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Glossar

Depression

Depressionen gehören mit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Niedergeschlagenheit und ein Verlust an früheren Interessen zählen zu den Kernsymptomen. Die Beschwerden manifestieren sich auf der emotionalen, der motivationalen, der kognitiven, der Verhaltens- und der vegetativ-physiologischen Ebene. Der Begriff "Depression" wird in unterschiedlicher Weise verwendet: in symptomatologischer Hinsicht, als Syndrom und als psychische Erkrankung, wenn verschiedene definierte Symptome in einer bestimmten Ausprägung vorhanden und andere Erkrankungen ausgeschlossen sind.
Depressionen zählen innerhalb des ICD 10 und DSM IV zu den affektiven Störungen. Beide Diagnosesysteme sind einem deskriptiven, operationalen Ansatz verpflichtet und basieren auf empirischen Forschungsergebnissen. Bei der Diagnosestellung ist zunächst zu prüfen, ob die Symptome Teil einer organischen Grunderkrankung sind (z.B. Über- oder Unterfunktionen der Nebennierenrinde und der Schilddrüse, infektiöse Erkrankungen, zerebrale Durchblutungsstörungen, Hirnatrophien,, raumfordernde Prozesse, Stoffwechselerkrankungen; Berger, 1999) oder auch aufgrund der Wirkung bzw. dem Absetzen von psychotropen Substanzen/Medikamenten auftreten (z.B. Antihypertensiva). Weiterhin sind andere psychische Störungen wie z.B. Schizophrenie auszuschließen.

Innerhalb der affektiven Störungen werden unipolare und bipolare Formen unterschieden. Bei den bipolaren Formen treten manische Episoden oder sowohl depressive als auch manische Episoden auf. Manien zeichnen sich durch eine gehobene, expansive oder gereizte Stimmungslage aus sowie eine gesteigerte Aktivität oder motorische Ruhelosigkeit, einem Rededrang, Ideenflucht, Verlust von sozialen Hemmungen, vermindertem Schlafbedürfnis, überhöhter Selbsteinschätzung, leichtsinnigem Verhalten und einer gesteigerten Libido.

Zu den unipolaren Formen zählen als zwei Hauptdiagnosen:
1) die depressive Episode nach ICD 10 bzw. Major Depression nach DSM IV, bei denen eine festgelegte Zahl von Symptomen mindestens zwei Wochen lang täglich auftreten muss.
2) die Dysthymie bzw. Dysthymia als eine depressive Entwicklung über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren.

Eine besonders schwere Unterform der depressiven Episode bzw. Major Depression wird als depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD 10) bzw. Depression mit Melancholie (DSM IV) diagnostiziert (Tab.). Diese Unterformen wurden in früheren Klassifikationssystemen als "endogene Depression" bezeichnet. Zusätzlich können auch psychotische Symptome im Rahmen von affektiven Störungen auftreten. Am häufigsten bei Depressionen sind Schuld-, hypochondrischer, nihilistischer, Beziehungs- oder Verfolgungswahn. Depressive Episoden können rezidivierend und auch gemeinsam mit Dysthymien (double depression) auftreten.
Es liegen eine Reihe von strukturierten Interviews und Checklisten vor, die für die Diagnosestellung eingesetzt werden können und die Objektivität erhöhen. Fragebögen wie z.B. das Beck Depressions Inventar (BDI) oder die Allgemeine Depressions Skala (ADS) können als Screening Instrumente verwendet werden, durch sie kann die Depressionsstärke bestimmt werden und sie eignen sich für die Evaluation der Behandlung.

Ursula Luka-Krausgrill