Methodenlehre


 

Was ist Methodenlehre im Psychologie Studium?

Die Methodenlehre ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Forschungsmethoden und deren Anwendung zur Untersuchung eines bestimmten Sachverhaltes. Diese Forschungsmethoden verbinden Methodenfächer, wie etwa die Statistik, mit den unterschiedlichen Fachbereichen der Psychologie und bieten damit die Werkzeuge zur Beschreibung, Erklärung, Vorhersage und Modifikation des menschlichen Erlebens und Verhaltens. Auch außerhalb der Psychologie kann ein gutes Verständnis der wissenschaftlichen Methoden von Vorteil sein, etwa in der interdisziplinären Forschung.
 

1. Forschungsmethoden im Studium:

Das Fach Methodenlehre wird an den meisten Universitäten sowohl im Bachelor als Grundlagenfach, wie auch im Master als Vertiefung angeboten. Die Methodenlehre umfasst die qualitativen, quantitativen und gemischten Methoden (Mixed Methods). Diese werden im Studium meistens folgendermaßen schwerpunktmäßig behandelt:

  • Gütekriterien der Methoden/Verfahren
  • Grundlagen quantitativer Erhebungs-, Forschungs-, und Auswertungsmethoden
  • Grundlagen qualitativer Erhebungs-, Forschungs-, und Analyseverfahren
  • Mixed-Methods-Designs, also Methodenkombinationen
  • Grundlagen der Wissenschaftstheorie
  • Ethische Richtlinien in der Forschung
  • Bewertung von Forschung
     

2. Forschungsmethoden in der Anwendung:

Die Methodenlehre ist in fast allen Berufsfeldern der Psychologie vertreten. Einen besonderen Stellenwert hat sie natürlich in der Forschung und der Experimentellen Psychologie. Diese findet häufig an Universitäten statt, aber auch in Unternehmen (z.B. Marktforschung) oder in staatlichen Institutionen. Um eine Grundlage für spätere Handlungspraxis oder die Rechtfertigung von politischen Entscheidungen zu haben, werden belastbare Erkenntnisse benötigt. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Untersuchungen Qualitätsstandards entsprechen und sich keine groben Fehler eingeschlichen haben. So suchen Forscher*innen systematisch nach neuen Erkenntnissen, dokumentieren ihr vorgehen und veröffentlichen die gewonnen Ergebnisse. Zu den Aufgaben eines Forschers gehören vorallem:

  • Planung und Durchführung von Untersuchungen
  • Erhebung von Rohdaten
  • Analyse der Rohdaten durch statistische Methoden
  • Interpretation der Ergebnisse
  • Diskussion und Bewertung der Qualität des Forschungsprozesses
  • Vermittlung der Befunde und Maßnahmen an die Öffentlichkeit
  • Koordination von Forschungseinheiten oder interdisziplinären Forschungteams

 


 

3. Voraussetzungen

Um in der Forschung tätig zu werden braucht man ein Diplom oder Master in Psychologie und sollte hohe Sachkenntnis im Forschungsbereich besitzen. Forschungspraktika oder Forschungstätigkeiten als Hilfskraft sind in diesem Feld von großem Vorteil. Eine Promotion weist hohe Kompetenz im Forschungsprozess aus und steigert die Berufsmöglichkeiten. Für eine Karriere im universitären Bereich wird sie oft vorausgesetzt.

 Das Feld der psychologischen Forschung stellt einen eher kleinen Arbeitsmarkt für Psychologen und Psychologinnen dar.
 

4. Wichtigste Kompetenzen

  • Ein sicherer Umgang mit Forschungsmethoden und statistischen Auswertungsmethoden
  • Kenntnisse zu dem aktuellen Wissensstand der jeweiligen Forschungsrichtung
  • Fähigkeit zum wissenschaftlichen Denken
  • Verständnis über die Wissenschaftstheorie