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Pressemitteilung
Nr. 04/07
16. März 2007

Gericht verbietet Bezeichnung "Fachexperte für Psychologie"

Erfolg des BDP im Rechtsstreit gegen Weiterbildungsinstitut

Das Landgericht Freiburg hat dem sog. Institut für berufliche Weiterbildung (IBW) in Lörrach untersagt, weiter Lehrgänge anzubieten, nach deren Abschluss Absolventen sich "Fachexperte/Fachexpertin für Psychologie" nennen dürfen.1 Wörtlich erklärte das Gericht: "Wer einen vorwiegend im Selbststudium zu absolvierenden Ausbildungslehrgang durchläuft, wird dadurch ebenso wenig zum Fachexperten für Psychologie wie der Leser einer medizinischen Fachzeitschrift zum Fachexperten für Medizin."

Das Urteil folgt dem Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP), der in diesem Fall geklagt hatte, auf ganzer Linie. Das Gericht geht sogar von einer Strafbarkeit gem. § 132a Abs. 2 StGB aus, weil Verwechslungen mit dem geschützten akademischen Abschluss des Diplom-Psychologen möglich seien. Es werde die unzutreffende Erwartung geweckt, dass hinter dem Begriff nicht nur ein Hauptfachstudium der Psychologie, sondern sogar eine über die universitäre Ausbildung hinausgehende Qualifikation vorliege. Stattdessen sei der Lehrgang des IBW nicht ansatzweise mit dem Psychologiestudium vergleichbar. Das Gericht bestätigte damit eine einstweilige Verfügung vom Januar dieses Jahres. Dass die Werbung für den Lehrgang sich nur an Weiterbildungsinteressenten wendet, hielt es nicht für relevant. Sie sei in jedem Fall irreführend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der BDP sieht sich durch die Gerichtsentscheidung in seinem Bemühen bestätigt, eine breite Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass qualifizierte psychologische und psychotherapeutische Dienstleistungen nur von Psychologen und Psychotherapeuten erwartet werden können. "Klienten, Patienten aber auch an Weiterbildung Interessierte sollten genau prüfen, auf wessen Angebote sie sich einlassen", erklärte BDP-Vizepräsident Laszlo Pota. Etikettenschwindel, wie er leider immer wieder vorkomme, könne für Verbraucher ernste Probleme nach sich ziehen. Was die Teilnehmer an den genannten und vergleichbaren Lehrgängen betrifft, so täuschten Anbieter gegen nicht unerhebliche Gebühren nach Potas Worten berufliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt vor, die es nicht gibt.
Das Landgericht Frankfurt/Main erließ in diesem Monat in einem ähnlichen Fall eine einstweilige Verfügung, nach der es der Betreiberin einer "Praxis für Sexualpädagogik und Gesprächsmedizin" aus Frankfurt/Main untersagt ist, im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken, Dienstleistungen, insbesondere Gutachten als "Fachpsychologisch" zu bezeichnen.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 209 149 59
Fax: (49) 30 - 209 149 66
E-Mail: presse@bdp-verband.org