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Lasst uns über Schlaf reden

21.06.2020


 

Leute, lasst uns mal über Schlaf reden. 

Denn eigentlich ist unser Schlaf ja etwas Alltägliches, über den sich viele von uns wahrscheinlich noch nie intensiver den Kopf zerbrochen haben. Denn wer gut schläft, muss darüber auch nicht nachdenken.

Doch gerade unser Alltag als Studierende bringt einiges an Potential mit sich, was unseren Schlaf durchaus effektiv stören kann. Viele von uns sind jung und gerade von Zuhause ausgezogen, um in einer anderen Stadt das Studium aufzunehmen. Da muss man sich mit neuen Mitbewohnern und Mitbewohnerinnen arrangieren, sich selbstständig ums Einkaufen und Essen kümmern und neben dem Studium noch arbeiten gehen. Als wäre das alles noch nicht genug, kommen alle halben Jahre die Klausurenphase und Deadlines der Hausarbeiten hinzu. Wenn man all diese Herausforderungen betrachtet, ist es nicht verwunderlich, dass Schlafprobleme gehäuft unter Studierenden auftreten.

Dazu ein paar Fakten: Bis zu 60% alle Studierenden an einem amerikanischen College berichten über eine schlechte Schlafqualität, 14,9% haben Probleme dabei einzuschlafen und knapp 26% berichten darüber, nachts gehäuft aufzuwachen.

Warum sind Schlafprobleme im eigentlich problematisch?

Man könnte meinen, dass es gerade im jüngeren Alter keinerlei Auswirkungen hat, wenig zu schlafen. Weit gefehlt: unsere Schlafqualität ist eng mit unserem akademischen Erfolg und unserer Gesundheit verbunden. Wenn wir nicht ausreichend schlafen, können wir nicht gut lernen, weil unsere neurokognitiven Funktionen abnehmen. Auf der anderen Seite nehmen unsere schlechten Gewohnheiten zu: Wir rauchen und trinken mehr.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass sich eine beeinträchtigte Schlafqualität
negativ auf unsere Gesundheit und unsere akademische Performance auswirkt.
 

Es lohnt sich also, über die eigene Schlafqualität nachzudenken. Was kann man nun tun, wenn man eine längere Zeit nicht gut schläft? Positiv auf den Schlaf wirkt sich zum Beispiel eine gesunde Schlafhygiene aus. Dadurch lassen sich sowohl die Schlafdauer als auch die Einschlafzeit verbessern. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) bezeichnet der Begriff der Schlafhygiene Verhaltensweisen, die einen gesunden Schlaf fördern. Wir können dabei zum Beispiel 4 Stunden vor dem Zubettgehen auf koffeinhaltige Getränke verzichten, nur ins Bett gehen, wenn wir wirklich müde und schläfrig sind und regelmäßig Sport treiben. Außerdem sollten wir das kleine Nickerchen am Mittag vermeiden, damit sich der Schlafdruck erhöht und wir abends besser einschlafen können. Wem das alles zu aufwendig erscheint, dem sei gesagt, dass schon 30 Minuten investierte Zeit in die Lektüre der Schlafhygieneregeln die Schlafqualität nachhaltig verbessern und dadurch Schlafstörungen verringert werden können.

Wenn die Lektüre von schlafbezogenen Regeln nichts für euch ist, könnt ihr auch versuchen beim Einschlafen klassischer Musik zu lauschen. Diese verbessert nämlich verglichen mit Hörbüchern die Schlafqualität und reduziert sogar die Depressionsrate unter Studierenden.

Und zuletzt gibt es für diejenigen, die lieber etwas Praktisches machen möchten, die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR), womit physische und psychische Anspannungen reduziert werden. In einer 6-wöchigen Studie mit Studierenden, in denen die Effektivität der PMR getestet worden ist, zeigten sich am Ende eine verbesserte Schlafqualität und ein vermehrtes Durchschlafen. Das Entspannungsverfahren hat außerdem nicht nur positive Effekte auf unseren Schlaf, sondern verbessert auch die empfundene Lebensfreude, reduziert Ängste, Stress und den Substanzmissbrauch.   

Was ihr aus diesem Beitrag mitnehmen könnt: Es lohnt sich, sich genauer mit dem eigenen Schlaf zu beschäftigen und ihn mittels einfacher und leicht erlernbarer Methoden zu verbessern, um sich so seinen eigenen Uni-Alltag einfacher und machbarer zu gestalten.
 

von Rebecca Woelke, Psychologiestudentin aus Mainz

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