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Test

Tests (andere Bezeichnung “Skalen”) werden – keineswegs nur in der Psychologie, sondern in den Sozialwissenschaften generell – eingesetzt, um Aufschluss über Richtung und Stärke der Ausprägung (quantitative Tests) oder auch einfach nur über das Vorliegen (qualitative bzw. klassifizierende Tests) von spezifischen Merkmalen bei Einzelpersonen oder Personengruppen zu erlangen. Diese Merkmale (z.B. Intelligenz, Leistungsmotivation, Neurotizismus, Extraversion, soziale und politische Einstellungen) werden dabei als latente Größen angesehen, die empirisch nicht direkt (z.B. durch den bloßen Augenschein oder das Stellen einer einzigen Frage) erfassbar sind, sondern nur indirekt erschlossen werden können.

In der Regel konfrontiert man bei Tests die zu diagnostizierenden Personen mit einer ganzen Reihe von sog. Items (Fragen, Aussagen oder Aufgaben, aber z.B. auch Bildern), von denen man vermutet, dass sie für die jeweils gegebene diagnostische Fragestellung von indizierender Relevanz sind. Wenn etwa bei einem Rechentest eine Person nur eine der Rechenaufgaben aus diesem Test richtig löst, kann dies auch zufällig geschehen sein (indem die Testperson beispielsweise bei einer “Multiple-Choice-Frage” zufällig die richtige Antwort angekreuzt hat). Je mehr Rechenaufgaben eine Person jedoch richtig löst, in einem um so geringeren Maße mag man hier noch an einen Zufall glauben. Vielmehr spricht dann wohl einiges dafür, dass hier eine tatsächlich vorliegende hohe Rechenfähigkeit (quantitatives Merkmal) diese richtigen Lösungen wesentlich bedingt hat. Ähnlich geht es bei der Erfassung von qualitativen Merkmalen (z.B. Konfliktbewältigungsstrategien; Konflikt) um das “Zusammenpassen” von nominalen Antwortmustern: Dabei wird jede Antwort gewissermaßen als ein gesondertes Mosaiksteinchen aufgefasst: Je mehr passende Mosaiksteinchen sich finden, um so geschlossener ist das resultierende Mosaikbild. Diese Items bieten den Testpersonen also zwei oder auch mehr Reaktionsmöglichkeiten an, deren numerischer Code als Item-Messwert bezeichnet wird.

Der Gegenstand der Klassischen Testtheorie besteht nun darin, Gütekriterien für Tests bereitzustellen (Lienert & Raatz, 1994; Guthke et al., 1991). Erst wenn diese bei einem Test hinreichend erfüllt sind, sollte von einem wissenschaftlich fundierten Test gesprochen werden. Folgende Gütekriterien werden dabei herangezogen: Objektivität (Unabhängigkeit der Testresultate von der Testsituation und den Testleitern), Reliabilität (formale Zuverlässigkeit bzw. Messgenauigkeit), Validität (inhaltliche Gültigkeit) und Praktikabilität (wissenschaftliche Ökonomie).

Helmut Giegler