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Pressemitteilung
Nr. 22/05
19. Oktober 2005

Keine Schönrechnungen mehr zur psychischen Gesundheit

BDP begrüßt Initiative der Europäischen Kommission

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begrüßt die Initiative der Europäischen Kommission für einen Aktionsplan zur psychischen Gesundheit und die Einrichtung einer EU-Plattform zum gleichen Thema. An dem von der Kommission angestrebten Aufbau einer Informationsbasis auf EU-Ebene wird sich der Verband entsprechend seinen Möglichkeiten beteiligen, erklärte die BDP-Präsidentin Carola Brücher-Albers.

Mit der Veröffentlichung einiger aktueller Daten zur psychischen Gesundheit mache die EU-Kommission auf eine nicht erst seit heute problematische Situation aufmerksam. Jahr für Jahr leiden mehr als 27 Prozent der Erwachsenen in Europa an psychischen Erkrankungen, Tendenz steigend. Trotz Prognosen, wonach im Jahr 2020 Depressionen die häufigste Krankheitsursache in den Industrieländern sein werden, und trotz enormer Kosten für die Volkswirtschaften der europäischen Länder, werde psychischen Belastungen und Erkrankungen wenig Aufmerksamkeit gewidmet.

Der BDP kritisiert vor allem das Fehlen von Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und weiteren Präventionsprogrammen sowie die gegenwärtige Praxis der Bedarfsermittlung bei der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland, die an den Realitäten vorbeigeht, weil sie einen willkürlich gesetzten Bedarf des Jahres 1996 festschreibt. Die von politischer Seite behauptete gute Versorgung bzw. Überversorgung mit Psychotherapie stehe in scharfem Gegensatz zu Wartzeiten von mehreren Wochen und Monaten für betroffene Patienten.

Der BDP fordert die geschäftsführende Gesundheitsministerin Ulla Schmidt auf, bei der am 24. Oktober in Luxemburg stattfindenden EU-Konferenz zur psychischen Gesundheit die Lage in Deutschland nicht zu beschönigen. In einer Stellungnahme zur Versorgung psychisch Kranker hat der BDP eine auf wissenschaftlich erhobenen Daten basierende Modellrechnung angestellt und einen Versorgungsgrad von 30 bis 50 Prozent bei Erwachsenen mit regionalen Schwankungen errechnet. Bei Kindern und Jugendlichen liegt der Versorgungsgrad noch deutlich darunter. Politik und Kostenträger sollten sich endlich diesen Tatsachen stellen und Bedarfe nicht nach finanzpolitischen Erwägungen herunterrechnen.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 209 149 59
Fax: (49) 30 - 209 149 66
E-Mail: presse@bdp-verband.org