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Rezension "Praxisbuch VT-Bericht"

   27.07.2019 | Berlin

Das Werk "Praxisbuch VT-Bericht" erläutert das methodische Vorgehen bei der Erstellung von Kassenantrag und Bericht in der Verhaltenstherapie. Sein Anspruch ist es, insbesondere den skeptischen – aber auch allen weiteren – Anwendern des Gutachtenverfahrens dazu zu verhelfen, nachvollziehbar und bei geringem Zeitaufwand jene Berichte zu verfassen.

Dazu umfasst es neben den rahmenden Kapiteln Zielsetzung und Schlusswort weitere zehn Kapitel. Kapitel zwei thematisiert die formalen inhaltlichen Kriterien zum Gutachterverfahren. Dabei werden neben den Richtlinien des Gutachterverfahrens, der Beihilfe und dem vollständigen Antrag auf dem Weg zum Gutachter insbesondere die Kriterien der Gutachter dargestellt. Kapitel drei widmet sich dem Aufbau und Inhalt eines Berichts, wobei zwischen Erst- oder Umwandlungsanträgen auf Langzeittherapie sowie Fortführungsanträgen differenziert wird. An das Vorgehen beim Verfassen eines Berichts an den Gutachter wird in Kapitel vier mithilfe eines Beispiels und Übungen systematisch herangeführt. Neun störungsspezifische Fallbeispiele gemäß der F-Diagnosen des ICD-10 bietet Kapitel fünf. Kapitel sechs thematisiert den Aufbau und Inhalt von Berichten für die Beihilfe, das in Zwischenschritte gegliederte Vorgehen wird im nachfolgenden Kapitel sieben erläutert und auch hierzu werden im Anschluss daran in Kapitel acht sechs ICD-10 basierte Fallbeispiele geboten. Sowohl auf die Stellungnahme als auch auf die Ablehnung der Gutachter geht Kapitel neun ein, das Kostenerstattungsverfahren wird in Kapitel zehn beleuchtet und Kapitel elf behandelt private Krankenkassen bzw. Kostenträger.

 

Ein Ziel des Buches ist es, dem in der Praxis zunächst als unliebsam empfundenen Verfassen von Berichten den ersten Schrecken zu nehmen, wodurch dieser unumgängliche Akt viel mehr als Unterstützung erlebt werden soll. Gerade Studierende haben in der Regel kaum bis keinerlei Bezug zu diesem Instrument der Qualitätssicherung, weshalb große Unsicherheiten und Berührungsängste bestehen. Diese relativiert das Praxisbuch zweifelsohne. Es bietet einen gelungenen Einstieg, vereinfacht erste Konfrontationen, ermöglicht der Leserschaft auf diese Weise eine autonome Einarbeitung in die Thematik und führt zu motiviertem Tatendrang. Obgleich dem Titel aufgrund etlicher orthografischer Fehler ein gründliches Korrektorat sehr gut getan hätte, erfüllt es seine Ziele, ist strukturiert, prägnant und ein unmittelbarer Wissenstransfer in die Praxis ist gewährleistet.

Erfahrene Psychotherapeuten erlangen vermutlich nur wenig neues Fachwissen, doch für interessierte Studierende, aber vor allem auch für Ausbildungskandidaten, stellt das Praxisbuch eine große Hilfe dar. Es führt in Sinn, Notwendigkeit und das Vorgehen beim Verfassen der gefürchteten Berichte ein, wobei es dem Leser auf diese Weise schnell zeigt, dass jene weniger ein leidiges Übel als vielmehr einen roten Faden für das therapeutische Vorgehen darstellen. Gerade wenn noch keinerlei Zugang zu exemplarischen Berichten vorhanden ist, erhält der Leser so einen Einblick in die Grundlagen und wird mithilfe der Checklisten, Leitlinien und stickpunktartigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen schnell in die Lage versetzt, eigene Anträge und Berichte zu erstellen.