Biologische Psychologie

 

Was ist biologische Psychologie?

Die biologische Psychologie (auch Biopsychologie) beschäftigt sich mit den biologischen und meist neuronalen Grundlagen zur Erklärung des menschlichen Erlebens und Verhaltens. Zu diesen Grundlagen zählen Prozesse, die sich im menschlichen Organismus, bevorzugt im zentralen Nervensystem, abspielen. Die biologische Psychologie versteht sich einerseits als Grunddisziplin im Bachelorstudium und gehört außerdem zum Anwendungsfach Neuropsychologie, die sich mit neuronalen Strukturen und Prozessen beschäftigt. Ihre Aufgabe ist die Erklärung der Arbeitsweise des Gehirns im Zusammenhang mit psychologischen Prozessen.

Anwendungsfelder finden sich in der Forschung an der Universität, an anderen Forschungseinrichtungen oder aber auch in der Arbeit mit Patienten, die neurologische Einschränkungen aufweisen.

 

1. Biologische Psychologie im Studium:

Das Fach biologische Psychologie wird im Grundstudium und weiterführend im Vertiefungsstudium als Klinische Neuropsychologie angeboten. Folgende Inhalte werden im Bachelorstudium gelehrt:

  • Sinnes- und Neurophysiologie

  • Anatomie und physiologische Regelung des menschlichen Nervensystems

  • Informationsweiterleitung im Nervensystem

    • Reizweiterleitung der Nerven

    • synaptische Übertragung

    • Endokrines System

  • Forschungsmethoden der Biopsychologie (EEG, MRT...)

  • Mechanismen der Wahrnehmung

    • Auditives System, visuelles System, Schmerzwahrnehmung, olfaktorisches System, somatosensorisches System

  • Schlaf und der zirkadiane Rhythmus

  • Drogen

  • Lernen und Gedächtnis

Im Master finden sich folgende vertiefende neuropsychologische Inhalte:

  • Physiologische Prozesse im zentralen Nervensystem und deren Auswirkungen auf psychische Prozesse

  • Entwicklung und Relevanz nicht-invasiver radiologischer und elektrophysiologischer Untersuchungsmethoden

  • Diagnostik der Defizite und Einschränkungen aufgrund angeborener oder erworbener Hirnschädigung

  • Nosologie und Klassifikation neuropsychologischer Syndrome

  • Entwicklung und Umsetzung therapeutischer Methoden der klinischen Neuropsychologie

  • Neuropsychologische und klinische Rehabilitation

  • Interdisziplinäre Ansätze neuropsychologischer Forschung

  • Tätigkeitsfelder der experimentellen und klinischen Neuropsychologie
     

2. Das Berufsbild der Neuropsychologie:

  • Forschung

  • Diagnostik und Therapie bei neurologischen Patienten

  • Einsatz von Trainingsverfahren

  • Erarbeitung von Kompensationsmöglichkeiten

  • Unterstützung in der Krankheitsbewältigung

Die Arbeitsfelder liegen in der Regel in neurologischen, psychiatrischen und rehabilitativen Einrichtungen, zunehmend aber auch in der freien psychologischen Praxis. Es empfiehlt sich auf jeden Fall während des Studiums Praktika zu absolvieren.
 

3. Voraussetzungen

Um neuropsychologisch tätig werden zu können, braucht man ein Diplom oder Master in Psychologie und eine dreijährige Weiterbildung der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) zum zerti­fizierten klinischen Neuropsychologen. Um in der Forschung tätig zu sein, braucht es ein abgeschlossenes Masterstudium im angewandten Fach.
 

4. Wichtigste Kompetenzen

  • Interesse an Anatomie und Physiologie

  • Kenntnisse bezüglich normalen und abweichenden Erlebens und Verhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

  • Kenntnisse in psychologischer Diagnostik

  • Beratungskompetenzen

  • Fähigkeit, Kontakte auch zu schwierigen und psychisch beeinträchtigten Individuen und Gruppen aufzunehmen und zu halten

  • Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit