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Angst

Der Tod ist uns gewiss, wenn auch nicht sogleich, während wir dies lesen. Auch die Angst vor dem Sterben ist durch Aufschub und Tröstung gemildert (Todespsychologie). Gefahr jedoch bleibt und ist auch für den, der den Tod wünscht, mit leiblichen Schmerzen (Schmerz) verbunden. Das Wort Angst kommt von agcw und bedeutet drosseln, würgen; lateinisch angor Beklemmung, angustia Enge. Furcht und Angst sind einander ähnlich, aber nicht identisch, auch wenn die Alltagssprache sie meist gleichbedeutend verwendet. Furcht gilt als klar auf eine äußere Gefahr hin ausgerichtet. Angst ist unbestimmt. Der bloße Anblick einer Schlange kann Furcht auslösen. Aber schon ihre unbestimmte Bewegung und vor allem die Vorstellung, was sie alles tun könnte, ist mit einem Gefühl verbunden, für das der Begriff Angst zutreffender erscheint als der Begriff Furcht. In einigen Gefühlstheorien wird Furcht als Basisemotion bezeichnet (Emotion), während Angst als Kombination der Furcht mit anderen Grundgefühlen wie beispielsweise Neugierde, Überraschung, Kummer, Wut und Scham verstanden wird (Izard, 1981).
Nach der seit Wilhelm Wundt üblichen Beschreibung von Gefühlen in den Dimensionen Lust - Unlust, Erregung - Beruhigung, Spannung - Lösung befinden sich Angst und Furcht bei Unlust, Erregung und Spannung. Während in der Philosophie seit Kierkegaard Angst als Grundstimmung menschlicher Existenz überhaupt aufgefasst wird, suchen psychologische Untersuchungen ihre Ursachen zu spezifizieren und ihre Merkmale auf vier Ebenen zu beschreiben: als sprachliche Aussage, körperliche Erregung, offenes motorisches Verhalten und als mimischen und gestischen Ausdruck. Diese Bereiche können relativ unabhängig voneinander agieren, so dass Angst beispielsweise körperlich stark, verbal aber nur schwach zum Ausdruck kommt. Außerdem kann es, wie bei körperlicher Erstarrung oder bei Ohnmacht, vor Angst und Schreck zu extremen Formen der Desaktivierung kommen.

Im Erleben der Angst ist die Erwartung der Bedrohung und die Ungewissheit über Art, Ausmaß und Zeitpunkt der Gefahr kennzeichnend. Dabei werden gefühlsmäßige und kognitive Vorgänge unterschieden. Gefühlsmäßige beziehen sich vorwiegend auf Körperempfindungen wie Spannung, Enge, quälende Unruhe, aber auch Verzweiflung, Entsetzen und Grauen. Kognitive Merkmale sind Befürchtungen und Sorgen, die sich mit Zwängen (Zwang) und Zweifeln sowie unkontrollierbar erscheinenden Ereignissen befassen. Je nach dem Inhalt solcher Befürchtungen wird dann beispielsweise von Sozialangst, Leistungsangst oder Katastrophenangst gesprochen. Subjektive Vorgänge, die mit Fragebögen erkundet werden, ergeben im allgemeinen verschiedene, voneinander relativ unabhängige Faktoren der Angst. Cattell bezeichnet sie als hoher andauernder Spannungszustand, Neigung zu Schuldgefühlen und Besorgtheit, geringe emotionale Stabilität, geringes Vertrauen in die eigene Selbstkontrolle, Misstrauen, Eifersucht und Abwehrhaltung sowie Schüchternheit und allgemeine Empfindlichkeit. Unterschieden wurde auch zwischen vorübergehender Angst und überdauernder Ängstlichkeit. Ob und in welcher Stärke bestimmte Ereignisse Angst auslösen, ist demzufolge von der allgemeinen Bereitschaft, ängstlich zu sein, abhängig.

Wolfgang Tunner