagspsychologie und wissenschaftlicher Psychologie?

Alltagspsychologie vs. wissenschaftliche Psychologie

Das eben beschriebene Verhalten zeigt, dass Menschen versuchen, aus ihren Erfahrungen und ihrem Wissen Vorhersagen zu dem Verhalten anderer Menschen machen. Aber wirklich systematisch ist dieser Vorgang nicht, denn leider sind die Einschätzungen von Menschen oft abhängig von der speziellen Person und es können keine allgemeingültigen Regeln abgeleitet werden. Sowohl Hochschullehrer als auch Praktiker sind sich einig, dass ein grundlegendes wissenschaftliches Studium der Psychologie nach wie vor die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche selbstständige Tätigkeit in allen Bereichen der angewandten Psychologie ist. Mit der Einführung der Studienabschlüsse Bachelor und Master ist an den Hochschulen die Tendenz erkennbar, Spezialisierungen auf einzelne Teilbereiche des psychologischen Berufsfelds schon im Studium anzubieten statt eines allgemein qualifizierenden Masterabschlusses, der eine Einmündung in ganz unterschiedliche Arbeitsfelder zulässt. Für diejenigen, die schon frühzeitig wissen, in welchem Bereich sie arbeiten wollen, ist dies von Vorteil. Für die vielen Studierenden, die während des Studiums noch unentschlossen sind, kann die frühzeitige Festlegung nachteilig werden. Gleiches gilt auch für die vielen Kombinationsangebote von Studienfächern, die Psychologie beinhalten, aber nicht vollumfänglich zur Psychologin oder zum Psychologen qualifizieren.

Wissenschaftliche Psychologie

Hier kommt die wissenschaftliche Psychologie ins Spiel. Forscher*innen versuchen nämlich allgemeingültige Regeln im Erleben und Verhalten von Menschen aufzustellen. Deshalb ist die wissenschaftliche Psychologie eine empirische Wissenschaft, da die getroffenen Aussagen auf systematischen Beobachtungen fundieren. Im Zyklus der Forschung werden diese Aussagen immer weiter spezifiziert, überprüft und womöglich auch wieder verworfen. Die psychologische Wissenschaft ist nämlich kein starres Wissensfeld, sondern entwickelt sich dynamisch und wird täglich durch Forschende auf der ganzen Welt weiterentwickelt.

So sammelt sich eine Menge an gesammelten Regeln und Modellen, die die Prozesse unseres Verhaltens und Wahrnehmens beschreiben, erklären und vorhersagen sollen.

Die wissenschaftliche Psychologie unterscheidet sich also von der Alltagspsychologie in der Hinsicht, dass erstere auf systematischen Beobachtungen, die allgemeingültige Aussagen treffen sollen, die nicht nur auf eine einzige Person zutreffen, sondern auf ganze Gruppen von Menschen!

Definition Psychologie

Nun stellt sich die Frage, wie die Psychologie eigentlich definiert werden kann. Wissenschaftler haben sich in den letzten Jahren auf eine breite Definition geeinigt:

Psychologie ist die Wissenschaft der psychischen Vorgänge, vom Erleben und Verhalten des Menschen.

Diese Definition ist sehr grob und lässt sich auf die verschiedensten Bereiche ausweiten. Sie deutet aber auch darauf hin, dass in jeder Situation psychologische Prozesse ablaufen. Die psychologische Forschung nutzt neben den eigenen Modellen auch Befunde aus der Natur-, Geistes-, und Sozialwissenschaft, um das Verhalten und Erleben von Menschen erklären zu können.

Teilbereiche der Psychologie

Die Aussagen, die sich anhand der Forschung ableiten lassen, können auf die unterschiedlichsten Kontexte angewendet werden. Deshalb haben sich in der Psychologie einige Untergruppen gebildet, die das Feld der Psychologie thematisch und kontextuell etwas eingrenzen. Teilbereiche der Psychologie sind:

Was leistet die Psychologie?

Vielleicht wird die Psychologie an mancher Stelle von oben belächelt und irgendwie mit "Gefühlsduselei" in Verbindung gebracht. Dabei ist die Psychologie so viel mehr und durchdringt jeden unserer Lebensbereiche. Wir alle profitieren von der wissenschaftlichen und angewandten Psychologie.

Das leistet die Psychologie unter anderem:

  • Ängste, Verlusterfahrungen und traumatische Erlebnisse verarbeiten

  • Präventive Gesundheitsarbeit

  • Stress vermeiden bzw. den gesunden Umgang damit lernen

  • Kaufverhalten analysieren und beeinflussen können

  • Unterstützung von Schulen und Beratung von Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen

  • Persönliche Fähigkeiten herauszuarbeiten und sie bestmöglich nutzen

  • Hilfe im guten, sozialen Miteinander

  • gute und produktive Atmosphäre am Arbeitsplatz