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Pressemitteilung
Nr. 18/05
11. Juli 2005

Prof. Dr. Klaus Grawe überraschend verstorben

Klaus Grawe sollte im November den Großen Georg-Gottlob-Preis für sein wissenschaftliches Lebenswerk erhalten

Mit Bestürzung hat der Vorstand des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) heute erfahren, dass Professor Klaus Grawe am 10.07.05 plötzlich verstorben ist. Klaus Grawe war als diesjähriger Preisträger des Großen Georg-Gottlob-Preises nominiert und sollte den gemeinsam vom BDP und der Georg-Gottlob-Stiftung vergebenen Preis im Rahmen des Deutschen Psychologentages 2005 am 12.11.2005 in Potsdam für sein Lebenswerk und seine Arbeiten im Bereich der Psychotherapieforschung erhalten.

Hierzu hatte die Redaktion von Report Psychologie, der Fach- und Verbandszeitschrift des BDP, noch im Juni ein Interview mit Klaus Grawe geführt, das in der aktuellen Ausgabe von Report Psychologie zusammen mit einem Artikel von Klaus Grawe über die Wirksamkeit von Psychotherapie veröffentlicht wird. Mit diesen Beiträgen wollte der BDP nicht nur dem diesjährigen Preisträger gebührenden Raum geben, sondern auch die von ihm gewünschte Diskussion über die Entwicklung einer "professionellen Psychotherapie" ermöglichen. Der Verbandsvorstand des BDP widmet diese Ausgabe Klaus Grawe in ehrendem Gedenken.

1999 verlieh der BDP Professor Grawe die Hugo-Münsterberg-Medaille als Auszeichnung für seine besonderen Verdienste um die Angewandte Psychologie. Zugleich wurde damit Grawes erfolgreiche Arbeit zur Fundierung der Psychotherapie in der wissenschaftlichen Psychologie gewürdigt. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg widmete sich der Berner Psychologieprofessor mit Akribie und Leidenschaft der Psychotherapieforschung. Aufgrund seiner Forschungsarbeiten gelangte Klaus Grawe zu der Überzeugung, dass verbesserte Möglichkeiten, psychisch leidenden Menschen zu helfen, letztlich zu einer insgesamt besseren Gesundheitsversorgung spürbar beitragen werden. Sein 1994 erschienenes Werk "Psychotherapie im Wandel - von der Konfession zur Profession" hat zum Teil heftige Reaktionen und große Resonanz ausgelöst, weil es eine Abkehr vom tradierten Schulendenken in der Psychotherapie (also Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, kognitiv-behaviorale Therapie usw.) forderte. Grawes Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen haben zu einem Paradigmenwechsel in der Psychotherapieforschung beigetragen, indem sie das Augenmerk weg von der einzelnen Therapieschule hin zu allgemeineren Wirkfaktoren lenkten.

Zitate von Klaus Grawe aus dem mit Report Psychologie gegebenen Interview:
"Gestört hat mich das Ideologische an den Therapieschulen".
"Meine Vorstellung geht dahin, Therapiemethoden nicht länger als Orientierungsgesichtspunkt zu nehmen, aber auch nicht Störungen allein".

Der Verbandsvorstand des BDP und die Stifterin des Georg-Gottlob-Preises, Hildegard Gottlob, sind tief betroffen von seinem plötzlichen Tod. Seine Beiträge zur Erforschung der Psychotherapieprinzipien sind unübertroffen und werden über seinen Tod hinaus wirksam sein. Seine Forschungsarbeiten werden zum Auftrag, die moderne Psychotherapie weiterzuentwickeln.

Armin Traute
Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Hauptgeschäftsführer
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. 030 - 209 149 62
Fax 030 - 209 149 66
info@bdp-verband.org