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Pressemitteilung
Nr. 26/11
20. November 2011

PiA wollen nicht länger vertröstet werden

Psychotherapeuten in Ausbildung kündigen erstmals Streiks in Deutschland an

Zum ersten Mal haben jetzt Psychologische Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) Streiks in Deutschland angekündigt. Die ersten Aktionen sind für Berlin, Frankfurt/Main und Hannover geplant. Es ist ein Aufschrei einer ganzen Generation künftiger Psychotherapeuten, die seit Jahren mit schwer erträglichen Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen leben müssen. Diplom-Psychologen, die diese Ausbildung absolvieren, zahlen dafür zwischen 30.000 und 50.000 Euro; sie leisten zudem eine Praktische Tätigkeit in einer Klinik, die in der Regel nicht bezahlt wird. Was als Ausbildung am Patienten konzipiert war, ist in der Praxis oft die Ausbeutung von Diplom-Psychologen ohne Bezahlung durch Kliniken, oft bleiben fachliche Betreuung und Supervision auf der Strecke.

„Die PiA verdienen in dieser Situation unsere Solidarität“, so Eva Schweitzer-Köhn, Vorsitzende des VPP im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Möge es ihnen gelingen, diese andauernde Misere durch ihre Aktionen einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen und dem Gesetzgeber so wie allen anderen Beteiligten zu signalisieren, dass das Maß voll ist und die Betroffenen sich nicht länger vertrösten lassen wollen. Wir sind an ihrer Seite, wenn es darum geht die Fehlkonstruktion im Psychotherapeutengesetz durch eine Lösung zu ersetzen, die ihre Qualifikation aus Psychologin/Psychologe anerkennt und ihnen eine angemessene Bezahlung für praktisch geleistete qualifizierte und sehr verantwortungsvolle Arbeit garantiert.

Die Delegiertenkonferenz des Verbandes, die am 19. und 20. November in Fulda tagte, hat sich einmütig hinter die Forderungen der PiA gestellt, die im Übrigen auch von der zuständigen Fachkommission bei ver.di mitgetragen werden. „Das Thema geht uns alle an“, so BDP-Vizepräsident Bertram: „Psychologen und Psychotherapeuten in unserem Verband“. Wenn Kliniken PiA missbrauchen, um Stellen von Diplom-Psychologen streichen zu können, wenn hochqualifizierte Arbeitskräfte für Null verantwortungsvolle Tätigkeit leisten müssen, dann betrifft das beide Berufsgruppen, deren Interessen der BDP vertritt, und es betrifft die psychologische und psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung  in den kommenden Jahren.“  Der  jüngste Protesttag der PiA in Berlin und die aktuellen Ankündigungen machten deutlich, dass es nicht einzelne Funktionäre aus Verbänden und Kammern sind, die sich mit dem PiA-Thema profilieren wollen, sondern dass die Betroffenen von Vertröstungen auf künftige mögliche Novellierungen der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung endgültig genug haben. „Die Zeit der ‚Proteste auf dem Dienstweg‘ scheint endgültig vorbei zu sein.“ Dass PiA mit eventuellen Streiks auch riskieren, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, zeige nur das Ausmaß der Demütigung und Verzweiflung bei vielen.


Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 - 209 166 620
Fax: 030 - 209 166 680
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