Klinische Psychologie


 

Was ist klinische Psychologie?

Die klinische Psychologie beschäftigen sich mit Störungen des Erlebens und Verhaltens sowie den psychischen Aspekten körperlicher Erkrankungen und beschreiben diese detailliert mittels Diagnostik und Klassifikation. Unter Heranziehung psychologischer Methoden arbeiten sie mittels Prävention und der Therapie von psychischen Störungen. Der Bedarf an Klinischen Psychologinnen und Psychologen ist infolge der Diversität des Berufsfeldes sehr groß, mit steigender Tendenz.

Die klinisch-psychologische Diagnostik umfasst die Identifikation von psychischen Störungen und die Analyse von individuellen Problembereiche. Sie hat das Ziel, interventionsbezogen Entscheidungen für die Therapie abzuleiten.

Als wichtiger Teil der klinischen Psychologie hat die psychologische Psychotherapie das Ziel der Behandlung von psychischen Störungen. Die Behandlung erfolgt auf der Basis von fundierten Behandlungsverfahren durch approbierte psychologische Psychotherapeut*innen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen.

 

1. Klinische Psychologie im Studium:

Das Fach klinische Psychologie wird an den meisten Universitäten im Bachelor als auch im Master (als Vertiefungsfach) angeboten. Diese Inhalte werden in den Kursen schwerpunktmäßig gelehrt:

  • Grundlagen der Klinischen Psychologie (Konzepte, Krankheitsmodelle, Entwicklungspsychopathologie, Epidemiologie)
  • Klassifikationssysteme
  • ausgewählte Störungsbilder bei Erwachsenen (z.B. affektive Störungen, Angststörungen, Essstörungen) und Kindern (z.B. Verhaltensstörungen, Lern- und Leistungsstörungen)
  • psychologische Interventions- und Forschungsmethoden
  • kritische Analyse und Anwendung einschlägiger Theorien und Befunde
  • Psychotherapie und Beratung
  • Themen der Gesundheitspsychologie
  • Prävention und Rehabilitation
     

2. Das Berufsbild der Klinischen Psychologie:

  • Diagnostik von Störungen des psychischen Erlebens und Verhaltens, z. B. der Leistungsfähigkeit, des Denkens
  • Klinisch-psychologische Tätigkeiten im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung
  • Beratung der Betroffenen und/oder ihrer Bezugspersonen
  • Durchführung von Trainings, Schulungen und therapeutischen Maßnahmen mit den Betroffenen und ihren Bezugspersonen (z. B. Elterntraining bei ADHS)
  • Vermittlung der Befunde und Maßnahmen an Bezugspersonen, Ärzte & Ämter
  • Dokumentation, Abfassen von Berichten, Verlaufsprotokollen
  • Erstellung von Gutachten
  • Fortbildung von Kollegen, Teambeteiligten und Mitarbeitern
  • Entwicklung von Konzepten für die gesundheitliche und psychosoziale Versorgung

Klinische Psychologinnen und Psychologen sind sowohl in stationären als auch in ambulanten Settings beschäftigt. Sie arbeiten – oft in interdisziplinären Teams – in Praxen oder Institutionen verschiedenster Art, z. B. Kinderkliniken, Allgemeinkrankenhäusern, Rehabilitationskliniken, psychiatrischen und sozialpädiatrischen Einrichtungen, Beratungsstellen für Kinder-, Ehe- und Familienberatung und in Institutionen der Forschung und Lehre. Darüber hinaus sind viele auch in freier Praxis tätig.
 

3. Voraussetzungen

Um klinische*r Psycholog*in zu werden braucht man ein Diplom oder Master in Psychologie. Über das Zertifikat „Fachpsychologin/Fachpsychologe für Klinische Psychologie BDP“ hinaus können für spezielle Anwendungsfelder weitere Zusatzqualifikationen erworben werden. Das Zertifikat ist als berufsständische Weiterbildung anerkannt und deckt den Gesamtbereich der klinisch-psychologischen Praxis ab, einschließlich der Tätigkeit in Bereichen, die nicht dem traditionell medizinischen Krankheitsbegriff entsprechen, sondern einem explizit psychosozialen Störungsbegriff verpflichtet sind, z.B. in der Beratungsarbeit.
 

4. Wichtigste Kompetenzen

  • Kenntnisse bezüglich normalem und abweichendem Erleben und Verhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen,
  • Kenntnisse in psychologischer Diagnostik,
  • Beratungskompetenzen
  • Fähigkeit, Kontakte auch zu schwierigen und psychisch beeinträchtigten Individuen und Gruppen aufzunehmen und zu halten,
  • Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit,
  • Fähigkeit zur Durchführung psychotherapeutischer Maßnahmen mit Einzelnen und Gruppen.