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Pressemitteilung
Nr. 12/08
21. Oktober 2008

Wer Banken retten kann, sollte Schulen nicht im Regen stehen lassen

BDP erwartet deutliche Signale vom ersten Bildungsgipfel in Deutschland

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) sieht in dem von Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierten Bildungsgipfel eine Chance zur Beschleunigung der vielen angefangenen Teilreformen und setzt darauf, dass sie die Länder zu größeren Investitionen auf diesem Gebiet auffordern wird. Um das Durchschnittsniveau der OECD-Länder zu erreichen, bräuchte das deutsche Bildungssystem jährlich 10 Milliarden Euro. Wieso das Dilemma der Banken erkannt und entsprechend reagiert werde, das der Schulen aber ignoriert, ist aus Sicht des BDP nicht nachvollziehbar.

In der Schulpsychologie sieht BDP-Präsidentin, Carola Brücher-Albers, eines der Felder, auf denen dringend investiert werden muss. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Teilgebiete der Psychologie sowie der Hirnforschung böten eine Fülle gesicherter Erkenntnisse für die konstruktive Gestaltung von Lebenswelten und müssten in das öffentliche Bildungswesen stärker als bisher integriert werden. Davon könnten Schulleiter, Lehrer, Eltern und Schüler im Sinne einer guten und gesunden Schule noch mehr profitieren, wenn es genug Schulpsychologen gäbe, "und davon sind wir meilenweit entfernt, wenn die Versorgung in den Ländern zwischen 6000 und 26.000 Schülern sowie zwischen 400 und 1700 Lehrern pro Schulpsychologe schwankt." Die sei eine eklatante Ungleichbehandlung von Eltern und Lehrern in den Bundesländern.

Neben Bildung seien auch Erziehung und Sozialisierung zunehmend zu Aufgaben der Schule geworden. Lehrerinnen und Lehrer geben ihren Schülern familienergänzende Erziehung und moralische Orientierung. Brücher-Albers, verweist darauf, dass an vielen Schulen die Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte jedoch so hoch ist, dass Zeit und Energie für diese notwendige Erziehungsarbeit fehlen. Schulpsychologische Unterstützungssysteme seien hier erforderlich. Ihre Aufgabe wäre es, Lehrkräften bei ihrer Arbeit zu unterstützen, durch Fortbildungen Fachkompetenzen aufzubauen, durch Maßnahmen zur Psychohygiene die Gesundheit zu erhalten bzw. wieder herzustellen und Schüler zur Erreichung von angepassten Schulabschlüssen zu beraten.

Beim Lernen, so die BDP-Präsidentin, geht es nicht primär um Wissenstransfer, sondern um einen Prozess, der nach emotionaler Beteiligung und persönlicher Auseinandersetzung verlangt. Für Schüler seien darum Lehrer wichtig, die ihnen das Gefühl vermitteln, als einzelner Mensch wertvoll und wichtig zu sein. Die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen an vielen Schulen erschweren jedoch eine konstante Beziehungsarbeit oder machen sie gar unmöglich. Das habe nicht zuletzt der vom Verband im September veranstaltete Bundeskongress für Schulpsychologie gezeigt.

Der BDP möchte daher die Unterstützungssysteme für Schulen stärken und die Supervisionsmöglichkeiten insbesondere für junge Lehrer ausbauen. "Das kostet Geld, aber wenn man die Folgekosten einbezieht, die entstehen, wenn wir so weitermachen wie bisher, - siehe verhaltensgestörte Schüler, langzeiterkrankte und frühpensionierte Lehrer - dann rechnet sich die Investition in Schulpsychologie um ein Vielfaches."


Christa Schaffmann, Pressesprecherin