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Pressemitteilung
Nr. 08/11
9. Juni 2011
Permanentes Risiko des Datenmissbrauchs
BDP unterstützt Positionspapier zur Vorratsdatenspeicherung
Bereits 32 zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich europaweit der „Gemeinsamen
Position zur Überarbeitung der EU-Richtlinie 2006/24/EG zur Vorratsdatenspeicherung" angeschlossen.
Zu ihnen gehört auch der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
(BDP). Jahr für Jahr kostet diese Richtlinie Millionen von Euro, gefährdet
die Privatsphäre Unschuldiger, behindert vertrauliche Kommunikation und
ebnet den Weg in eine immer weiter reichende Massenansammlung von Informationen über
die gesamte Bevölkerung. Dass diese Speicherung für effektive kriminalistische
Arbeit nicht notwendig ist und nicht mehr Sicherheit schafft, ist durch Studien
bewiesen.
Obwohl die EU-Kommission die grundsätzliche Kritik des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung,
der sich auch der BDP angeschlossen hatte, in ihrem neulich veröffentlichten
Evaluierungsbericht nicht geteilt hat, hat sie immerhin angekündigt, noch
in diesem Jahr Änderungen der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung
vorzuschlagen. Um auf diesen Prozess Einfluss zu nehmen, bedarf es eines starken
und von vielen verschiedenen Seiten ausgehenden Drucks auf die Kommission und
auf die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten. Nur so ist der EU-weite Zwang zur
verdachtslosen Verbindungsdatensammlung zu stoppen. Besonders wichtig ist
dabei, dass die gesellschaftlichen Akteure gemeinsam vorgehen. Das gemeinsame Positionspapier
wird der BDP auf seiner Webseite veröffentlichen.
Der Verband wird zudem seine Kontakte zu Europaabgeordneten, in die Wirtschaft
und darüber hinaus nutzen und sich ihnen gegenüber für ein Ende
verdachtsloser Vorratsdatenspeicherung einsetzen. Wichtig ist dem BDP insbesondere,
dass in dem Papier ausdrücklich der vertrauliche Umgang zwischen Klienten
bzw. Patienten mit Psychologen, Ärzten, Anwälten und vergleichbaren
Berufsgruppen angesprochen wird. „Es kann nicht sein, dass ohne jeden Verdacht
Telekommunikationsdaten von 500 Millionen Europäern, darunter ihre privaten
und dienstlichen sozialen Kontakte gespeichert werden. Diese Speicherung unterminiert
die mit unserem Beruf verbundenen Grundsätze von Vertraulichkeit und Schweigepflicht“,
erklärt BDP-Präsidentin Sabine Siegl. „So entsteht ein permanentes
Risiko von Datenverlusten und Datenmissbrauch.“
Positionspapier
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 - 209 166 620
Fax: 030 - 209 166 680
E-Mail
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