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Pressemitteilung
Nr. 05/06
3. April 2006

Psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche benötigen dringend Psychotherapieplätze

Unterversorgung auf dem Land, an sozialen Brennpunkten, in kinderreichen Bezirken - Unbedingt erforderlich: Getrennte Bedarfsplanung

Der Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VPP) im BDP weist entschieden die Stellungnahme der Bundesregierung zurück, welche Ende März auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion geantwortet hatte, ihr lägen "keine Erkenntnisse über generelle Versorgungsprobleme" bei psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen vor. Deshalb, so die Schlussfolgerung der Regierung, sei eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nicht "unbedingt erforderlich". Sachgerecht sei vielmehr, lokalen Versorgungsengpässen mit der Möglichkeit der Sonderbedarfszulassung zu begegnen.

Nach Einschätzung des VPP sagen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die derzeitigen Kriterien, nach denen die Bedarfsplanung zur Psychotherapie erfolgt, wenig darüber aus, ob der Versorgungsbedarf tatsächlich gedeckt ist. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) hatte in seinem Bericht "Gesundheit von Kindern und Jugendlichen" auf diesen Umstand hingewiesen. Verlässlichere Aussagen liefern epidemiologische Studien. Relevante Daten zur Prävalenzrate von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen soll der bundesweite Kinder- und Jugendsurvey des RKI erbringen, dessen Ergebnisse 2007 erwartet werden.

Bis dahin geht man in der Fachwelt von folgender Annahme aus: "Circa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden unter behandlungsbedürftigen psychischen Störungen; 18 Prozent gelten als psychisch auffällig." Auf diese Zahlen, die in etwa der Verteilung psychischer Auffälligkeiten und Erkrankungen bei Erwachsenen entsprechen, bezieht sich die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) in einer aktuellen Stellungnahme und bilanziert, dass "von Beginn an der Bedarf an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten massiv unterschätzt" wurde. Lediglich 14 Prozent beträgt der Anteil der Behandler psychisch kranker Kinder und Jugendlicher an der Bedarfsplanung der GKV.

Die Unterversorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher ist ein flächendeckendes Problem, auch wenn es besondere Versorgungsengpässe zum Beispiel in ländlichen Gebieten, in Ostdeutschland, an sozialen Brennpunkten oder in kinderreichen Bezirken gibt, wie Versorgungsstudien aus verschiedenen Landespsychotherapeutenkammern zeigen. Nicht zu unterschätzen ist der Anteil der Kinder, die aufgrund mangelnder psychotherapeutischer Versorgungsmöglichkeiten mit anderen Maßnahmen fehlbehandelt werden.

Der VPP im BDP als einer der großen psychotherapeutischen Berufsverbände unterstreicht die Notwendigkeit einer getrennten Bedarfsplanung für die Behandler von Erwachsenen und die Behandler von Kindern und Jugendlichen. Sollte es dazu kommen, dann könnten sich nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bundesweit zu den derzeit 2385 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten 866 weitere Kollegen niederlassen.

Karin Dlubis-Mertens
Öffentlichkeitsreferentin
VPP-Bundesgeschäftsstelle
Glinkastr. 5-7, 10117 Berlin
Tel.:030 - 20 63 990, Fax: 030 - 2063 9912
info@vpp.org