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Medizinischer Hintergrund

Die ICD-Verschlüsselung für die Coronavirus-Krankheit lautet: U07.1 COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019). Das Coronavirus, auch Beta-Corona-Virus, Covid-19, 2019-nCoV oder SARS-CoV-2 hat seinen Namen vom lateinischen Begriff corona für Kranz oder Krone und spielt damit auf seine kranzförmige Erscheinung an. Die Familie der Coronaviren ist bereits seit den 60er Jahren bekannt. Die aktuelle Form des Virus ist mit den Auslösern vom Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) und Middle East Respiratory Syndrome (MERS) verwandt. Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Schmierinfektionen scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen, seien jedoch nicht ausgeschlossen. Derzeit nicht geklärt sei, ob sich das Virus auch über Stuhl verbreite. Der Erreger kann unspezifische Symptome auslösen und kann leicht mit der Grippe und anderen Erkrankungen der Atemwege verwechselt werden. Am ehesten treten Fieber und Husten auf. Ebenfalls möglich sind Atemnot, Schnupfen, Halsschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl.

Nicht unterschätzen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind Vorhersagen über den Krankheitsverlauf derzeit noch nicht zuverlässig. Eine bisherige Untersuchung der Fälle in China zeige bislang (Stand 20.02.2020), dass 80 % der Erkrankungen milde bis moderat, 14% schwer, aber nicht lebensbedrohlich und 6% kritisch bis lebensbedrohlich verlaufen würden. Das mittlere Erkrankungsalter liege derzeit in China bei 51 Jahren (Median), 78% der Fälle seien zwischen 30 und 69 Jahre alt, 2,4% seien unter 20. Einen Geschlechtsunterschied gebe es nicht.

Folgende Personengruppen haben dem RKI zufolge ein erhöhtes Risiko einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln, sollten sie sich infizieren: Ältere Personen, Raucher und Raucherinnen sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (des Herzens, der Lunge, chronische Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, geschwächtes Immunsystem). Diese Gruppen gilt es zu schützen, indem die Ausbreitung des Virus durch präventive Maßnahmen verlangsamt wird. Dies wird „flattening the curve“ – „Streckung der Kurve“ – genannt. Dies gibt nach Ansicht von Gérard Krause, Professor für Epidemiologie beim Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, Zeit, um Vorbereitungen zu treffen.

Aktuell gibt es in Deutschland rund 36.500 positiv getestete Personen und 198 Todesfälle (RKI, Stand 26.03.2020) bzw. rund 37.300 und 206 Todesfälle (John-Hopkins-University, Stand 26.03.2020). Weltweit seien es ca. 472.800 Fälle und 21.350 Todesfälle (John-Hopkins-University, Stand 26.03.2020 – 4%). Nach diesen Zahlen würde in Deutschland eine Sterblichkeit von 0,5% (nach RKI-Zahlen) bzw. 0,6% (nach John-Hopkins-Zahlen) einer weltweiten Sterblichkeit von 4% gegenüberstehen (nach John-Hopkins-Zahlen). Bitte betrachten Sie diese Zahlen mit Vorsicht, da es Verzerrungseffekte geben kann.

Aber auch nicht überschätzen

Die KBV bittet um besonnenes Handeln. Arztpraxen und Gesundheitsämter sollen nicht unaufgefordert aufgesucht werden, die Nummern 112/110 sollen nicht missbraucht werden. Dr. Andreas Gassen äußert sich hierzu: „Keinen Grund zur Massenpanik, selbst wenn man an Corona erkrankt ist, ist das ja im Regelfall glücklicherweise eine mild verlaufende grippeähnliche Erkrankung.“

Ein präventives Tragen von Atemschutzmasken wird nicht empfohlen: „[…] gibt es keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert.“ Bitte lassen Sie die Masken denen, die sie wirklich brauchen. Fehlende Schutzausrüstung belastet derzeit das deutsche Gesundheitssystem, so Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Auch am 24.03.2020 sei die Zahl der Vorräte und Bestellung aufgrund von Lieferengpässen noch zu niedrig, was Praxisschließungen zur Folge haben könnte.