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Gestalttherapie

Zusammenfassend als die Gestalttheorie der Berliner Schule und die Ganzheitspsychologie der Leipziger Schule zu verstehen, nicht aber die Gestalttherapie nach Fritz Perls, die sich nur im weitesten Sinne an die Gestalttheorie anlehnt. Entstanden ist die Gestaltpsychologie im Kontext der Bewegung gegen die elementaristische Zergliederung psychischer Prozesse. Als Schlüsselarbeit gilt die 1890 von Christian von Ehrenfels vorgelegte Arbeit "Über Gestaltqualitäten", in der er auf den ganzheitlichen Charakter von Wahrnehmungsprozessen u.a. am Beispiel von Melodien aufmerksam macht, die auch dann erkannt werden, wenn sie in eine andere Tonart gesetzt sind ("Transponierbarkeit"). Eine Melodie sei "etwas anderes" als die Summe der einzelnen Töne. Wesentliche Grundlage der "Berliner Schule" um Max Wertheimer, Kurt Koffka und Wolfgang Köhler, die ihre Blütezeit in der Weimarer Republik hatte und internationale Bedeutung errang, war die 1910 von Wertheimer in Frankfurt vorgelegte experimentelle Arbeit zum Phi-Phänomen (Bewegungssehen bei abwechselnd aufleuchtenden Punkten). Als weitere Wahrnehmungsphänomene, die sich nicht allein aus der physikalischen Reizgrundlage erklären lassen, wurden z.B. Figur-Grund-Differenzierungen, Kippfiguren und optische Täuschungen untersucht. Über hundert Gestaltgesetze, wie z.B. das Gesetz der Nähe, das Gesetz der Ähnlichkeit und die Tendenzen zur Gestaltschließung, sollten die allgemeine psychische Wahrnehmungsorganisation erklären. Grundannahmen der Gestaltpsychologie wurden später auf weitere Gebiete wie z.B. Denken, Handeln und Problemlösen übertragen. Der bleibende Beitrag der konkurrierenden "Leipziger Schule" um Felix Krüger und Friedrich Sander, die sich entgegen der "Berliner Schule" dem Naziregime angedient hatte, besteht in der experimentellen Untersuchung von Wahrnehmungsprozessen in ihrem Entwicklungsverlauf (Aktualgenese).

E.B.-M.