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Pressemitteilung
Nr. 5/05
25. Februar 2005

Notfallpsychologie - ein Thema nicht nur bei Flutkatastrophen

  • BDP macht sich stark für Qualität und Zusammenarbeit
  • Handlungsbedarf auf vielen Gebieten

Wie gut ist die Versorgung in Deutschland bei Extremereignissen, was ist beim Katastrophenschutz verbesserbar? Diesen Fragen widmet sich am Wochenende in Berlin eine Tagung des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen mit Experten für Notfallversorgung aus der Psychologie und dem Rettungswesen. Es geht dabei nicht nur um Großschadensereignisse wie den Tsunami oder mögliche Terroranschläge, sondern auch um "normale" alltägliche Notfallereignisse in Unternehmen, Schulen, Banken und Verkehrsbetrieben. Während bei der Deutschen Bahn und der Lufthansa notfallpsychologische Versorgung seit langen ein Thema ist, haben andere erst angefangen sich dieser Aufgabe zu stellen.
Das BDP-Konzept der psychologischen Rettungskette weist auf dem Papier eine Reihe starker Glieder auf, von einer abgestimmten und lückenarmen Versorgung ist die Bundesrepublik jedoch noch ein ganzes Stück entfernt. Ob bei der Prävention, der akuten Notfallversorgung oder der Nachsorge nach belastenden Ereignissen - überall besteht noch Handlungsbedarf.

Der BDP warnt in diesem Zusammenhang vor hektischem Aktionismus während der jeweiligen Ereignisse. Qualität und Professionalität haben für den Verband Vorrang. Aus diesem Grund wurde die notfallpsychologische Ausbildung 2004 überprüft. Die Überarbeitung des auf klinisch-psychologischen Grundkompetenzen beruhenden Curriculums ist abgeschlossen. Ab sofort ist es möglich eine entsprechende Ausbildung an der Deutschen Psychologen Akademie in Bonn zu absolvieren.

Der BDP drängt seit langem auf die Etablierung bundeseinheitlicher Qualitätsstandards in der Notfallversorgung. Die Vorschläge des Verbandes zur Sicherung von Qualität und Strukturen, zur Einordnung von Notfallpsychologen in die Kette und zur Qualitätssicherung durch die Auffächerung von Kompetenzprofilen liegen der Bundesebene seit Oktober 2004 vor. Allerdings ist der Abstimmungsprozess mit den entscheidungsbefugten Ländern langwierig und schwierig. Jede zeitliche Verzögerung kann jedoch zur Fehlversorgung führen, die sowohl zu Lasten von Betroffenen als auch von Kostenträgern geht.
Zudem tritt der Berufsverband der Psychologen für die Bildung einer Plattform ein, die die zahlreichen bereits bestehenden und teils bundesweit, teils regional agierenden Strukturen zusammenführt und hinsichtlich Qualität und Vernetzung koordiniert. Wie wichtig eine solche Koordination ist, hat nicht zuletzt die Flutkatastrophe in Südostasien gezeigt, die mehrere tausend Menschen in Deutschland unmittelbar und mittelbar betroffen hat. Die Bildung einer solchen Plattform ist bisher an den föderalen Strukturen bzw. offenen Zuständigkeitsfragen gescheitert. Bessere Lösungen, die letztlich in Notsituationen für das Schicksal vieler Menschen bedeutsam sein können, sollten nach Meinung des BDP nicht am Kompetenzgerangel scheitern.

Der Verband ist sicher, dass die Tagung zur Weiterentwicklung der Notfallpsychologie in Deutschland und zur engeren Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen beitragen wird. Nur durch die kontinuierliche Zusammenarbeit von Mitgliedern der Kriseninterventionsteams, Peers, Notfallseelsorgern, Psychologen, Psycho- und Traumatherapeuten, Notfallärzten, Fachärzten und Hausärzten kann eine Fehlversorgung, Unterversorgung oder unangemessene Überversorgung vermieden werden, so Clivia Langer, Leiterin der Fachgruppe Notfallpsychologie des Verbandes.

Zum Abschluss der Tagung findet am Sonntag, 27. Februar, um 13.30 Uhr eine Pressekonferenz am Tagungsort, Glinkastr. 5-7 (U-Bahnhof Mohrenstraße) in 10117 Berlin statt.


Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 209 149 59
Fax: (49) 30 - 209 149 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org